Allgemeine Berichte | 26.02.2021, 15:43 Uhr

Das ehemalige Flüchtlingscamp in Neuwied/Block wurde zum 31. Dezember 2020 vollständig geschlossen

Integrationslotsen begleiten Flüchtlinge

Koordinatorin Sanja Heune und die Lotsen.Foto: privat

Neuwied. Um einen reibungslosen Ablauf der Umzüge zu gewährleisten, wurde das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Wied von der Stadtverwaltung Neuwied beauftragt, die Flüchtlinge, die zuvor im Camp Neuwied/Block lebten, in die Wohnungen zu begleiten, um Ihnen den Start in die erste eigene Wohnung zu erleichtern. Hierfür beschäftigt das Diakonische Werk fünf engagierte Integrationslotsen, die die Campbewohner bei ihrer Eingliederung in das alltägliche Leben unterstützen sollen.

So haben die Integrationslotsen selbst unterschiedliche kulturelle Hintergründe, was dazu beiträgt, dass sich die Campbewohner sehr gut mit ihnen identifizieren können. Neben der deutschen Sprache beherrscht jeder Lotse noch mindestens eine weitere Fremdsprache. Wichtig ist, dass die Lotsen aufgrund ihrer eigenen individuellen Geschichte wissen, wie essentiell Integrationsleistungen für ein erfolgreiches Leben in Deutschland sind. Dadurch erfüllen sie eine gewisse Vorbildfunktion. Ziel des Projekts ist, die Campbewohner zu befähigen, ihr Leben eigenständig und autark zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise das selbstständige Ausfüllen von Anträgen oder die Vereinbarung von Terminen. Der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft heißt „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Lotsen sollen als reflexive Wegbegleiter fungieren und im Bedarfsfall an die Sozialberatung des Diakonischen Werkes vermitteln. Um die Bewohner optimal unterstützen zu können, haben die Integrationslotsen zu Beginn des Projekts Workshops absolviert, in denen unter anderem Themen wie „Rechte und Pflichten des Mieters“, „Energiekosten sparen“ und die „Grundlagen der Kommunikation“ behandelt wurden. Des Weiteren wurden die Lotsen in Kooperation mit der Friedensorganisation „Eirene“ zu Konfliktmittlern ausgebildet, um eventuell auftretende Konflikte zwischen den Bewohnern oder mit den Nachbarn professionell bewältigen zu können.

Zum Aufgabenfeld der Lotsen gehört nun unter anderem die Einweisung der Bewohner in die Hausordnung, Informationsvermittlung bezüglich Mülltrennung, Energiekosten und Hygiene im Haus, Dolmetschertätigkeiten und die Begleitung zu Behörden. Menschen die neu nach Neuwied gekommen sind, erhalten eine Stadtführung in der der Lotse die wichtigsten Orte vorstellt, wie zum Beispiel die Ausländerbehörde, das Amt für Jugend und Soziales, das Sozialkaufhaus und die Stadtverwaltung.

Exemplarische Anliegen der Bewohner in der Sozialberatung sind unter anderem die Korrespondenz mit Anwälten im laufenden Asylverfahren, Kontaktaufnahme zur Ausländerbehörde oder Fragen zum Leistungsbezug.

Im Januar 2021 wurde das Projekt auf ca. 30 weitere Wohnungen erweitert. Nun ist das Diakonische Werk neben den ehemaligen Campbewohnern auch für die Familien zuständig, die zuvor vom Amt für Jugend und Soziales betreut wurden. Das Projekt umfasst jetzt ca. 52 Wohnungen.

Das Projekt verläuft sehr erfolgreich. So gab es kaum Probleme beim Umzug selbst oder schwerwiegenden Konflikte. Die Bewohner vertrauen den Lotsen sowohl bürokratische Probleme, als auch persönliche Sorgen und Ängste an und sind dankbar für die Unterstützung. Der Fokus des Projekts wird auch zukünftig darauf liegen, den langen Weg der Integration für die Flüchtlinge zu erleichtern.

