Allgemeine Berichte | 26.11.2013

Jahrestagung des Evangelischen Schulreferats zu „Inklusion einmal anders“

"Inklusion ist eine Haltung"

Region. „Jeder muss lernen können, was er lernen kann.“ Auf diese kurze, wie umfassende Formel brachte Anita Müller-Friese die Idee der Inklusion. Die Autorin und Studienleiterin aus Karlsruhe referierte beim Tag des Religionsunterrichts gemeinsam mit dem Bonner Theologen Rainer Schmidt. „Inklusion ist eine Haltung“, verdeutlichte der Pfarrer, der selbst ohne Arme auf die Welt kam, gut 80 Religionslehrerinnen und -lehrern im Bonner Haus der Kirche. Dabei begeben sich Lehrende wie Lernende auf einen Prozess der Verständigung. Jeder sei einmal auf Hilfe angewiesen, so Müller-Friese. Gleichzeitig stelle Inklusion Leistungsvergleiche grundsätzlich in Frage. Leider habe das Schulsystem noch nicht die Vielfalt, sondern die Vergleichbarkeit als Standard, kritisierte Schmidt. Ganz praktisch müssten Kinder an Inhalten, Methodik und Geschwindigkeit des Unterrichts beteiligt werden. Die Vorstellung, Inklusion käme zum bisherigen Unterricht einfach noch dazu, sei falsch, so Müller-Friese. „Ich muss das, was ich tue, anders machen.“ Dies sei ein Prozess, der alle verändere. Die passenden Rahmenbedingungen müssten von der Politik eingefordert werden, so Schmidt. Inklusion erklären und verstehen mit und von Menschen mit Behinderung - das war das erklärte Ziel des Evangelischen Schulreferats in Bonn bei seiner Jahrestagung am Mittwoch, 20. November.

Jongliert und getrommelt

Das Motto: „Inklusion einmal anders“. Auf der Bühne zeigte der Zirkus „Halli-Galli“ von der LVR-Christophorus-Schule sein Können im Bereich Jonglage und Akrobatik. In der Bonner Förderschule werden Kinder im Bereich körperliche und motorische Entwicklung besonders unterstützt. Die vielköpfige Trommelgruppe der Heinrich-Hanselmann-Schule Sankt Augustin trommelte. Zahlreiche mit dem Thema Inklusion befasste Verbände und Vereine präsentieren Infostände. Am Nachmittag konnten die Lehrerinnen und Lehrer zwischen acht jahrgangsspezifischen Workshops wählen. Hier ging es um Theaterspiel, Körpersprache und Mimik oder den Inklusionskoffer, mit dem jeder selbst erfahren kann, wie es sich anfühlt, eine Beeinträchtigung zu haben. „Diese hilfreiche Unterstützung für die Praxis wurde sehr gut angenommen“, so Schulreferatsleiter Friedrich Talmon. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass Inklusion in vielen Schulen vor Ort durchaus kritisch gesehen wird. „Personell, sächlich und finanziell müssen die Schulen besser ausgestattet werden“, fasst Talmon die Vorbehalte vieler, vor allem in der Sekundarstufe II, tätiger Lehrkräfte zusammen. Die neuen Kernlehrpläne und die Leistungsverdichtung etwa durch Schulzeitverkürzung liefen dem Inklusionsgedanken entgegen. „Und das, obwohl doch alle mitgenommen werden sollen“.

Anlaufstelle Schulreferat

Das Evangelische Schulreferat in Bonn unter der Regie von Friedrich Talmon und Beate Sträter ist Anlaufstelle für alle evangelischen Religionslehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen in den Kirchenkreisen an Sieg und Rhein, Bad Godesberg-Voreifel und Bonn. Es ist unter anderem zuständig für die Fort- und Weiterbildung von Religionslehrerinnen und Religionslehrern in den drei Kirchenkreisen. Ferner berät das Team Eltern, Schulen und kirchliche Einrichtungen zu allen Fragen des Religionsunterrichts. Es hält Kontakt zu Schulaufsichtsbehörden und Schulleitungen der 330 allgemeinbildenden Schulen in der Stadt Bonn, dem östlichen Bereich des Kreises Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis. Mediothek und Supervisionsangebote für Lehrkräfte runden das Angebot ab.

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