Allgemeine Berichte | 28.06.2021

50 Jahre: Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein feiert Jubiläum

In MYK ein halbes Jahrhundert die Wirtschaft im Blick

Bereits kurz nach der Gründung des neuen Landkreises Mayen-Koblenz (Foto aus einer Kreistagssitzung in Mayen) wurde die zu-kunftsweisende Entscheidung getroffen, die WFG ins Leben zu rufen, die in den vergan-genen 50 Jahren zahlreiche Projekte im Land-kreis erfolgreich anstoßen und umsetzen konnte.Fotos: Kreis MYK

Kreis MYK. Der Landkreis Mayen-Koblenz steht für ein starkes Wirtschaftsleben, eine Aufschwung-Region, für Industrie, Gewerbe und Handel, Landwirtschaft, Weinbau und Tourismus. Das alles und mehr für die Bürger sowie Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Landkreis zu bewahren und zu fördern, ist Ziel der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH (WFG) – und das seit mittlerweile 50 Jahren. Und es ist eine Erfolgsgeschichte:

Nach der Neugründung des Landkreises Mayen-Koblenz im Zuge der kommunalen Gebietsreform am 7. November 1970 vergingen nur wenige Monate, bis die Wirtschaftsförderungsgesellschaft ins Leben gerufen wurde. Am 14. Juli 1971 nahm die WFG an ihrem Sitz in Mayen die Arbeit auf, zu Beginn des Jahres 1973 wurde er nach Koblenz verlegt. Ziel war es, die Entwicklung und Verbesserung der Wirtschafts- und Sozialstruktur im Landkreis Mayen-Koblenz mit geeigneten Maßnahmen zu fördern. Gründungsgesellschafter waren der Landkreis Mayen-Koblenz (52,4 Prozent), die Sparkasse Koblenz und die Kreissparkasse Mayen (je 23,8 Prozent) bei einem Stammkapital von damals 21.000 D-Mark. In den Folgejahren wurde seitens des Landkreises das Stammkapital durch die Einlage von RWE-Aktien erhöht; es beträgt heute 1,85 Millionen Euro. Die Gesellschaftsanteile verteilen sich auf den Landkreis Mayen-Koblenz mit 96 Prozent sowie die Sparkasse Koblenz und die Kreissparkasse Mayen mit jeweils 2 Prozent des Gesellschaftskapitals.

Struktur des Kreises

Der Kreis Mayen-Koblenz ist räumlich einer-seits vom urbanen Bereich des Rheingrabens mit der dortigen starken Infrastruktur samt Häfen geprägt, während andererseits der westliche Teil des Landkreises deutlich geringer besiedelt ist und vom landwirtschaftlich genutzten Eifelraum beziehungsweise Maifeld und dem Abbau der vulkanologischen Rohstoffe (Bims, Basalt, Tuff) um den Laacher See (Mendig, Pellenz, Ochtendung, Mayen) bestimmt ist. In den Nachkriegsjahren war der Bedarf an Baustoffen, insbesondere Bimsstein, groß und die Bau-Steine-Erden-Industrie prosperierte. Doch diese Dominanz und Monostruktur hatte auch ihre Schattenseiten. In den 1980er Jahren ging die Nachfrage zurück, was zu einer wirtschaftlichen Schwächung der Region führte. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft setzte an diesem Problem an und entwickelte Maßnahmen zur gebietsübergreifenden Struktur- und Wirtschaftsförderung. Es wurden unter anderem Standortanalysen erstellt. Den Schwerpunkt bildete in diesen Jahren der Aufbau eines Fördersystems sowie die Formulierung von Förderrichtlinien.

