Der Heisterer Bürgerverein lud am Wochenende zur Sankt Sebastianus-Kirmes ins Bürgerhaus
Im Mittelpunkt stand das Königspaar
Unkel. Fünf Jahre nachdem es Willi Heß gelungen war, seine damalige Lebensgefährtin Doris Messinger zur Bürgerkönigin von Heister zu machen, hatte ihn sein bessere Hälfte im Bürgerhaus „Am Kelter“ beim Königsschießen des Sankt Sebastianus Bürgervereins zum Prinzgemahl „degradiert“. Während ihr Mann 2011 noch auf dem Schießstand am Unkeler Bürgerhaus im Gerhardswinkel mit dem 237. Schuss erfolgreich gewesen war, hatte sie erst mit dem 273. Schuss den Rumpf zu Fall gebracht, um nach dem vierten Königsschießen im Heisterer Bürgerhaus unter dem Jubel der Anwesenden von ihrem Vorgänger Hans Willi Korf die Königskette in Empfang zu nehmen.
Am Wochenende nun erntete Doris Heß die Früchte ihres erfolgreichen Anvisierens: bei der Sebastianus-Kirmes stand sie im Mittelpunkt des Interesses, als sie am Samstagabend mit Prinzgemahl Willi mit dem Königswalzer den großen Kirmesball des südlichsten Stadtteils von Unkel eröffnete.
Für den hatten sich die beiden ein ausgesprochen staatliches Ehrengeleit zugelegt. „Wir wollten eben, das neben unseren Freunden auch Familienmitglieder zu den Ehrenpaaren zählen“, so Doris Heß im Erpeler Bürgersaal. Alle hatten am Samstagnachmittag an einem langen Tisch im Bürgersaal von Erpel Platz genommen, um sich für die anstehende Kirmesfeier zu stärken.
„Wir sind dem Erpeler Bürgerverein sehr dankbar, dass er unseren Majestäten hier Asyl angeboten hat, um den Königszug hier zu empfangen, da für diesen der Weg von ihrer Wohnung in der Unkeler Altstadt bis zum Heisterer Bürgerhaus doch extrem weit gewesen wäre“, erklärte Helmut Bürger. Gleichzeitig erinnerte er dran, dass im Volksmund das Kirchweihfest des südlichen Stadtteils der Kulturstadt am Rhein „Eis- und Schnee-Kirmes“ genannt werde. Wie schon im Vorjahr mache sie diesem Namen auch dieses Mal glücklicherweise keine Ehre, auch wenn die aktuellen Temperaturen um den Gefrierpunk bei Weitem nicht so angenehm seien wie im Januar 2016. „Da war der kurze Wintereinbruch mit Minustemperaturen rechtzeitig vor unserer Kirmes vorbei und auch das Blitzeis aus der Freitagnacht hatten Temperaturen von an die 10 Grad verschwinden lassen“, erinnerte der Vorsitzende.
Kurz darauf verließ er die Festgesellschaft, um am Bürgerhaus den Königszug antreten zu lassen, in den sich auch Delegationen der beiden anderen Unkeler Bürgervereine mit ihren Fahnenträgern einreihten, um sich, musikalisch angeführt vom Tambourcorps „Freiweg Selhof“, Richtung Bürgersaal aufzumachen.
Hoch lebe das Bürgerkönigspaar
„Unser Heisterer Bürgerkönigspaar, Doris und Willi Heß, es lebe hoch!“, kommandierte dort wenig später Helmut Bürger, nachdem die Majestäten mit ihren Ehrenpaaren den Festzug empfangen hatten. Nach fürstlicher Bewirtung machte der sich dann mit den Hauptpersonen Richtung Bürgerhaus auf, in dem das Königspaar wenig später mit dem Königswalzer den ersten Höhepunkt der Sankt Sebastianus-Kirmes eröffnete, den Königsball, der bis in die späte Nacht andauerte.
Kirchweih-Messe in der kleinen Sankt Sebastianus-Kapelle
Nur wenige Stunden nach dieser rauschenden Ballnacht traf sich die Festgesellschaft erneut, dieses Mal aber der kleinen Sankt Sebastianus-Kapelle, in der Pfarrer Günter Lülsdorf die Kirchweih-Messe zelebrierte. „Wir haben ja auch heute Glück. Wie gestern ist es trocken, sodass wir auf den Schutz von großen Regenschirmen verzichten können“, freute sich Helmut Bürger nach der Messe, während sich der Königszug erneut zum Zug durch den Ortsteil formierte, um so allen Heisterern das Königspaar zu präsentieren.
Die meisten Mitbürger warteten jedoch mit etlichen Ehrengästen, darunter Verbandsbürgermeister Karsten Fehr, dessen Vorgänger, das Ehrenmitglied des Bürgervereins, der Unkeler Ehrenbürger Werner Zimmermann, Stadtbürgermeister Gerhard Hausen und dessen Erpeler Kollegin, Cilly Adenauer, schon im Bürgerhaus, um mit der Festgesellschaft den traditionellen Bürgerfrühschoppen zu feiern. Sogar die Erpeler Karnevalsprinzessin Martina I., aus dem Hause Schwager, machte mit ihrem Gefolge Bürgerkönigin Doris Heß ihre Aufwartung. Die zog, musikalisch erneut begleitet vom Selhofer Tambourcorps mit ihrem Tross nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal ins Bürgerhaus ein, wo sie mit stehenden Ovationen empfangen wurde.
Nachdem Helmut Bürger die Gäste des Kirmes-Frühschoppens begrüßt hatte, wurden diese von den Sängern der Chorgemeinschaft „MGV „Concordia“ Unkel/Kasbach-Ohlenberg“ bis zu den „Banks of Sacramento“ entführt. Dann zeichnete der Vorsitzende zunächst die erfolgreichen Pfänderschützen aus. Zu denen zählte als erster der Prinzgemahl, hatte Willi Heß doch mit dem 70. Schuss den linken Flügel zu Fall gebracht. Nur 62 Schüsse später war Jan Scharwohl beim rechten Pendant erfolgreich, bevor die spätere Königin mit dem 173. Schuss den Adler köpfte. „Da Michelle Messinger, die schon beim Königsschießen 2015 beim rechten Flügel erfolgreich war, mit dem 204. Schuss den Schweif abgeschossen hatte, blieben dieses Mal alle Pfänder in der Großfamilie Heß/Messinger“ so Helmut Bürger, bevor er zu den traditionellen Ehrungen überging.
Die traditionellen Ehrungen durften auch nicht fehlen
Ein Jahr nach der Einweihung des Heisterer Bürgerhauses, also vor 25 Jahren, waren Manfred Hirzmann, Marlene und Gerd Kaufer, Dieter Korf, Heinrich Richarz, Franz Josef Rick und Ulrike Rosenbauer in den Verein eingetreten, die als Silber-Jubilare mit der Silbernen Ehrennadel des Vereins ausgezeichnet wurden. Mit einem Jahr Verspätung überreichte Helmut Bürger diese auch Jörg Buchmüller, Peter Eich und Wiljo Scheffer. Die Ehrennadel in Gold für 40-jährige Vereinstreue erhielt Harald Willms. Helga und Michael Seifert sowie Klaus Engels. DL
Beim Kirmesfrühschoppen am Sonntag gratulierte das Königspaar den langjährigen Vereinsmitgliedern.
