Frühjahrstagung des Kreisfeuerwehrverbands Mayen-Koblenz e.V. in Bell
Interessanter Fachvortrag zum Thema Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung
Bell. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Mayen-Koblenz e.V., Jens Nikolai begrüßte zahlreiche Wehrleute sowie politische Vertreter aus der Bundes-, Landes-, Kreis und der VG Mendig zur diesjährigen Frühjahrstagung in der Beller Gemeindehalle. Sein ganz besonderer Gruß galt dem aus Stuttgart angereisten Referenten Andreas Rauch von dem gemeinnützigen Verein „@-fire“, der die Tagung mit einem Fachvortrag zum Thema „Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung“ bereicherte. Hauptberuflich arbeitet Andreas Rauch bei der Berufsfeuerwehr Stuttgart. Dem gemeinnützigen Verein „@-fire“ gehören Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an.
Wegen der extremen Trockenheit im vergangenen Jahr und den damit verbundenen Flächenbränden war der Vortrag von Andreas Rauch besonders aktuell. Während er zunächst den Unterschied zwischen einem „normalen“ Einsatz bei einem Gebäudebrand und einem Wald- oder Vegetationsbrand noch einmal deutlich machte, wobei er bei Letzterem insbesondere auf eine leichtere Schutzausrüstung und entsprechend Pausen für die Wehrleute hinwies. Auch in Sachen Taktik bei den Löscharbeiten machte Rauch noch einmal deutlich, wie sich ein Feuer bei einem Flächenbrand in den meisten Fällen verhält.
Grußworte an alle Anwesende
Zunächst jedoch hieß der Beller Ortsbürgermeister Bernd Merkler in seiner Eigenschaft als Hausherr außer den Wehrleuten und Führungskräften der Feuerwehr u.a. auch die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, die Landtagsabgeordnete Hedi Thelen, Landrat Dr. Alexander Saftig sowie den Bürgermeister der VG Mendig, Jörg Lempertz, den Mayener Bürgermeister Rolf Schumacher, Ralf Schmorleiz (Beigeordneter der VG Weißenthurm) und Hajo Stuhlträger (Bürgermeister a.D. der VG Bendorf) sowie viele weitere Ehrengäste herzlich willkommen. Stolz verkündete Bernd Merkler, dass die in neuem Glanz erstrahlende Gemeindehalle von der Beller „Rentnerband“ in einer 500 Stunden währenden Eigenleistung gestaltet worden war. Außerdem versicherte Merkler, dass die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr bereit stünden, um die Gäste bestens zu bewirten.
Während VG-Bürgermeister Jörg Lempertz in seinem Grußwort mit einem Augenzwinkern darauf hinwies: „Als hier die Vulkane ausgebrochen sind, hätten wir dieses Ereignis feuerwehrtechnisch sicher nicht bewältigen können“, bedankte auch Landrat Dr. Alexander Saftig sich in seinem Grußwort für den vorbildlichen Einsatz aller Feuerwehr-Kameraden und –Kameradinnen. „Feuerwehrkameraden bilden das Rückgrat unsrer regionalen Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes. Unsere Einsatzkräfte sind zur Stelle, wenn es darauf ankommt, Voraussetzung dafür ist eine gute und fundierte Ausbildung“, so Landrat Dr. Saftig, der die Gelegenheit nutzte, sich auch beim Bund für die Unterstützung zu bedanken. Wörtlich sagte er: „Seitens des Bundes bekommen wir finanzielle Förderungen zur Durchführung von Großübungen der technischen Einsatzleitung und so hat der Bund die Übung der TEL aus dem vergangenen Jahr zu 100 Prozent bezahlt.“
Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung
Zu dem Fachvortrag der Veranstaltung bemerkte der Landrat: „Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung hat uns in der Vergangenheit getroffen und wird und in der Zukunft noch mehr treffen. Der trockene Sommer 2018 hat die Einsatzstatistik in diesem Bereich stark nach oben getrieben und ich erinnere hier an den größten Flächen- und Waldbrand im Bereich der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel in Spay. Ein Brand über eine Fläche von über 6.000 Quadratmeter, in einer schwer zugänglichen Hanglage, bei dem sieben Feuerwehren aus zwei verschiedenen Landkreisen und der Stadt Koblenz im Einsatz waren. Problempunkt, die mir mein KFI mitgeteilt hat, ist zum Beispiel das Löschen aus der Luft per Hubschrauber. Der Polizeihubschrauber in Winningen verfügt über zu kleine Behälter und der Hubschrauber mit einem 5.000 Liter-Behälter der Bundeswehr Mendig ist nicht mehr vor Ort. Weitere Probleme gibt es bei der Löschwasserversorgung und der Erkundung aus der Luft. Wir arbeiten hier an Lösungen, wie z.B. die erstmalig im Land Rheinland-Pfalz aufgestellten überörtlichen Unterstützungseinheiten im Leitstellenbereich Koblenz sowie benachbarten Leitstellenbereichen. Hier gibt es auch ein Modul Wassertransport, welches aus einem Mannschaftstransportfahrzeug, einem Mehrzweckfahrzeug und fünf Tanklöschfahrzeugen besteht. Auch im Bereich der Erkundung aus der Luft streben wir auf Kreisebene eine Einheit an, die durch den professionellen Einsatz von Drohnen Unterstützung leisten kann.“ Landrat Dr. Saftig bedankte sich wiederholt bei den anwesenden Wehrleuten mit den Worten: „Ich wünsche mir für die Zukunft zwischen Politik und Wehren weiterhin ein kameradschaftliches und offenes Miteinander. Persönliche Gespräche sind oft sogar erhellender als Aktennotizen und Amtsvorgänge. Ich verspreche Ihnen: Für die Anliegen der Wehren hat der Landkreis stets ein offenes Ohr!“
Großer Informationsbedarf
Kreisfeuerwehrinspekteur Rainer Nell brachte u.a. seine Freude darüber zum Ausdruck, dass auch „Kolleginnen und Kollegen aus dem Rettungsdienst und dem THW hier sind“ und „dass so viele Kameradinnen und Kameraden sich heute hier informieren! Wir haben auch viele Führungskräfte in Funktion von KFI oder Stellvertreter, Wehrleiter, Wehrführer und viele mehr heute Abend hier im Saal.“ Der Kreisfeuerwehrinspekteur bedankte sich bei der Feuerwehr Bell und der Ortsgemeinde Bell für die Unterstützung und die Durchführung der Veranstaltung sowie ganz besonders dafür, „dass wir in diesem Monat schon zum zweiten Mal hier in Bell mit den Feuerwehren des Landkreises zu Gast sein dürfen.“ FRE
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Mayen-Koblenz e.V., Jens Nikolai begrüßte zahlreiche Wehrleute sowie politische Vertreter zur diesjährigen Frühjahrstagung in der Beller Gemeindehalle.
Andreas Rauch vom gemeinnützigen Verein „@-fire“ bereicherte die Tagung mit einem Fachvortrag zum Thema „Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung“.