Allgemeine Berichte | 15.03.2017

Verkehrsunfallbilanz der Polizeiinspektion Adenau für das Jahr 2016

Im Monat Mai trauriger Höhepunkt der Unfallzahlen

Mangelnder Abstand und zu hohe Geschwindigkeiten sind weiterhin Hauptunfallursachen

Die Zahl der Motorradunfälle konnte leider nur minimal gesenkt werden. PI Adenau

Adenau. Der Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Adenau umfasst rund 479 Quadratkilometer mit 26.000 Einwohnern. Im Bereich der Polizeiinspektion Adenau (Verbandsgemeinde Adenau, sowie Teilbereiche der Verbandsgemeinden Altenahr, Brohltal, Vordereifel und Kelberg) ereigneten sich die nachfolgend in der Unfallanalyse ausgewerteten Verkehrsunfälle.

Leichter Anstieg der Gesamtunfallzahlen

Im Jahr 2016 wurden von der Polizeiinspektion Adenau 1170 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Dies bedeutet eine Zunahme von 58 Unfällen. Dabei konnte die PI Adenau im Jahr 2016 eine Abnahme der Verkehrsunfälle (VU) mit Personenschäden verzeichnen. Die Anzahl der VU mit Getöteten und mit leicht verletzten Personen ist gesunken, die Anzahl der VU mit schwerverletzten Personen leicht gestiegen. Im Jahr 2016 wurden insgesamt vier Personen getötet, 58 Personen wurden schwerverletzt und 159 Personen leicht verletzt. In der monatlichen Betrachtung belegt hier der Monat Mai mit 141 Unfällen den traurigen Höhepunkt.

Der größte Teil der Verkehrsunfälle fand auf den außerörtlichen Straßen im Dienstgebiet statt. Hier wurden von 846 Unfällen außerhalb geschlossener Ortschaften alleine 431 Verkehrsunfälle auf Bundesstraßen gezählt, wobei hiervon die Hauptzufahrtsstraßen zum Nürburgring mit der B 257, B 258 und B 412 am stärksten betroffen waren. In diesen Bereichen wurden und werden daher unter anderem verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt.

Besonderheit Nürburgring

Verkehrsunfälle auf der Nürburgring-Nordschleife werden nicht in der Verkehrsunfallstatistik geführt, liegen jedoch auch im Fokus der PI Adenau. Anlässlich von Touristenfahrten wurden im Jahr 2016 gesamt 81 Verkehrsunfälle auf der Nürburgring-Nordschleife und der Grand-Prix-Strecke polizeilich aufgenommen, davon 37 mit Personenschaden. Bei einem Unfall erlagen 2 Personen ihren schweren Verletzungen.

Unfälle infolge mangelnder Verkehrstüchtigkeit

Im Jahr 2016 wurden bei der PI Adenau 7 (12) Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel registriert. Bei den Verkehrsunfällen infolge mangelnder Verkehrstüchtigkeit wurde eine Person schwer verletzt und sechs Personen leicht verletzt. Der Alkoholisierungsgrad lag zwischen 0,62 bis 2,64 Promille. Die PI Adenau wird weiterhin im Rahmen der Verkehrsüberwachung ihre Alkoholkontrollen bzw. Drogenkontrollen, nicht nur im Zusammenhang mit Veranstaltungen, in der gewohnt gleichen Intensität fortführen.

Unfälle mit Jugendlichen/ Jungen Fahrern (15-24 Jahre)

Im Jahr 2016 ereigneten sich 274 (301) Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Jugendlichen/Jungen Fahrern. Dies entspricht - in Bezug auf die Betrachtung des Jahres 2016 - einem Anteil von 23,42 Prozent.

Unfälle mit Kindern (bis 14 Jahre)

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kinderbeteiligung ist im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr von neun auf sieben gesunken. Bei den Verkehrsunfällen wurden zwei schwer und sieben Kinder leicht verletzt. Obwohl die Zahl der Unfälle mit Kinderbeteiligung leicht gesunken ist, werden weiterhin Kontrollen vor allem an Schulen und Kindergärten durchgeführt, bei denen insbesondere die ordnungsgemäße Sicherung der Kinder in den Fahrzeugen überprüft wird.

Unfälle mit Seniorinnen und Senioren (65 Jahre und älter)

An 186 (141) Verkehrsunfällen waren Senioren beteiligt. Dies bedeutet einen Anstieg im Vergleich zum Jahr 2015 in absoluten Zahlen von 45 Unfällen. Dabei war ein Anstieg im Bereich der Beteiligung mit Pkw und als Fußgänger zu verzeichnen.

Unfälle mit motorisierten Zweirädern

Von der PI Adenau wurden 113 Verkehrsunfälle unter Beteiligung von motorisierten Zweiradfahrern im Jahre 2016 aufgenommen.

