Allgemeine Berichte | 29.01.2018

Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“

„Im Grunde löst sich immer alles gut“

Angespannte Atmosphäre herrscht am Vorabend von „Jugend musiziert“ im Landesmusikgymnasium

Keine Entspannung im Kaminzimmer, sondern große Disziplin. Yuliya Feldmann findet die Vorbereitung für den Wettbewerb „für alle sehr anstrengend“.

Montabaur. Freitagabend, 18 Uhr. Ein Kaminzimmer, Bücherregale an der Wand, davor ein Flügel, an der anderen Wand ein Cembalo. Eigentlich eine Atmosphäre, die zum Ausspannen einlädt. Doch eine dichte Atmosphäre liegt heute im Landesmusikgymnasium in der Luft. Es ist der Vorabend vor dem Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“.

Große Anstrengung

Yuliya Feldmann spielt sich mit ihrer Geige ein. Dass sie während der Extra-Probe fotografiert wird, trägt nicht gerade zu ihrer Entspannung bei. „Ich finde, man arbeitet ziemlich lange darauf hin. Und es ist für alle sehr anstrengend.“ Im Mai letzten Jahres haben die Vorbereitungen begonnen. Die Idee für ihr Vorspiel hat sie im Sommer in den Ferien entwickelt. „Besser wäre es, schon vor den Sommerferien anzufangen, weil man dann mehr Zeit hat. Dann muss man sich nicht so stressen am Ende.“ Begleitet wird sie am Flügel von Franziska Dörschel aus Ransbach-Baumbach. Die beiden haben sich relativ spät zu dem Duo zusammengefunden. Sie harmonieren aber gut. Die beiden überlassen aber nichts dem Zufall. Sonderprobe am Abend. Wenn es nicht so gut läuft, schließt ihnen jemand später noch einmal das Kaminzimmer auf.

Große Erfolge

Carlos Arth und Julian Dockendorf dagegen wirken ganz cool, nicht nur, weil sie beide schon 18 sind. Aufgeregt? „Nicht so, aber morgen dann“, gibt Julian Auskunft. „Ich denke, ein bisschen Aufregung ist immer dabei, aber… ja.“ Carlos wirkt ebenso tiefenentspannt. Dafür hat er auch allen Grund. Er ist auch schon das zehnte Mal dabei, will mit seinen Erfolgen aus der Vergangenheit nicht sofort herausrücken. Auf Nachfrage doch: „Solo und Duo schon die volle Punktzahl, auch mit dem Horn schon einmal die volle Punktzahl. Das Maximale, was man erreichen kann: 25 Punkte, Erstpreis, Bundeswettbewerb.“ Sein Mitspieler Carlos fügt hinzu: „Natürlich erwartet man, dass man weiterkommt, aber man ist nicht so in der Stimmung, dass man das sofort auf jeden Fall schafft.“

Gute Stimmung

Bratschist Leander Schönrock ist dieses Jahr als Juryhelfer eingebunden. Das bedeutet Aufräumen, Lüften, und aufpassen, dass niemand zur Tür hereinplatzt, und auch die Jury ein bisschen „betüdeln“ und für gute Stimmung sorgen. Eigentlich hätte er auch selbst gerne vorgespielt. „Keine Ahnung, dieses Jahr war einfach nicht so.“ Er nimmt es sportlich. „Nächstes Jahr mache ich wahrscheinlich als Solo wieder mit.“

Den Kopf frei bekommen

Auch Gitarrist Leon Sauer und Flötistin Jana Moritz sind aufgeregt. „Ich habe ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich manche Tage nicht effektiv genutzt habe meiner Meinung nach“, gibt Leon zu. Hektik wird in dieser Situation allerdings von keinem empfohlen. Jana ist es wichtig, den Kopf frei zu bekommen. „Mein Querflötenlehrer meinte, ich solle heute erst einmal nicht üben. Das klingt ein bisschen komisch, weil morgen ja der Wettbewerb ist.“ Sich ablenken, einen Film gucken, Sport machen, etwas mit Freunden machen. So verbringen jetzt die meisten die Zeit zwischendurch. Um beim Wettbewerb voll konzentriert sein zu können.

Gegenseitige Hilfe

„Ja, auch die Lehrer sind ganz furchtbar aufgeregt“, weiß Sabine Melchiori aus langjähriger Erfahrung. Sie organisiert den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“. Sie erscheint als die ruhige Hand, die alle Fäden im Hintergrund in den Händen hält. Am nächsten Tag kommen auch aufgeregte Eltern, die Jurymitglieder und die interessierte Öffentlichkeit mit hinzu. Letztes Jahr habe es viele Unfälle und Krankheitsfälle gegeben, Glatteis, ein Instrument sei sogar kurz vor knapp kaputtgegangen. „Da hat sofort jemand anderes sein Saxophon geholt. Das war ganz wunderbar. Man hilft sich gegenseitig.“ Und Melchiori ist sich sicher, dass sich spätestens bei der Verkündung der Jurybeurteilungen und den Preisverleihungen auch die Anspannung bei allen Beteiligten legen wird. „Im Grunde löst sich immer alles gut. Das ist immer sehr schön.“

Carlos Arth gibt sich eher bescheiden. „Man ist nicht so in der Stimmung, dass man das sofort auf jeden Fall schafft.“

Carlos Arth gibt sich eher bescheiden. „Man ist nicht so in der Stimmung, dass man das sofort auf jeden Fall schafft.“

Pianist Julian Dockendorf hat allen Grund zur Coolness, erzielte er in vergangenen Jahren breits zweimal die bundesweit maximal erreichbare Bewertung im Nachwuchswettbewerb.

Pianist Julian Dockendorf hat allen Grund zur Coolness, erzielte er in vergangenen Jahren breits zweimal die bundesweit maximal erreichbare Bewertung im Nachwuchswettbewerb.

Julian Dockendorf und Carlos Arth gehören zu den Favoriten, sind ein eingespieltes Duo. GBA

Julian Dockendorf und Carlos Arth gehören zu den Favoriten, sind ein eingespieltes Duo. Fotos: GBA

Keine Entspannung im Kaminzimmer, sondern große Disziplin. Yuliya Feldmann findet die Vorbereitung für den Wettbewerb „für alle sehr anstrengend“.

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