Hubschrauber-Crew kontrolliert im Auftrag der evm-Gruppe die Mittelspannungsfreileitungen zwischen Eifel und Westerwald
Mit dem geschulten Blick von oben für sichere Stromnetze
Koblenz/Westerwald/Eifel. Wenn Noah Bach und Niclas Hauffe in die Luft gehen, ist das kein Zeichen schlechter Laune, sondern hoch konzentrierte Präzisionsarbeit. Im Auftrag der Energienetze Mittelrhein (enm) inspizieren die beiden aktuell per Helikopter die Mittelspannungsfreileitungen zwischen Eifel und Westerwald. Ihr Ziel: mögliche Schäden frühzeitig erkennen, bevor sie zu Störungen führen. Während Pilot Noah Bach den Hubschrauber zielsicher entlang der Trassen steuert, prüft Niclas Hauffe aufmerksam Leitungen, Masten und umliegenden Bewuchs.
Früherkennung aus der Luft
Was für viele nach einem außergewöhnlichen Einsatz klingt, ist ein wichtiger Beitrag zur stabilen Energieversorgung. Denn Hubschrauber kommen nicht nur in Rettungseinsätzen zum Einsatz, sie sind auch ein wertvolles Instrument für Netzbetreiber. „Durch regelmäßige Befliegungen erkennen wir potenzielle Schwachstellen frühzeitig und können ungeplante Stromausfälle vermeiden“, erklärt Uwe Kaltbeitzer, zuständiger Fachbereichsleiter bei der enm. „So sichern wir die Zuverlässigkeit unseres Netzes.“ Beim aktuellen Einsatz geht es um nicht weniger als 796 Kilometer Mittelspannungsleitungen und 5.552 Strommasten.
Präzisionsarbeit in niedriger Höhe
Start- und Landeplatz für die Einsätze ist der Flugplatz in Ailertchen (VG Westerburg). Von hier aus hebt Noah Bach mit seinem schwarzen Helikopter ab und steuert gezielt einzelne Leitungsabschnitte an. Ziele sind sowohl Orte im Kreis Ahrweiler, im Großraum Koblenz sowie im Westerwald. Orientierungspunkt ist jeweils ein bestimmter Mast – von dort orientiert er sich am Verlauf des Leitungsseils. Der Flug verläuft dabei in konstantem Auf und Ab, in nur drei bis vier Metern Abstand zur Leitung. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die höchste Konzentration erfordert. „Eine gute Kommunikation ist das A und O“, betont Bach. „Eigentlich reden wir die ganze Zeit miteinander.“ Das eingespielte Team legt Wert auf maximale Sicherheit und Präzision.
Jeder Schaden zählt
Während des Fluges richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit von Niclas Hauffe auf kleinste Auffälligkeiten. Ob Spechtschäden an Holzmasten, beginnende Fäulnis, Abplatzungen an Betonmasten, zu dichter Bewuchs oder Spuren von Blitzeinschlägen – nichts entgeht seinem geschulten Blick. Jeder Befund wird fotografisch dokumentiert. Die Aufnahmen sind mit GPS-Daten versehen, sodass die Netzexperten der evm-Gruppe die betroffenen Stellen später exakt lokalisieren und gezielt instand setzen können.
Sorgfältige Vorbereitung am Boden
So anspruchsvoll wie der Flug selbst ist auch die Vorbereitung. Die enm stellt der Crew der Firma Heli Transair aus Egelsbach detailliertes digitales Kartenmaterial bereit, in dem jeder Mast und jede Leitung exakt verzeichnet ist. Zudem holt Heli Transair im Vorfeld alle notwendigen Genehmigungen ein. Vor jedem Einsatz verschafft sich Pilot Bach einen genauen Überblick über die Strecke: Wo verlaufen Leitungen durch Wälder? Wo gibt es landwirtschaftliche Flächen oder Industrieanlagen? Besondere Aufmerksamkeit gilt Pferdehöfen. „Pferde reagieren sehr sensibel auf Helikopter“, erklärt der 24-Jährige. „Wenn wir Tiere sehen, steigen wir deutlich höher, um sie nicht zu erschrecken.“ Gerade im enm-Gebiet sei die Zahl der Reiterhöfe auffällig hoch.
Leidenschaft fürs Fliegen
Für Noah Bach ist jeder Einsatz auch ein Stück gelebter Traum. Seit einem Hubschrauber-Rundflug, den er mit elf Jahren geschenkt bekam, hat ihn die Faszination für das Fliegen nicht mehr losgelassen. Vor fünf Jahren machte er seine Leidenschaft zum Beruf und erwarb die Pilotenlizenz. „Fliegen macht mir einfach Spaß“, sagt er mit breitem Lächeln. Die Vielfalt begeistert ihn besonders: mal Rundflüge, mal besondere Chartereinsätze mit „Promis“ – und eben auch Einsätze, die entscheidend zur Sicherheit der Stromversorgung in der Region beitragen.
Pressemitteilung evm
Mit diesem schwarzen Helikopter führt das Team von Heli Transair die Kontorolle von knapp 800 Kilometer Leitungsnetz im nördlichen Rheinland-Pfalz durch. Foto: Sascha Ditscher.de / evm-gruppe
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