Das „Bimsprogramm“

Zu Beginn der 1980er Jahre fokussierte die WFG Maßnahmen zur monetären, direkten einzelbetrieblichen Förderung. Doch schnell erwies sich diese Art der Förderung als nicht geeignet, um einen nachhaltigen Einfluss auf die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Wirtschaftsstruktur zu nehmen. Die deutschlandweite Rezession von 1981 bis 1983 tat ihr übriges und es war klar: Ein aktives Gegensteuern ist erforderlich. Der Monostruktur sollte durch die Ansiedlung zukunftsorientierter und konjunkturunabhängiger Industrien entgegengewirkt werden: Das „Bimsprogramm“ wurde aufgelegt. Ziel war es, die Kapazitäten in der Produktion von Bimssteinen stillzulegen, um damit eine Grundlage für einen Strukturwandel zu schaffen. Der Landkreis erwarb ganze Bimsbetriebe einschließlich Grund und Boden. Durch die Stilllegung wurden einerseits Produktionskapazitäten reduziert, andererseits entstanden durch den Abriss der Gebäudesubstanz und die Reaktivierung der Flächen neue Gewerbe- beziehungsweise Industriegebiete. Diese neuen Flächenangebote für gewerbliche Betriebe bildeten die Grundlage für den Ansiedlungserfolg von Unternehmen bis weit in die 1990er Jahre hinein. Auch im Tourismus wurde einiges angestoßen: Mit der Einführung eines Gaststättenprogramms des Landkreises entstand eine regelrechte Modernisierungswelle in der Gastronomie.

Standortvorteil Verkehrsanbindung

Mit den Autobahnen A 48 von Ost nach West, der A 61 von Nord nach Süd sowie den wichtigen Verkehrsadern B 256 und B 9 verfügt der Landkreis verkehrstechnisch über große Standortvorteile. Ergänzend zu der Flächenreaktivierung im Rahmen des Bimsprogramms rückten weitere Potenzialflächen für die gewerbliche Entwicklung in den Blick, die WFG wurde zum Initiator für die Ausweisung großflächiger Industriegebiete. Die Realisierung erfolgte sowohl auf kreiseigenen Flächen als auch in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen im Landkreis und mit finanzieller Unterstützung des Landes Rhein-land-Pfalz. Beispielhaft ist die von der Rhein-Zeitung betitelte „Erfolgsstory Polch“ mit der Ausweisung und Besiedlung eines direkt an der Autobahnausfahrt der A 48 liegenden Industriegebietes. Neue Unternehmen siedelten sich an und schufen zahlreiche Arbeitsplätze bis heute.

Heterogen aufgestellte Wirtschaft

Die Ansiedlungserfolge in den beiden letzten Jahrzehnten führten zu einer Diversifizierung des Wirtschaftsstandortes Mayen-Koblenz. Schwerpunkte in der heterogen aufgestellten Wirtschaft waren nun die Branchen Metallverarbeitung, Maschinenbau, Nahrungsmittelin-dustrie, Mineralbrunnen, Brauereien, Papier- und Hygieneindustrie, Medizintechnik sowie Softwareentwicklung. Im Rahmen einer Branchenanalyse wurde 2008 eine Verdichtung von Verpackungs- und Logistikunternehmen festgestellt. Hieraus initiierte die WFG die regionale Brancheninitiative „Verpackung-Logistik“ und organisierte Betriebsbesuche sowie Fachveranstaltungen zwecks Vernetzung der Unternehmen, Know-How-Transfer und Verbesserung der Wertschöpfung in der Region. Schon 2008 wurde die DSL-Erschließung als relevanter Standortfaktor identifiziert und damit zur Aufgabe der WFG.

Aufbau von Netzwerken

Die Wirtschaftsförderung nimmt zunehmend die ganzheitliche Entwicklung der Region in den Blick. Die Verfügbarkeit und die Qualität sogenannter harter Standortfaktoren wie verkehrsgünstig gelegene, attraktive Flächenangebote gehören zum Grundangebot. Doch um im 21. Jahrhundert erfolgreich zu agieren, reichen diese Faktoren allein nicht mehr aus. Der Aufbau von Netzwerken mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung so-wie die Kommunikation der Partner erlangen im Wettbewerb der Regionen eine zunehmende Bedeutung. Hinzu kommt die am Unternehmensbedarf orientierte Projektarbeit, die als „wissensbasierte Wirtschaftsförderung“ das bisherige Angebot erweitert. Der Wert des Faktors „Wissen“ erhält eine verstärkte Relevanz. In Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Wissensmanagement der Hochschule Koblenz wurde das Projekt „Wissensmanagement“ gestartet. Ziel ist dabei, Wissen in den Unternehmen zu bewahren, dieses Wissen aber auch zu organisieren und zu dokumentieren, damit es jederzeit abgerufen werden kann. Für die Zukunft gewappnet zu sein, bedeutet auch, die Erfordernisse der Unternehmen stets im Blick zu behalten. Die wachsende Produkt- und Prozesskomplexität ist für Betriebe eine neue Anforderung. Sie sehen in den modernen Technologien der Vision Industrie 4.0 die Erfolgsfaktoren für ihre Konkurrenzfähigkeit. Dies bestätigte sich auch in einer Umfrage der Hochschule Koblenz. Gemeinsam mit der Hochschule wurde der „Quick Check Digitalisierung“ für Unternehmen entwickelt, der seit 2018 von der Kompetenzstelle Digitalisierung erfolgreich durchgeführt wird. Die Einrichtung der Stelle wurde von der WFG initiiert und gefördert.

