Allgemeine Berichte | 06.11.2017

25. Marktmusik

Im Zeichen der Ökumene

Gemeinsam musizierteb die beiden Organisten. privat

Bendorf. Kraftvoll und hymnisch erklingt am Ende der 25. Marktmusik der Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ im Raum der katholischen Kirche St. Medard in Bendorf, gespielt von 20 Fingern und vier Füßen. Diesmal stand vierhändige Orgelmusik auf dem Programm, gespielt von Wolfgang Arneth, dem Organisten der evangelischen Kirche in Bendorf und dem ehemaligen katholischen Kirchenmusiker an St. Medard, Gisbert Wüst. Zugleich ein kleines Jubiläum, denn seit gut 2 ½ Jahren findet regelmäßig am ersten Freitag im Monat die „Bendorfer Marktmusik zum Abendläuten“ statt. Gewiss ein kleines Jubiläum gegenüber dem Reformationsjubiläum, das auf 500 Jahre zurückblickt und zugleich themenbildend für den Abend war. Gut 90 Besucher hatten sich bei der vorletzten Marktmusik dieses Jahres eingefunden, um diesem ungewöhnlichen Spektakel zu folgen. Da wird es schon etwas eng auf der Orgelbank, und die Koordinierung der Hände und Füße bedarf einer intensiven Vorbereitung. Gelebte Ökumene in und Harmonie im wahrsten Sinne des Wortes.

Eröffnet wurde der Abend mit einer „Fanfare“, die den thematischen Hintergrund dieser Marktmusik einleitete. „Ein feste Burg ist unser Gott“ – 500 Jahre Reformation. Dieser Liedtext ist eine Paraphrase auf den 46. Psalm und die Melodie stammt gleichsam aus der Feder des Reformators. Nach der Begrüßung und Einführung in das Programm durch Erika Birk musizierten die beiden Organisten zwei weitere Sätze aus der „Petite Suite pou orgue a quatre mains“ des kanadischen Komponisten Denis Bédard.

Ein Text zum Innehalten von Stefanie Abgottspon zitierte unter anderem den indischen Dichter Tagore mit dem Satz: „Der Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.“ Die Sonate in g-Moll des Romantikers Leberecht Baumert ließ vor allem im langsamen Es-Dur-Mittelsatz aufhorchen. Das Thema der abschließenden Fuge bediente sich der Anfangstöne des Chorals „Lobe den Herrn“, virtuos interpretiert. Nach dem gemeinsamen „Vater unser“ – Gebet erklang Rudnicks Fantasie über den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“, ein dreiteilig angelegtes Werk, dessen langsamer Mittelsatz sich von den gewaltig wirkenden Ecksätzen abhob. Die streckenweise Einbeziehung des Röhrenglockenspiels beim Erklingen des Chorales im ersten Satz war ein besonderer Effekt, und die klanggewaltige Klais-Orgel tat das Übrige, um die eingangs angesprochene hymnische Strahlkraft des Instrumentes zur Geltung zu bringen, vor allem im hymnischen Schluss. Herzlicher Applaus dankte am Ende den beiden Organisten, deren Freude am gemeinsamen Musizieren regelrecht zu spüren war.

Marktmusik im Dezember

Die Dezember-Marktmusik (1. Dezember) gestaltet die Medardus-Kantorei unter der Leitung von Max Künster. Unter anderem steht die Bach-Kantate „Nun komm, der Heiden Heiland“ auf dem Programm. Auch diese Veranstaltung beginnt, entgegen der Flyer-Angabe, um 19 Uhr, so wie zukünftig durchgehend diese Anfangszeit Gültigkeit hat, angepasst an die neuen Zeiten des Bendorfer Wochenmarktes. Der neue Flyer dieser Marktmusikreihe für 2018 wird dann auch ausliegen.

Gemeinsam musizierteb die beiden Organisten. Foto: privat

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