Allgemeine Berichte | 08.09.2021

Zwischenbilanz über Caritas-Familienbüros im Raum Mayen/Andernach und Hunsrück

Informieren, motivieren und beraten

Stehen hinter dem Projekt der Caritas-Famiienbüros - die Beraterinnen Margot Kürsten und Margret Marxen-Ney sowie Caritas-Geschäftsführer Mayen/Andernach Werner Steffens und Dr. Martina Messan vom Diözesan-Caritasverband Trier (v. links). Foto: Bistum Trier/Julia Fröder

Andernach/Mayen. „Wir informieren, motivieren und beraten“, fasst Projektleiterin Dr. Martina Messan zusammen. Die Stabsreferentin für Sozialpolitik im Diözesan-Caritasverband Trier begleitet das vor einem Jahr gestartete Projekt der Caritas-Familienbüros, die in den Räumen Mayen/Andernach und Hunsrück sowie im Saarland unterwegs sind. Der zunächst auf zwei Jahre angelegten Initiative geht eine Untersuchung voraus, die zeigt, dass nur 35 Prozent der berechtigen Leistungen wie Kinderzuschlag oder Wohngeld von betroffenen Familien in Anspruch genommen werden. Die mobilen Familienbüros sind seit September 2020 unterwegs und konnten trotz der Corona-Pandemie unter Auflagen weitergeführt werden.

„Viele Familien in prekären materiellen Verhältnissen sind von den Anforderungen des Alltags schon erschöpft und erleben das Antragsverfahren als so kompliziert, dass sie irgendwann aufgeben“, berichtet Messan. Andere Familien, die in verdeckter Armut leben, schämten sich, die Anträge überhaupt zu stellen oder gehen davon aus, dass sie nicht leistungsberechtigt sind, da sie in Vollzeit arbeiten – das ergab die wissenschaftliche Befragung und Auswertung zur Halbzeitbilanz. Als ein Beispiel nannte die Beraterin im Familienbüro in der Pellenz und Andernach, Margret Marxen-Ney, exemplarisch eine Familie mit einem acht Monate alten Kind: „Sie zahlen 800 Euro Miete und müssen momentan von einem Nettogehalt von 2000 Euro leben. Das Elterngeld läuft bald aus. Beide Elternteile sind gut ausgebildet. Sie wussten aber trotzdem nicht, dass ihnen zum Beispiel Wohngeld zusteht.“ Die Beraterin unterstützte die Familie daraufhin beim Ausfüllen der Anträge, was auch für Muttersprachler nicht immer einfach und selbsterklärend sei.

Sehr oft suchten im ersten Jahr auch Migrantenfamilien die Familienbüros auf, da sie sprachlich nicht mit den Anforderungen zurechtkommen, lauten die Rückmeldungen aus der Befragung von Beraterinnen. Die Bilanz der ersten wissenschaftlichen Auswertung lautet, die Familienbüros als eigene Beratungseinrichtung zu verstetigen und eine dauerhafte Finanzierung zu sichern. Im ersten Jahr fanden im Raum Mayen/Andernach/Pellenz fast 200 Beratungsgespräche statt; im Rhein-Hunsrück-Kreis, wo der Schwerpunkt momentan auf der Multiplikatorenarbeit liegt, mehr als 50. Die Verantwortlichen besuchten beispielsweise Eltern-Cafés, Caritas-Geschäfts-/ und Außenstellen; der Kontakt zu Kitas, Schulen oder auch Behörden soll nach den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie intensiviert werden.

Familienbüro im Gebiet Rhein-Hunsrück

Das Familienbüro im Raum Hunsrück erreicht auf unterschiedlichen Wegen Leistungsberechtigte. „Unter anderem informieren wir die Kunden unserer Second-Hand-Läden über das Angebot, da diese jedem offen stehen“, erklären die beiden Verantwortlichen Nora Hoffmann und Ilona Besha. „Wir möchten aber auch beispielsweise Sport- oder Musikvereine für den Gedankenaustausch und die Zusammenarbeit gewinnen – aus ihrer jeweiligen Perspektive können sie viel dazu beitragen, das Thema an die betreffenden Eltern heranzutragen“, so die beiden Beraterinnen weiter. „Denn klar ist, dass es in keiner Weise um das Verteilen von ‚Almosen‘ geht, sondern um den Zugang zu begründeten staatlichen Leistungen. Dieses Selbstbewusstsein möchten wir den Familien vermitteln.“

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird mit 200.000 Euro von der „Stiftung Menschen in Not – Caritas-Stiftung im Bistum Trier“ gefördert.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Auf diesem Weg werden unter anderem Empfehlungen an Politik und Fachpraxis für eine verbesserte Inanspruchnahme familienpolitischer Leistungen erarbeitet.

Eine nächste digitale Informationsveranstaltung über das Thema „KIZ, Wohngeld & Co – Was Ihnen zusteht“ findet am Freitag, 10. September, ab 14 Uhr bei YouTube www.1tp.de/familienbueros statt. Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung der Caritas-Familienbüros und den Katholischen Erwachsenenbildungsstätten Koblenz und Rhein-Hunsrück-Nahe in Kooperation mit der Familienkasse Rheinland-Pfalz/Saarland.

Ansprechpartnerin für das Familienbüro in Pellenz ist Margret Marxen-Ney, Tel.: 02632-250235; für den Großraum Mayen und Umgebung ist Margot Kürsten verantwortlich, Tel.: 0170 6340563. Ansprechpartnerinnen für das Familienbüro im Rhein-Hunsrück-Kreis sind Lucia Stahl, Tel.: 06747-937721 und Ilona Besha, Tel.: 06761-919690.

Weitere Informationen gibt es auf www.caritas-trier.de/modellprojekt-familienbueros/modellprojekt-familienbueros .

Pressemitteilung

Bischöfliche Pressestelle Trier

Stehen hinter dem Projekt der Caritas-Famiienbüros - die Beraterinnen Margot Kürsten und Margret Marxen-Ney sowie Caritas-Geschäftsführer Mayen/Andernach Werner Steffens und Dr. Martina Messan vom Diözesan-Caritasverband Trier (v. links). Foto: Bistum Trier/Julia Fröder

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