Allgemeine Berichte | 06.11.2017

Neunter Isenburger Theaterabend mit Laienschauspielgruppe aus Eschelbach

In der Feuerwehr geht’s drunter und drüber

Aufführung brachte das Gemeinschaftshaus mit Lachsalven zum Wackeln - Kegelclub Grün-Weiß als Gastgeber

Noch ist jede Seite optimistisch, den großen Vergleichkampf zu gewinnen. Der Sieger „takes it all“ und bestimmt in Zukunft die Regeln. KER

Isenburg. Die freiwillige Ortsfeuerwehr besteht nach dem Tod ihres Brandmeisters nur noch aus drei Mitgliedern. „Scheißegal“ ist die Meinung der Männer, von denen jeder einzelne enorm stolz ist auf seine Zugehörigkeit zur Wehr. Dass die drei Gesellen nichts auf die Reihe bringen außer Bier trinken und in ihrem gemütlich eingerichteten „Grilläck“ zu grillen, juckt die Wehrmänner nicht im Geringsten und es scheint auch sonst niemanden zu stören. Das sind nicht die Verhältnisse in Isenburg, sondern in einem fiktiven kleinen Ort, den die Theatergruppe Eschelbach in Isenburg auf die Bühne brachte. Eingeladen zum Theaterabend im Gemeinschaftshaus hatte - wieder einmal - der Kegelclub Grün-Weiß Isenburg. Gezeigt wurde das Stück „Der Grillclub mit dem roten Auto“, eine „feurig spritzige Feuerwehrsatire“ von Carsten Lögering.

Der Schlendrian ist an der Tagesordnung in der von den Eschelbachern gespielten Feuerwehr. Erst als sich der Kreisbrandmeister dem Lotterleben annimmt, hat der Spaß ein Ende. Der Vorgesetzte ernennt eine Frau zur Oberbrandmeisterin und setzt sie ihnen den drei lustigen Vögeln vor die Nase. Eine Frau als Chefin, ein Kulturschock für die Männer. Nicht nur, dass „die Neue“ Bier und Grillfleisch scheut wie der Teufel das Weihwasser. Nein, die neue Chefin will den Sauhaufen auch noch gehörig umkrempeln. Weitere Frauen treten der Feuerwehr bei und der „alten Garde“ wird mehr und mehr das Wasser abgegraben. Damit nicht genug: Die Männer müssen ihr Können bei einer internen Feuerwehrolympiade gegen die Frauen unter Beweis stellen. Es geht um viel: Gewinnen die Männer, werden die alten Zustände wieder eingeführt. Gewinnen die Frauen, müssen sich die Männer klaglos ihrem neuen Schicksal ergeben. Die Grundlage für einen erbitterten Kampf der Geschlechter ist gegeben und das ohnehin schon pointenreiche Theaterstück nimmt rasant Fahrt auf. Die Zuschauer verfolgen gebannt das Geschehen auf der Bühne, eine Lachsalve jagt die nächste.

Eine besondere Würze bekommt die Aufführung der Theatergruppe Eschelbach durch die echte, unverfälschte Westerwälder Sprache im schönsten „Wäller Platt“. Selbst im schon ziemlich nahe am Rheintal liegenden Isenburg hat man mit dieser Sprache kein Problem. Vieles klingt ähnlich, wie auch hier „geschwätzt“ wird.

Kegelclub: mehr als nur „alle Neune“

Vielleicht wundert sich der eine oder andere, dass ein Kegelclub einen Theaterabend ausrichtet. Denn sonst kümmern sich die Mitglieder dieses Isenburger Vereins eher um „Gut Holz“ und wollen „Pudel“ vermeiden. Peter Hoffmann ist Vorsitzender des Kegelsportvereins Grün-Weiß Isenburg. Er sagt: „Wir machen den Theaterabend 2017 zum neunten Mal, jährlich, nur mit einer einzigen Unterbrechung, weil die Eschelbacher einmal nicht konnten. Die Theatergruppe Eschelbach ist regelmäßiger Stammgast hier bei uns in Isenburg. In Eschelbach führen sie ihre Stücke zweimal auf und anschließend jeweils einmal bei uns. Der Kontakt ist über unser Kegelclub-Vereinsmitglied Klaus Kurz entstanden. Klaus kegelt bei uns, ist Mitglied im Vorstand und spielt in der Theatergruppe selbst mit.“

Kegeln tun die Isenburger Grün-Weißen auf der Anlage des Kegelclubs in Dierdorf im Schulzentrum. Der Verein hat drei Mannschaften im aktiven Spielbetrieb, durchaus auch erfolgreich. Die erste Mannschaft spielt in der Regionalliga, das ist die zweite Klasse in Rheinland-Pfalz. Darüber gibt es nur noch die Rheinlandliga. In dieser respektablen Mannschaft spielen Michael Hoffmann, Mike Strathen und Klaus Kurz als Stammspieler.

