Allgemeine Berichte | 19.08.2017

Katharina Nierfeld bastelt Kunstwerke aus alten Büchern

Innovative Kunst aus dem Bücherschrank

Daniel Robbel, Hermann Krupp und Katharine Nierfeld bei der Übergabe des Buches.

Sinzig. Katharina Nierfeld aus Berg-Krälingen hat ein extravagantes Hobby: Sie faltet Bücher. Was sich wie ein Kraftakt anhört, stellt sich jedoch schnell als filigrane Kunst heraus. Nierfeld knickt und schneidet die einzelnen Seiten so ein, dass die buchrückenabgewandte Seite neue Motive wie Logos oder Schriftzüge zeigen. Von dieser Form innovativer Kunst konnte sich auch BLICK aktuell-Chef Hermann Krupp und Daniel Robbel (stellvertretender Redaktionsleiter), kürzlich überzeugen. Nierfeld hat kurzerhand das Logo der Heimatzeitung in ebendieser Falt- und Schnittkunst verewigt und kam nun nach Sinzig um dem Geschäftsführer des Krupp Verlages das Kunstwerk zu überreichen. Und der zeigte sich sichtlich begeistert von dem filigranen Machwerk und ein repräsentativer Platz wurde auch schnell gefunden. „Ich lese die Zeitung einfach gerne,“ begründet Nierfeld ihre Motivation, das Logo in dieser Form zu verewigen.

Der Aufwand bis zum fertig gestalteten Buch hat es jedoch in sich. „Zehn bis zwanzig Arbeitsstunden stecken in jedem Buch“, weiß Nierfeld, die zufällig im Internet über das Kunstformat gestolpert ist und sofort angesteckt war. Prinzipiell sind den Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt. So wäre neben Logos oder Schriftzügen auch Personenporträts denkbar. Dafür müsse jedoch die Vorlage stimmen, so Nierfeld, die sich bei ihren Büchern von Seite zu Seite arbeitet um den Druckerzeugnissen ein neues Antlitz zu verschaffen.

Ihr „Rohmaterial“ bezieht Nierfeld übrigens aus öffentlichen Bücherschränken. Ein „schlechtes Geschäft“ ist das für diese Quelle nicht. Nierfeld ist eine „Leseratte“ und hat einen enormen Fundus an ausgelesenen literarischen Werken und stellt immer Taschenbücher in die frei verfügbaren Schränke zurück. Denn für ein ansprechendes Kunstwerk á la Nierfeld benötigt es ein Hardcover, sprich, ein Buch mit gestärktem Rücken. Das herkömmliche Taschenbuch sei somit nicht verwendbar.

Aber es kommt nicht nur auf das Format, sondern auch auf den Inhalt der Bücher an. So habe Nierfeld vor kurzem ein Kunstwerk für ein Hochzeitspaar geschaffen. Und hier sei „ein trauriges Drama nicht unbedingt angebracht“, erklärt die Künstlerin. Von dem ursprünglichen Werk ist aber nach außen nur wenig sichtbar. Der Einband wird von Nierfeld veredelt und der Buchtitel mit Aluminium unkenntlich gemacht.

Weitere Informationen zu der Kunst von Katharina Nierfeld gibt es im Internet: www.bücherdesign.de

Daniel Robbel, Hermann Krupp und Katharine Nierfeld bei der Übergabe des Buches.

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