Mit der Kappensitzung fiel der Startschuss in die Session für die Oberfeller Narrenschar
In der Mosella - Halle war was los!
Oberfell. Das Motto der Kappensitzung, ausgerichtet von der ARGE Oberfeller Karneval, lautete in diesem Jahr „Apres Ski“, ins Dialekt übersetzt von der „Aushilfe“ Julius Schweisthal hörte es sich an wie „Appress Schi“. Wieder hatte dieser, wie er betonte, aushilfsweise die Aufgabe des Sitzungspräsidenten übernommen. Menschlich und sympathisch gab er sein Bestes bei der Moderation des närrischen Programmes. Beim Einzug des Elferrates fiel dann sogleich auf, dass dieser wieder nur aus zehn Mitgliedern bestand. „Sitzungspräsident dringend gesucht! Bitte bei der KGM melden!“ Dem Aufruf von Julius Schweisthal folgte aus dem Saal leider keiner der Anwesenden. Und noch etwas fiel auf: Die Karnevalsgesellschaft hat kein Problem mit der Frauenquote, denn vier Männer und sechs Frauen versahen ihren „Dienst“ an der närrischen Gesellschaft. Nach der Vorstellung des „Elferrates“ war es dann soweit, mit dem Tanz der Kleinen Garde der Karnevalsgesellschaft Moosrebber Oberfell e.V. (KGM), startete die Kappensitzung. Schnell marschierte sie ein, durchquerte einmal den Saal bis zur Bühne, machte eine Kehrtwende, um dann mit ihrem temperamentvollen Tanz die Bühne zu erobern. Aber auch die Herzen der Gäste, die sich an der Darbietung der Mädchen, die von einem Jungen unterstützt wurden, erfreuen konnten. Sabine Fischer, Bettina Mieth und Christine Sarow waren die Trainieren der Kleinen Garde und erhielten dafür ihren Dank auf der Bühne. Den ersten Vortrag des Abends hielten Viktoria Fischer und Sarah Thelen. Die zwei Teenager amüsierten das Publikum mit einem witzigen Schlagabtausch. Das honorierte Julius Schweisthal mit den Worten: „Die KGM muss keine Angst um die Zukunft haben.“ Das hatte der jugendliche Nachwuchs bewiesen. Mit kölschen Tönen kamen die Mädels des Mosella Tanzvereins aus Kobern-Gondorf nach Oberfell. Die Tanzgarde präsentierte gewohnt schwungvoll ihren Tanz, den sie mit Christiane Meurer-Lindner einstudiert hatten. Für einen kurzen Moment wurde es offiziell in der Mosella Halle. Die KGM gratulierte Klaus Endris, der schon mit 16 Jahren auf der Bühne stand und jetzt auf 55 Jahre Erfahrung mit den Narren blickt, eine stolze Zahl, die nicht unerwähnt bleiben durfte. Einen „figurbetonten“ und mitunter frivolen Vortrag bekam das Publikum von Brigitte Lellmann und Walburga Leyendecker zu hören. Beide bestiegen als Grittche und Settche die Bütt, zogen als Tratschtanten alle Register, berichteten ausführlich über Arztbesuche und sorgten für viel Gelächter. Einen modernen Gardetanz präsentierte die Mittlere Garde der KGM. Trainiert von Nadine Forster, Jana und Sophie Roos, zeigten sie ihr Können und begeisterten die Narrenschar. „Jetzt kommen die Zwei mit nix, mit sehr viel nix, die nix mache“, kündigte Julius Schweisthal Michaele Deisen und Nicole Endris an.
Mit ihrer eigenen humorvollen Logik und viel schauspielerischem Können, ließen sie die Gäste am Oberfeller Dorfgeschehen teilhaben: „Komm mer schwätze üwer annere Leut, die schwätze och üwer uns!“ Mit diesen Worten schlüpften sie authentisch in ihre Rolle, nahmen kein Blatt vor den Mund, bedauerten ausführlich. „Nix los in Oberfell, keine Obermöhn, kein Sitzungspräsident. Da ist der Wurm drin.“ Auch über den zehnköpfigen Elferrat lästerten sie: „Aber Jule (Julius) ist so viel wie zwei!“ Vom FC Nörtershausen-Udenhausen kommend und von Sophie Weber und Nicole Krämer trainiert, begeisterte die Showtanzgruppe „Bodentrampler“ mit ihrem Gardetanz. Und noch einmal präsentierte sich der Mosella Tanzverein mit „Kölsche Liebe“, bevor eine Schunkelrunde das Programm unterbrach. Nach der Pause durften die Närrinnen und Narren an einem Märchen für Erwachsene teilhaben. Moderiert von Jürgen Sabel gab Walburga Leyendecker beim Vortrag „Schneewittchen“ die imposante königliche Stiefmutter. Ganz dem Zeitalter der Digitalisierung angepasst und vor gelungener Kulisse gespielt, kam das Publikum aus dem Lachen nicht mehr heraus. Die KG „Immer fröhlich“ aus Löf hatte ihre Tanzgruppe „Black & White“ geschickt. Anmutig präsentierten sie „Melodien der Meerjungfrauen“, einstudiert von Charlotte Weber. Es folgte der Gardetanz der Großen Garde der KGM, dessen Trainerinnen Katharina Honsdorf und Antonia Jahn mit Blumen bedankt wurden. Kurz vor dem Finale fachte die „Gurkentruppe“ der KGM als Stewardessen die Stimmung noch einmal an, die jetzt ihren Höhepunkt erreichte. Emotionen erzeugten am Ende sprühende Wunderkerzen in den Händen aller Aktiven, die sich auf der Bühne versammelten. Wieder war es den verantwortlichen Organisatoren - die sich aus der KGM Oberfell, dem SSV Oberfell und der Kameradschaft der Freiwilligen Feuerwehr zusammensetzen – gelungen, der Oberfeller Narrenschar kurzweilige Stunden zu bereiten. Dem Aufruf der ARGE Oberfeller Karneval „Bitte kommt zahlreich und gut gelaunt zu unseren Veranstaltungen, damit die schon lange andauernde Tradition der Oberfeller Faasenacht erhalten bleibt“, waren bei der Kappensitzung viele gefolgt. Das lässt die Hoffnung zu, dass die Tradition noch nicht zum Sterben verurteilt ist, auch dank der vielen ehrenamtlichen Unterstützer. Die Kappensitzung war der Start in die Session, weiter geht es am Schwerdonnerstag um 15.11 Uhr in der Bürgerstube mit einer Trockensitzung. Dabei muss jeder selbst für sein leibliches Wohl sorgen, Livemusik steht für die Unterhaltung bereit. Na dann, ein dreifaches Oberfell Helau!
EP
Auch in diesem Jahr war der Elferrat eigentlich ein Zehnerrat, aber mit überwältigender Frauenquote.
Einen Gardetanz mit viel Akrobatik zeigte die Mittlere Garde der KGM.
Mit ihren Gardetänzen und kölschen Tönen begeisterte der Mosella Tanzverein die Narrenschar.
Grittche und Settche zogen als Tratschtanten alle Register und sorgten für viel Gelächter.