Die Zahl ist leider ähnlich hoch wie im Jahre 2015, hier wurden 115 Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern verzeichnet. Bei der Risikogruppe der motorisierten Zweiradfahrer ist die Zahl der Verunglückten im Vergleich zum Vorjahr 2015 von 95 auf 99 Verletzte gestiegen. Im Jahr 2016 verunglückte kein Kradfahrer tödlich. Im Jahre 2015 waren hier drei tödlich verletzte Kradfahrer zu beklagen. Leider ist die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten im Jahr 2016 dabei deutlich von 24 (2015) auf 40 gestiegen. Erwartungsgemäß bilden hier die Sommermonate den Schwerpunkt der Zweiradunfälle. Im Jahr 2016 waren die Monate August mit 20 und September mit 22 registrierten Unfällen die traurigen Spitzenreiter der monatlichen Unfallbilanz dieser Risikogruppe. Deutlich erkennbar ist dabei die Konzentration des Unfallgeschehens am Wochenende festzustellen. Auffallend ist für die Polizei Adenau nach wie vor die Altersstruktur der beteiligten Zweiradfahrer. Von den festgestellten Hauptunfallverursachern der motorisierten Zweiradfahrer gehörten fast 40 Prozent zur Altersgruppe der über 45-jährigen.

Ein Schwerpunkt bei den Kontrollen der Zweiräder liegt neben der Überwachung der Geschwindigkeit weiterhin bei der Ahndung unzulässiger technischer Veränderungen. Ein Schwerpunkt der Verstöße lag unter anderem in den Veränderungen der Schalldämpferanlagen und damit veränderten Abgas- und Lärmwerten. Hier wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen gefertigt und auch die Weiterfahrt untersagt.

Hauptunfallursachen

An der Spitze der Hauptunfallursachen stehen neben den folgenschweren Geschwindigkeitsunfällen im Jahr 2016 auch das Abstandsverhalten. (Falsch eingeschätzter Abstand zum Vordermann oder bei Vorbeifahren an Fahrzeugen). Hier ist leider ein deutliches Plus zu verzeichnen, hierbei oftmals in Verbindung mit überhöhter oder auch nicht angepasster Geschwindigkeit. Des Weiteren könnte die Steigerung der Hauptunfallursache Abstand auch in der Ablenkung vom Straßenverkehr durch die Nutzung von technischen Geräten beim Führen von Fahrzeugen begründet sein. Hierauf wird auch ein Hauptaugenmerk bei den Kontrollmaßnahmen gelegt werden.

Verfolgungsmaßnahmen

Die Richtlinie über die polizeiliche Geschwindigkeitsüberwachung bestimmt, dass bei der polizeilichen Geschwindigkeitsüberwachung die Ergebnisse der Unfallauswertung und die Erkenntnisse über sonstige Gefahrenstellen im Straßenverkehr zugrunde zu legen sind. Das gilt vor allem für die Bekämpfung der Hauptunfallursachen. Hierzu werden zielgruppenorientierte Geschwindigkeitsmessungen und technische Fahrzeugkontrollen seitens der PI Adenau durchgeführt. Im Zuge der größeren Veranstaltungen am Nürburgring ist die Verkehrsüberwachung regelmäßig Bestandteil der Einsatzmaßnahmen. Im abgelaufenen Jahr stand der Dienststelle an 41 Kontrolltagen ein Messfahrzeug der Verkehrsdirektion Koblenz zur Verfügung. Anlässlich der Radarkontrollen wurden im Jahr 2016 Verwarnungen mit Verwarnungsgeld gesamt 2631 Mal ausgesprochen. Es wurden weiterhin insgesamt 466 Verkehrs-Ordnungswidrigkeits-Verfahren eingeleitet, die zu 42 Fahrverboten führten. Darüber hinaus überwachten die Beamtinnen und Beamten der PI Adenau das Geschwindigkeitsverhalten durch Messungen mit der Laserpistole an insgesamt 60 Kontrolltagen. In 227 Fällen wurden durch die Beamten und Beamtinnen der PI Adenau Verwarnungen mit Verwarnungsgeld ausgesprochen. 203 Verkehrs-Ordnungswidrigkeits-Anzeigen wurden bearbeitet, die zu 18 Fahrverboten führten. Der Schwerpunkt der Überwachungsmaßnahmen lag hier saisonbedingt auf den Straßen rund um den Nürburgring bzw. dessen Zufahrtsstraßen.

Fazit des Leiters der Polizeiinspektion Adenau

„Nach unseren Feststellungen sind die gefahrenen Geschwindigkeiten insgesamt wesentlich zu hoch und Geschwindigkeitsbeschränkungen werden zu wenig von den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern beachtet. Weiterhin ist im Zusammenhang mit den hohen gefahrenen Geschwindigkeiten das mangelnde Einhalten des Sicherheitsabstandes zum Vorrausfahrenden zu beklagen. Wir werden weiterhin unsere Kontrollmaßnahmen unter anderem in Bezug auf zu schnelles und aggressives Fahren, mangelndes Abstandverhalten, Ablenkung vom Verkehrsgeschehen, Bekämpfung von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr mit größter Anstrengung fortsetzen. Es geht uns aber vor allem um die Einsicht bei unseren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern nach dem Motto: Vorsicht und Rücksicht im Straßenverkehr haben ´Vorfahrt`!“

Für Rückfragen steht Heiko Schmitz, Leiter der Polizeiinspektion Adenau oder Frau POKin Eich (Tel. 0 26 91 92 52 72) zur Verfügung.

(Zahlen in Klammern = 2015; Stand der Auswertung: 13.02.2017).

Pressemitteilung PI Adenau

Die Zahl der Motorradunfälle konnte leider nur minimal gesenkt werden. Foto: PI Adenau

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