Neue Dorfstraße in Kruft feierlich eingeweiht
„In Kruft jäht me üve de Chaussee“
Kruft. Mit viel politischer Prominenz und noch mehr Bürgerbeteiligung wurde die umgestaltete ehemalige Bundesstraße 256 in Kruft am Samstag feierlich eingeweiht. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit erinnert nichts mehr an die alte Ortsdurchfahrt, die nun den Namen „Alte Chaussee“ trägt. „Was die Gemeinde für die Krufter getan hat, wird von den Bürgern gut angenommen, sonst wären nicht so viele gekommen“, freut sich der sichtlich ergriffene Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel über die zahlreichen Besucher.
Schneichel erinnert an die Zeit, als täglich rund 14.000 Fahrzeuge mitten durch den Ort fuhren. Seit vor rund vier Jahren mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen wurde, sei dies Geschichte. Von da an haben sich die Verantwortlichen in der Gemeinde mit dem Rückbau und der Neugestaltung der Straße beschäftigt. „In gut besuchten Dorfmoderationssitzungen haben auch die Krufter Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Vorschläge zur Gestaltung der neuen Straße eingebracht, die den Planern mit auf den Weg gegeben wurden“, betont Schneichel. Die Kosten für die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt beliefen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Landrat Alexander Saftig, der die hohe Verkehrsbelastung auf der ehemaligen Bundesstraße selbst miterlebt hat, gratulierte Rudolf Schneichel zu der gelungenen Neugestaltung. „Das ist jetzt ein innerörtlicher Bereich, in dem man gut leben kann.“ Der Ortsbürgermeister bedankte sich bei allen am Umbau Beteiligten, nicht zuletzt bei Innenminister Roger Lewentz dafür, in das vom Land Rheinland-Pfalz auf den Weg gebrachte Förderungsprogramm „Ländliche Zentren – kleinere Städte und Gemeinden“ aufgenommen worden zu sein. „Den Bewilligungsbescheid erhielten wir am 22. Dezember 2015, sozusagen als Weihnachtsgeschenk.“
Durch die Aufnahme in das Programm konnte nicht nur die Straße umgestaltet werden. Auch sechs Häuser sowie die unter Denkmalschutz stehende Kapelle an der Waldstraße konnten durch die Zuschüsse saniert werden. Lewentz betonte, dass es nicht ganz einfach war das Geld für Kruft aufzubringen, da auch größere Gemeinden ihr Interesse bekundeten. Was in Kruft daraus gemacht wurde, sei zukunftsträchtig. „Eine Straße so umzubauen, dass sie noch Verkehr verkraftet und gleichzeitig für die Bürger nutzbar ist, ist beispielhaft“, lobt der Innenminister die Verantwortlichen. „Rheinland-Pfalz ist ländlich geprägt, deshalb müssen wir insbesondere kleine, ländliche Zentren stärken“, versprach der Minister auch weiterhin Unterstützung. Das Programm sei bis 2020 vorgesehen, da könne noch einiges unternommen werden. Ganz oben auf der Agenda stehe schnelles Internet für die Menschen im Landkreis bereitzustellen. Gemeinsam mit Rudolf Schneichel enthüllte der Minister das neue Straßenschild und durchschnitt mit tatkräftiger Unterstützung des Krufter Nachwuchses das Band, um die „Alte Chaussee“ offiziell zu eröffnen.
Den kirchlichen Segen erhielt die Straße von den Pfarren Norbert Missong und Michael Stoer. Obwohl die Straße nun ihrer Bestimmung übergeben ist, sind noch einige kleinere Arbeiten zu verrichten. Der nach Tipps von Gerd Hardy gestaltete Kreisel werde laut Schneichel in den kommenden Tagen fertiggestellt. Die Bepflanzung ab Kreisel bis zur Tubagallee könne erst zur Pflanzzeit im November vorgenommen werden.
Bei der dem Anlass geschuldeten großen Feier auf dem Vorplatz der Grundschule, waren nahezu alle Krufter Vereine aktiv im Einsatz. Während die Chöre und Musikvereine auf der Bühne für Unterhaltung sorgten, verwöhnten Mitglieder weiterer Vereine die Gäste an zahlreichen Ständen mit Speisen und Getränken. „Der einzige Wermutstropfen im Ablauf der Umgestaltung, war für mich die Diskussion um die Namensänderung der Straße“, gesteht Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel. Dennoch sei er überzeugt, dass das in kurzer Zeit kein Thema mehr sei. „In Kruft wohnt man jetzt auf der Chaussee“, „In Kruft jäht me off der Chaussee“, „In Kruft jäht me üve de Chaussee“. „Dieser Sprachgebrauch ist jetzt Realität“, so Schneichel.
Ortsbürgermeister Rudolf Schneichel freute über die vielen Gäste.
Zahlreiche Krufter Bürgerinnen und Bürger feierten die Einweihung ihrer neuen Straße.
Innenminister Roger Lewentz gratulierte der Gemeinde Kruft zu der gelungenen Neugestaltung der Straße.
Den kirchlichen Segen erhielt die Straße von den Pfarrern Michael Stoer (links) und Norbert Missong (rechts).