Weichen für die Zukunft stellen

Das 2020 erstellte Gewerbeflächenkonzept für den Landkreis bildet die Grundlage für die Standortentwicklung der Zukunft, denn attraktive Flächenangebote bleiben nach wie vor die Voraussetzung für die Prosperität der Region. Die Digitalisierung wird in den nächsten Jahren die Geschäfts- und Arbeitswelt weiter verändern. Die WFG sieht es als ihre Aufgabe an, Unternehmen bei ihren Innovations- und Technologieentwicklungen zu stärken und zu unterstützen. Der Landkreis Mayen-Koblenz sieht die Standortentenwicklung als ganzheitliches Konzept. Die Region soll weiter so attraktiv bleiben wie sie es schon ist. Dazu zählt Leben und Arbeiten zusammenzubringen. Hierfür steht auch der 2017 neu entwickelte Slogan der WFG „Starke Wirtschaft. Gutes Leben.“, der auch im neuen Internetauftritt der WFG seit 2018 konzeptionell zum Ausdruck kommt. Die Bedeutung der weichen Standortfaktoren, im Kontrast zu den harten, spiegelt sich in den Projekten der WFG immer wider. So wurde zum Beispiel 2020 ein Radverkehrskonzept für Alltags- und Pendlerverkehre erstellt, um den Bürgern eine flexible und sichere Mobilität zu ermöglichen. Wichtige Akzente werden im Bereich der Digitalisierung gesetzt: Der Landkreis Mayen-Koblenz wurde im September 2020 als eine von 32 bundes-weiten Modellregionen für das „Modellprojekt Smart Cities made in Germany“ ausgewählt. Die WFG hat den Prozess organisiert und maßgeblich vorangetrieben. Damit startet ein siebenjähriger Prozess, der den Lebens- und Wirtschaftsraum Mayen-Koblenz zukunftssicher gestalten wird. Pressemitteilung Kreis MYK

Die Erfolgsgeschichte der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH gründet auf der Arbeit des ersten Landrates des Landkreises Mayen-Koblenz, Dr. Georg Klinkhammer (1925 - 2020) (3.v.l.), hier bei der Eröffnung des Maifeldradweges.

Die Erfolgsgeschichte der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH gründet auf der Arbeit des ersten Landrates des Landkreises Mayen-Koblenz, Dr. Georg Klinkhammer (1925 - 2020) (3.v.l.), hier bei der Eröffnung des Maifeldradweges.

Bereits kurz nach der Gründung des neuen Landkreises Mayen-Koblenz (Foto aus einer Kreistagssitzung in Mayen) wurde die zu-kunftsweisende Entscheidung getroffen, die WFG ins Leben zu rufen, die in den vergan-genen 50 Jahren zahlreiche Projekte im Land-kreis erfolgreich anstoßen und umsetzen konnte.Fotos: Kreis MYK

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag
Holz Loth-Entsorgung
Alles rund ums Haus
Koblenz blüht 2026
Koblenz blüht
Innovatives rund um Andernach
Dauerauftrag 2026
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
50

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2290

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
134

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag Imageanzeige
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Oster-Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
Schulze Klima -Image
Rund ums Hause Mayen/Mendig
Ostergruß
Osterangebot
Tag der offenen Tür
Rund ums Haus
First Friday Anzeige März
Anzeige KW 14
Osteraktion
Anzeige Lange Samstage
Mitarbeiter IT-Administrator