Allgemeine Berichte | 26.02.2021

Das ehemalige Flüchtlingscamp in Neuwied/Block wurde zum 31. Dezember 2020 vollständig geschlossen

Integrationslotsen begleiten Flüchtlinge

Koordinatorin Sanja Heune und die Lotsen.Foto: privat

Neuwied. Um einen reibungslosen Ablauf der Umzüge zu gewährleisten, wurde das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Wied von der Stadtverwaltung Neuwied beauftragt, die Flüchtlinge, die zuvor im Camp Neuwied/Block lebten, in die Wohnungen zu begleiten, um Ihnen den Start in die erste eigene Wohnung zu erleichtern. Hierfür beschäftigt das Diakonische Werk fünf engagierte Integrationslotsen, die die Campbewohner bei ihrer Eingliederung in das alltägliche Leben unterstützen sollen.

So haben die Integrationslotsen selbst unterschiedliche kulturelle Hintergründe, was dazu beiträgt, dass sich die Campbewohner sehr gut mit ihnen identifizieren können. Neben der deutschen Sprache beherrscht jeder Lotse noch mindestens eine weitere Fremdsprache. Wichtig ist, dass die Lotsen aufgrund ihrer eigenen individuellen Geschichte wissen, wie essentiell Integrationsleistungen für ein erfolgreiches Leben in Deutschland sind. Dadurch erfüllen sie eine gewisse Vorbildfunktion. Ziel des Projekts ist, die Campbewohner zu befähigen, ihr Leben eigenständig und autark zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise das selbstständige Ausfüllen von Anträgen oder die Vereinbarung von Terminen. Der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft heißt „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Die Lotsen sollen als reflexive Wegbegleiter fungieren und im Bedarfsfall an die Sozialberatung des Diakonischen Werkes vermitteln. Um die Bewohner optimal unterstützen zu können, haben die Integrationslotsen zu Beginn des Projekts Workshops absolviert, in denen unter anderem Themen wie „Rechte und Pflichten des Mieters“, „Energiekosten sparen“ und die „Grundlagen der Kommunikation“ behandelt wurden. Des Weiteren wurden die Lotsen in Kooperation mit der Friedensorganisation „Eirene“ zu Konfliktmittlern ausgebildet, um eventuell auftretende Konflikte zwischen den Bewohnern oder mit den Nachbarn professionell bewältigen zu können.

Zum Aufgabenfeld der Lotsen gehört nun unter anderem die Einweisung der Bewohner in die Hausordnung, Informationsvermittlung bezüglich Mülltrennung, Energiekosten und Hygiene im Haus, Dolmetschertätigkeiten und die Begleitung zu Behörden. Menschen die neu nach Neuwied gekommen sind, erhalten eine Stadtführung in der der Lotse die wichtigsten Orte vorstellt, wie zum Beispiel die Ausländerbehörde, das Amt für Jugend und Soziales, das Sozialkaufhaus und die Stadtverwaltung.

Exemplarische Anliegen der Bewohner in der Sozialberatung sind unter anderem die Korrespondenz mit Anwälten im laufenden Asylverfahren, Kontaktaufnahme zur Ausländerbehörde oder Fragen zum Leistungsbezug.

Im Januar 2021 wurde das Projekt auf ca. 30 weitere Wohnungen erweitert. Nun ist das Diakonische Werk neben den ehemaligen Campbewohnern auch für die Familien zuständig, die zuvor vom Amt für Jugend und Soziales betreut wurden. Das Projekt umfasst jetzt ca. 52 Wohnungen.

Das Projekt verläuft sehr erfolgreich. So gab es kaum Probleme beim Umzug selbst oder schwerwiegenden Konflikte. Die Bewohner vertrauen den Lotsen sowohl bürokratische Probleme, als auch persönliche Sorgen und Ängste an und sind dankbar für die Unterstützung. Der Fokus des Projekts wird auch zukünftig darauf liegen, den langen Weg der Integration für die Flüchtlinge zu erleichtern.

Pressemitteilung des

Diakonischen Werkes im

Evangelischen Kirchenkreis Wied

Koordinatorin Sanja Heune und die Lotsen.Foto: privat

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