Allgemeine Berichte | 23.07.2016

Senioren Union Brohltal besucht die Voreifel

Industriedenkmal, Fachwerk und römische Wasserleitung

Freunde der Senioren Union Brohltal an der römischen Wasserleitung. privat

Brohltal. Die Mitglieder und Freunde der Senioren Union Brohltal unternahmen eine Busfahrt nach Kuchenheim bei Euskirchen zum Industriemuseum Tuchfabrik Müller aus der Zeit um 1900. Aus dieser Zeit stammen die Dampfmaschine und viele andere Maschinen. Der Maschinenpark wurde in den späteren Jahrzehnten kaum erneuert, ist heute noch zu sehen und teilweise in Betrieb. Wegen fehlender Aufträge schloss die Fabrik um 1961. Ende der Achtzigerjahre wurde die Produktionsanlage aus dem Dornröschenschlaf geweckt und als Industrie-Museum aufbereitet. Alles blieb so, wie die Fabrik 1961 verlassen wurde. Dies ist das Einzigartige des Museums. Alte Zettel, Färberrezepte, Kalender 1961 und weitere Stillleben sind dem Betrachter sichtbar. Feine Wolle aus Übersee wurde in der Wolferei auseinandergerissen und gemischt. Danach erfolgte das Färben in einer 60 bis 80 Grad heißen Färbeflüssigkeit. Die Wolle wurde nach dem Trocknen in der Krempelei in ein feines Vorgarn umgewandelt. Nach diesem Vorgang wurde das Vorgarn in der Spinnerei auf Garnspulen aufgedreht. So erhielt das Garn die nötige Festigkeit. In der Weberei erfolgte dann die Herstellung der Tuche in den Webstühlen.

Die Maschinen der Wolferei, Krempelei, Spinnerei und Weberei wurden für die Besuchern eindrucksvoll mit Höllenlärm in Betrieb gesetzt. Man muss sich dabei vorstellen, dass die Arbeiter eine Lautstärke bis zu 100 Dezibel aushalten mussten, und das acht bis neun Stunden lang am Tag. Sämtliche Maschinen wurden über eine Dampfmaschine und Transmissionen, quer durch alle Abteilungen, angetrieben.

Den Dampf erzeugte ein riesiger Dampfkessel, der ständig auf entsprechendem Druck gehalten werden musste. Den Strombedarf für die Beleuchtung erzeugte ein Generator. Insgesamt eine außergewöhnliche, einzigartige und erhaltungswürdige Demonstration der industriellen Zeit vor über 100 Jahren. Sie zeigt heute, wie sehr die Arbeiter damals belastet wurden, um ihre Familien ernähren zu können.

Nach der Mittagspause hatten die Ausflügler Gelegenheit, die Geschichte Rheinbachs bei einer Führung kennenzulernen. Bei einem Rundgang im älteren, mit Fachwerkhäusern bebauten Bereich, sind noch Reste der ehemaligen Stadtmauer zu sehen. In dieser befindet sich der sogenannte Hexenturm mit dem Verlies, ein Relikt aus schauriger Zeit. Auch der Aufbau der römischen Wasserleitung, die an Rheinbachvorbei nach Köln ging, wurde gezeigt. Auf der Heimfahrt bedankte sich der Vorsitzende für die rege Teilnahme und lud alle zum Familien-Nachmittag am 18. August auf dem Marienköpfchen ein.

Pressemitteilung der

Senioren Union Brohltal

Freunde der Senioren Union Brohltal an der römischen Wasserleitung. Foto: privat

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