Pressemitteilung des

Diakonischen Werkes im

Evangelischen Kirchenkreis Wied

Koordinatorin Sanja Heune und die Lotsen.Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Dauerauftrag 2026
Messezeitung "Rheinbacher Ausbildungsmesse"
Titel plus Innenteil
Pellenzer Ausbildungsmesse ,Ausbildung kaufmännisch
Kirmes Ettringen 2026
Empfohlene Artikel
Im Rahmen der Veranstaltungsreiche „Medizin verstehen“ informiert Dr. Thomas Lepping (Chefarzt Akutgeriatrie und Frührehabilitation, li.) über typische Anzeichen, mögliche Auslöser sowie Vorbeugung und Behandlung von Delir-Zuständen.  Foto: Joachim Gies | Marienhaus
45

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Operation ist gut verlaufen, doch plötzlich ist die 90-jährige Patientin nicht mehr wiederzuerkennen: Sie ist unruhig, verweigert Medikamente und fragt nach ihrem bereits verstorbenen Ehemann. „Hinter der plötzlich auftretenden Verwirrtheit kann ein akutes Delir stecken“, erklärt Dr. Thomas Lepping, Chefarzt der Akutgeriatrie und Frührehabilitation am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Weiterlesen

Das Band wird durchschnitten – die Wiederaufbaumaßnahmen in der Niederhut sind abgeschlossen.
62

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Stadt, denn man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Niederhutstraße eine Hauptschlagader von Ahrweiler ist. Ein wichtiges Zeichen für den Fortschritt unseres Wiederaufbaus, denn diese Straße ist weit mehr, als Asphalt, Pflaster und neue Leitungen. Sie ist ein Teil der Innenstadt Ahrweilers, ein Ort der Begegnung und des täglichen Lebens.

Weiterlesen

Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand der Neuwieder Gruppe von Amnesty International.
29

Neuwied. Gegen das Verschwindenlassen von Menschen, insbesondere in El Salvador und Nicaragua, richtete sich ein Infostand, den die Neuwieder Gruppe von Amnesty International aufgebaut hatte. Die AI Aktivisten prangerten vor allen Dingen diese Menschenrechtsverletzung in Diktaturen an, und sendete eine Petition an die Regierungsstelle von El Salvator, zu deren Unterschrift aufgerufen wurde und viele Passanten diese Form des Protestes mit ihrer Unterschrift unterstützten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: Pixabay.com
2026

Für rund zweieinhalb Stunden blieb es dunkel:

05.09.: Langer Stromausfall in Remagen und Sinzig

Sinzig/Remagen. Am Samstagabend kam es um 20.07 Uhr zu einem Kurzschluss im Bereich der Umspannanlage Sinzig. In der Folge fiel im Bereich von 31 Netzstationen der Strom aus. Betroffen waren Haushalte in Sinzig und Remagen.

Weiterlesen

Symbolbild.
1480

Nach dem Crash flüchtete der Verursacher zunächst zu Fuß von der Unfallstelle

07.09.: Kreis AW: Britischer Autofahrer missachtet Rechtsverkehr: Verletzte und Totalschaden nach Frontalkollision

Quiddelbach. Der Fahrer eines britischen Pkw befuhr am Freitagabend gegen 19:40 Uhr die B 257 von Quiddelbach kommend in Fahrtrichtung Müllenbach. Dabei nutzte er über einen längeren Zeitraum den linken Fahrstreifen. Ausgangs einer Linkskurve oberhalb von Quiddelbach kollidierte der schwarze Pkw frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug.

Weiterlesen

Nach der Flut bewiesen Gisela Dieringer und Brigitte Gafinen Durchhaltevermögen.
947

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Nach mehr als 150 Jahren endet eine außergewöhnliche Familien- und Unternehmensgeschichte: Das traditionsreiche Schuhhaus Rollmann in Bad Neuenahr schließt seine Türen. Damit verliert die Innenstadt ein Geschäft, das für Generationen von Kundinnen und Kunden weit mehr war als nur ein Ort zum Schuheinkaufen, sondern einen Platz für Begegnungen und Gespräche. Nun haben sich die...

Weiterlesen