Die Theaterabende des Vereins werden regelmäßig von rund 120 Gästen besucht, so auch dieses Mal im voll besetzten großen Saal des Isenburger Gemeinschaftshauses, das zurzeit aufwendig energetisch saniert wird. Die Bauarbeiten sollen bald abgeschlossen sein, sagt Ortsbürgermeister Detlef Mohr.

Die Veranstaltungen sind damit meistens ausverkauft. Besucher kommen nicht nur aus Isenburg, sondern zur Hälfte auch aus den umliegenden Ortschaften. Ihnen werden zusätzlich zum Theatergenuss auch leckere Speisen gereicht wie Spießbratenbrötchen, Spießbraten mit Bratkartoffeln, mit Mettwurst oder Käse belegte Brötchen, kalte Getränke und auch gut temperierte Weiß- und Rotweine. Der Abend ist zwar kurzweilig, aber nicht kurz. Michael Hoffmann sagt: „Heute wird ein Vierakter aufgeführt, das dauert mindestens bis 23 Uhr.“ Begonnen hat das Schauspiel um 20 Uhr. Nach der Aufführung klingt die Spannung keineswegs ab, denn es werden noch die Preise der Tombola verlost, außer wertvollen Sachpreisen auch ein Bargeldbetrag von 200 Euro. Auch dafür wird noch mal eine Stunde Zeit aufgewendet. Anschließend nutzen viele Besucher ihre Anwesenheit für weitere gemütliche Stunden innerhalb er Gemeinschaft im Saal. Vereinsvorsitzender Hoffmann: „Der harte Kern bleibt dann noch bis vielleicht 2 Uhr, aber das meiste ist dann erledigt.“

Im Kegelsport sind Schauspieler gern gesehen

Die Antwort auf die Frage, warum sich ein Kegelverein mit Laientheater-Aufführungen beschäftigt, kann der Vorsitzende leicht und mit einer ironischen Vorbemerkung beantworten: „Vereine können sich ja in der Regel nicht vor Mitglieder retten (lacht), wir sind mit gerade mal 55 Mitgliedern nicht sehr groß und müssen unsere Nutzung der Kegelbahn in Dierdorf finanzieren. Mit den Mitgliedsbeiträgen alleine ist das natürlich nicht zu schaffen. Deshalb mussten wir uns etwas einfallen lassen. So kamen wir - nicht zuletzt dank der Verbindungen unseres Vereinsmitglieds Klaus Kurz auf die Idee mit dem Theaterabend. Für uns bedeutet das natürlich auch Arbeit, denn den kompletten Bühnenaufbau mit der Dekoration, das machen wir alles selbst.“

Die Arbeit hat sich gelohnt, denn die Schauspieler sind zufrieden mit der Spielbühne und das Publikum ist mehr als zufrieden mit der Aufführung. Die Akteure sind ja auch keine blutigen Anfänger mehr. Zum Ensemble gehören neben Klaus Kurz noch: Holger Bast, Ralf Nebgen, Eva Volkmann, Anne Nebgen, Brigitte Kruse, Andrea Frensch und Nicole Karg. Christiane Bast und Janis Volkmann soufflieren, wenn mal einer das passende Wort oder den passenden Satz vergessen haben sollte. Die Theatergruppe Eschelbach gibt es schon sehr lange. Brigitte Kruse kann sich erinnern, dass sie vor 40 Jahren, damals war sie 16, zum ersten Mal in einem Stück der Gruppe mitgespielt hat. So resolut und temperamentvoll, wie sie im aktuellen Stück den Kreisbrandmeister gespielt hat, wird Brigitte Kruse der Truppe wohl noch lange erhalten bleiben.

Showdown beim Tauziehen: Hier dominiert noch die männliche Seite. Doch das Blatt wendet sich bald.

Showdown beim Tauziehen: Hier dominiert noch die männliche Seite. Doch das Blatt wendet sich bald.

Im voll besetzten großen Saal des Isenburger Gemeinschaftshauses hatten alle Besucher der Vorstellung Spaß mit dem Stück der Eschelbacher Theatergruppe.

Im voll besetzten großen Saal des Isenburger Gemeinschaftshauses hatten alle Besucher der Vorstellung Spaß mit dem Stück der Eschelbacher Theatergruppe.

Noch ist jede Seite optimistisch, den großen Vergleichkampf zu gewinnen. Der Sieger „takes it all“ und bestimmt in Zukunft die Regeln. Fotos: KER

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