Allgemeine Berichte | 12.07.2017

In Adenau soll die Pfarrei der Zukunft entstehen

Verbandsgemeinderat Adenau ließ sich von Pfarrer Dr. Rainer Justen informieren

Adenau. Bei der kürzlich stattgefundenen Sitzung des Verbandsgemeinderates konnte Bürgermeister Guido Nisius Pfarrer Dr. Rainer Justen als zuständigen Pastor der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land begrüßen. Das hatte seinen Grund, da das Bistum Trier von einst geplanten 60 verbleibenden Pfarreien in der Struktur des Bistums nun ganze 35 „Pfarreien der Zukunft“ plant und hier hat das Bistum seine Grenzen so gezogen, das die Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land fast in Gänze der Pfarrei der Zukunft Gerolstein mit dem Pfarrort Gerolstein zugeordnet werden soll. Dieses Thema erregt die Gemüter der Menschen und Katholiken in der Verbandsgemeinde Adenau, sodass dies auch ein Thema auf der Ortsbürgermeisterdienstversammlung war, die unmittelbar vor der Verbandsgemeinderatssitzung stattgefunden hatte. Hier gab es von den Ortsbürgermeistern harsche Kritik am Rückzug der Kirche aus dem ländlichen Raum. In der Pfarreiengemeinschaft als auch auf kommunaler Ebene sind sich alle einig, dass es noch eine andere Lösung geben muss und so soll sich gemeinsam für eine Pfarrei der Zukunft mit Standort Adenau eingesetzt werden. Auch Pfarrer Justen hat sich mit der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land seine Gedanken gemacht und trug den Verbandsgemeinderatsmitgliedern die Überlegungen vor. Das Bistum geht von einer zusammenhängenden wabenförmigen Gestalt der Pfarrei der Zukunft aus, das allerdings hier so nicht der Fall ist, da sich die Angliederung der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land eher schlauchförmig zu Gerolstein hinzieht, so Pfarrer Justen. Auch die Infrastruktur, der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrzeiten und Entfernungen nach Gerolstein sprechen nicht für die geplante Zusammenlegung durch das Bistum. Alles spricht für Adenau, die Johanniterstadt ist ein kommunales, schulisches und geschäftliches Mittelzentrum für einen ländlichen Raum mit etwa 15.000 Katholiken. Die Kirche selbst bietet eine große Pfarrkirche zentral im Stadtmittelpunkt mit ausreichend Parkraum und Behindertengerechtem Zugang. Dies ist gerade im Hinblick auf die Demografische Entwicklung im ländlichen Raum von bedeutender Wichtigkeit. Auch das vorhandene Pfarrhaus mit ausreichend geeigneten Büroräumen ist in der unmittelbaren Nähe zur Pfarrkirche ebenso angesiedelt wie Lebens- und Sozialräume. In der Stadt Adenau ist die evangelische Kirchengemeinde Adenau beheimatet, mit dem St. Josef Krankenhaus die ärztliche und Notärztliche Versorgung für den ländlichen Raum abgesichert, hier leistet die Polizeiinspektion Adenau ihren Dienst und Gewerbe und Einzelhandel bieten Arbeitsplätze und decken den Lebensstandart des täglichen Bedarfs ab. Von der KiTa, Grundschule, Realschule plus, FOS und Gymnasium sind alle Schulformen vertreten und bilden so gemeinsam ein vollwertiges Mittelzentrum. So spricht nichts dagegen Adenau auch als Standort für eine Pfarrei der Zukunft vorzuschlagen waren sich Pfarrer Justen und der Verbandsgemeinderat einig. Denn ohne Adenau als Standort der Zukunft würde das Adenauer Land in Anbetracht seiner Randlage an der Landes- und Bistumsgrenze zusätzlich benachteiligt und der ländliche Raum weiter geschwächt. Um die Pfarrei der Zukunft Adenau zu stärken wäre es wünschenswert wenn noch weitere Pfarreien aus anderen Pfarreiengemeinschaften hier mit einbezogen würden. Bei einer Befragung in den angrenzenden Pfarreien Hönningen, Kesseling, Lind und Heckenbach, die alle zur Pfarreiengemeinschaft Altenahr zählen, hatten sich Kesseling und Hönningen eindeutig für die Pfarrei der Zukunft Adenau ausgesprochen, wobei Heckenbach noch unentschlossen reagierte und Lind doch eher nach Bad Neuenahr tendierte. Pfarrer Justen gab auch noch zu bedenken, dass es bei einer Zuordnung nach Gerolstein auch eine Zuordnung personell wie auch finanziell geben werde, wobei das Vermögen der Pfarreien aufgelöst und zentralisiert an die Pfarrei der Zukunft gehe. Jetzt gilt es gemeinsam die Stimme für den ländlichen Raum und somit für die Pfarrei der Zukunft Adenau zu erheben, so Pfarrer Justen. So einigten sich die gewählten kommunalen Vertreter gemeinsam mit der Pfarreiengemeinschaft Adenauer Land eine Resolution zu verfassen, für ein Umdenken im Bistum und für einen Zuschnitt der Pfarrei der Zukunft mit Standort Adenau im Mittelzentrum Adenau. Die Resolution für all die, die dazugehören wollen in der Pfarrei der Zukunft Adenau, soll in Kürze zum Bistum nach Trier geschickt werden, da die Eingabe an die Prozessgruppe „Raumgliederung des Bistums“ bis zum 30. September 2017 erfolgen muss.

-UM-

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