Delegiertentagung der KHS Mittelrhein
Im Dialog mit der Landespolitik
Staatssekretärin Daniela Schmitt war zu Gast
Koblenz. Viele Aufträge, aber zu wenig Fachkräfte. Erleichternde Digitalisierung, aber mehr und mehr Bürokratie. Wartende Kunden, aber keine Handwerkerparkausweise: Handwerksunternehmer brauchen Unterstützung. Der Austausch mit der Politik ist gefragt. Dass dieser zwischen Kreishandwerkerschaft Mittelrhein und Landesregierung gut funktioniert, zeigte einmal mehr die jüngste Delegiertentagung im Hotel-Restaurant „Zur Post“ in Welling. Hier war Daniela Schmitt, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, zu Gast. Während sie von Initiativen aus Mainz zu berichten wusste, konnten die Handwerksunternehmer schildern, wo der Schuh drückt.
Gut besetzt zeigte sich der Festsaal. Rund 110 Gäste nahmen an der Delegiertentagung der KHS teil, die rund 60 Innungen unter ihrem Dach vereint. Kreishandwerksmeister Marco Kraus übernahm es, den Bericht zur Lage vorzutragen. „Sehr erleichtert“, so Kraus, sei das Handwerk über die anstehende Rückkehr zur Meisterpflicht für 12 Gewerke ab 2020 – ein großer Erfolg.
Wenig erfreulich allerdings gestalte sich für die Koblenzer bzw. die in Koblenz Arbeitenden der Einzug der Handwerkerparkausweise, die nurmehr für das Elektro-, SHK- und Dachdeckerhandwerk ausgestellt werden. Folge: Viele Handwerker, die Aufträge in der Alt- oder Innenstadt ausführen möchten, finden keine Parkgelegenheit bzw. laufen Gefahr, Knöllchen zu kassieren. Auch z.B. der Gebäudereiniger, der mit schwerem Arbeitsgerät unterwegs ist, findet keine Gnade. Geht gar nicht, sagt das Handwerk. Die Staatssekretärin stimmte zu: „Hier brauchen wir Lösungen, da bin ich absolut bei Ihnen.“
Ein weiterer Punkt, in dem sich die Handwerkerschaft Unterstützung wünscht, sei die zunehmende Bürokratisierung. Der Bon-Zwang ab Januar 2020 etwa sorge für wenig Begeisterung, wesentlich mehr zusätzlichen Aufwand und noch mehr Papierverschwendung. Der Einzelhandel in Deutschland rechnet – würde man sie aneinanderlegen - mit mehr als zwei Millionen Kilometern mehr Kassenbons im Jahr: „Ist das ökologisch?“.
Anschließend sprach Daniela Schmitt. Sie ist seit 2016 Staatssekretärin und seit 2013 Beisitzerin im FDP-Bundesvorstand. Schmitt hat nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau ein Studium zur diplomierten Bankbetriebswirtin absolviert.
Sie lobte die Anwesenden für das große ehrenamtliche Engagement, das u.a. die hervorragende Ausbildungsqualität im Handwerk garantiert. Zur Fachkräftegewinnung sei es dringend erforderlich umzudenken: „Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung. Wir müssen Aufklärung leisten, dass nicht nur das Abitur der richtige Weg ist. Auch unser duales System bietet hervorragende Karrieremöglichkeiten. Es muss die gesellschaftliche Akzeptanz beider Wege her.“
Die Digitalisierung biete hier Chancen. Denn durch sie veränderten sich die Berufsbilder und würden dadurch auch für einen weiteren Kreis junger Leute interessant, „die wir vor zehn Jahren nicht erreicht hätten.“
Gemeinsam mit Helmut Weiler, Hauptgeschäftsführer der KHS Mittelrhein, Detlef Börner, Vorsitzender Kreishandwerksmeister, und Mark Scherhag sowie Joachim Noll als Vizepräsidenten der Handwerkskammer Koblenz übernahm es die Staatsekretärin gern, die Ehrungen zu überreichen – für die Regionalen Kammer- und Landessieger des Leistungswettbewerbs der Deutschen Handwerksjugend und für 25 Jahre Meisterbrief.
Die Veranstaltung endete mit einem festlichen Abendessen.
Pressemitteilung der
Kreishandwerkerschaft Mittelrhein
Die regionalen Sieger des Leistungswettbewerbes der Deutschen Handwerksjugend.
