Kolpingsfamilie Bendorf
Im Angesicht der Trümmer ließen sie Taten folgen
Drei Kolpingsöhne wurden für 70 Jahre ehrenamtlichen Einsatz gewürdigt
Bendorf. Die Innenstadt Bendorfs – ein mehr oder weniger aufgeräumtes Trümmerfeld. Das Land Rheinland-Pfalz – ein im Werden befindliches politisches Gebilde.
Die Nazidiktatur ist Geschichte – Gott-sei-Dank. In dieser Zeit unternehmen es 37 junge Männer, die Kolpingsfamilie Bendorf wieder zu beleben. Zusammen mit den rund 50 Kolpingsöhnen der Vorkriegszeit, die jahrelang zu einem „Vereinsleben“ in aller Stille gezwungen waren und sich nicht in der Öffentlichkeit für das Gemeinwesen einsetzen konnten, wollten sie wieder als katholischer Verein in der und für die Öffentlichkeit aktiv werden.
Regelmäßige wöchentliche Treffen der Mitglieder und Tätigkeiten in der Gemeinde gehörten ebenso zum Vereinsleben wie die Versorgung älterer Bewohner mit Brennholz oder die aktive Antwort auf die Bitte der Stadtverwaltung, bei den Aufräumarbeiten in der Innenstadt zu helfen. Im Mai 1946 wieder gegründet, führen sie im Herbst schon ein Theaterstück in den Anlagen des Hedwig-Dransfeld-Hauses auf: Das Opfer. Diesem werden in den nächsten Jahren weitere folgen.
Die Kolpingsfamilie Bendorf nahm die Feier des Stiftungsfestes zum Anlass, drei Kolpingsöhne für ihre 70-jährige Mitgliedschaft im Internationalen Kolpingwerk zu ehren: Josef Geißler, Richard Neckenig, Franz Weber. Ein Rückblick in die ersten Jahre der Nachkriegszeit, veranschaulicht durch Dokumente und Bilder, vermittelten auch den jüngeren Teilnehmern der Feierstunde einen Blick in die Zeit des Aufbaues.