In Ellenz-Poltersdorf schwimmt man gegen den Bundestrend
In vier Kursen wurden neue Seepferdchen ausgebildet
Ellenz-Poltersdorf.„Wird Deutschland zu einem Land der Nichtschwimmer?“, titelten viele Zeitungen zu Beginn des Sommers 2021. Schon vor der Corona-Krise konnten viele Kinder nicht sicher schwimmen - der Lockdown verschärfte die Lage. Von einer „Generation Nichtschwimmer“ war die Rede. Schon 2018 bestätigte eine Forsa-Umfrage in Zusammenarbeit mit der DLRG den anhaltenden Bundestrend: Immer weniger Grundschüler können richtig schwimmen. Die Anzahl der bundesweit abgelegten Seepferdchen- und Bronzeabzeichen sinkt.
Die Ursachen für die geringe Anzahl an „Seepferdchen“ unter den Grundschülern seien allerdings auch strukturell bedingt, beschreibt das Forschungsergebnis. Vielerorts werden immer mehr Hallen- und Freibäder geschlossen oder sind von der Schließung bedroht, beklagt die DLRG. Eine Tatsache, die in der Verbandsgemeinde Cochem erfreulicherweise nicht gegeben ist. Mit drei Freibädern in der Region (Ellenz-Poltersdorf, Cochem, Treis-Karden), bietet diese genügend beaufsichtige Wasserflächen, um den Jüngsten das richtige Schwimmenlernen zu ermöglichen.
Nach einem Jahr „Coronapause“ hatten die Verantwortlichen alle Hebel in Bewegung gesetzt, um in diesem Jahr Schwimmkurse für Kinder anbieten zu können. Trotz teils ungünstiger Witterungsbedingungen konnten Badleiter Hermann Weber und Mitarbeiterin Silvia Johann in vier Kursen auf das Seepferdchenabzeichen hinarbeiten. Und so sprangen in Ellenz-Poltersdorf zu Ferienbeginn die ersten kleinen Anwärter auf das Seepferdchen in das wohltemperierte Nichtschwimmerbecken und trainierten den richtigen Beinschlag.
„Mir ist es wichtig, dass die Kinder mit Freude an das Schwimmen herangeführt werden. Sie sollen in unserem Familienbad Spaß haben an der Bewegung und sich sicher fühlen“, betont Weber, „Um das Seepferdchenabzeichen mit Abschluss des Kurses zu verdienen, ist es erforderlich, vom Beckenrand ins Wasser springen zu können, 25 Meter, also eine Bahn, zu schwimmen und einen Gegenstand mit den Händen aus schultertiefem Wasser zu holen. Daran arbeiten wir ganz spielerisch“.
Es war ein reges Treiben im Becken mit vielen bunten Schwimmnudeln und Schwimmbrettern. Stolz konnten Eltern und Großeltern die schnellen Fortschritte ihrer Kleinen verfolgen.
Regionale Kinder- und Jugendschwimmförderung
Um hier einen Anreiz zu schaffen, stellte der Heimatverein Ellenz die stattliche Summe von 1.000 Euro zur Kinder- und Jugendschwimmförderung 2021 zur Verfügung. Mit diesem Geld wird unter anderem den Erst- und Zweitklässlern der Grundschule Ellenz-Poltersdorf die kostenfreie Teilnahme am Schwimmkurs in den Sommerferien ermöglicht. Ein toller Bonus für die I-Dötzchen, der bereits in den letzten Jahren dafür sorgte, dass alle Erstklässler zu Schulbeginn den Weg aus dem Nichtschwimmerbecken ins Schwimmerbecken geschafft hatten.
Beste Voraussetzungen für Seepferdchen
Für Schwimmmeister Hermann Weber ist das Seepferdchen jedoch nur ein Anfang. „Wir sind hier in der glücklichen Lage auch neben dem regulären Badebetrieb in den Abendstunden oder bei geringeren Besucherzahlen den trainierten Kindern das Bronze- oder Silberabzeichen abzunehmen und das unter Einhaltung der pandemiebedingten Hygieneauflagen“, schwärmt er. „Das Seepferdchen ist eine wichtige Grundlage. Im Laufe der Saison trainieren die Kinder selbständig im Freibad und ganz schnell sind sie danach auch in der Lage innerhalb von 15 Minuten mindestens 200 Meter zu schwimmen. Dies ist eine der Voraussetzungen für das Bronze-Abzeichen“.
Die Kurse drei und vier.
