Allgemeine Berichte | 04.10.2021

Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur Höhr-Grenzhausen

Interessantes Werk für Familienforscher vorgestellt

Vordere Reihe von links: Dieter Ehm, Doris Löcher, Rudi Himmerich. Obere Reihe: Michael Thiesen, Dietmar Gerharz, Jürgen Johannsen. Foto: privat

Höhr-Grenzhausen. „In vielen anderen Städten gibt es bereits ein Ortsfamilienbuch, in dem personenstandsrechtlich relevante Daten der einstigen Einwohner des jeweiligen Ortes seit der Einführung der schriftlich fixierten Personenstandsregister enrthalten sind. Es ist gut, dass es jetzt auch in Höhr-Grenzhausen ein solches Werk gibt - allerdings zunächst allein für den Stadtteil Grenzhausen -, das mit Sicherheit von vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern die sich für ihre eigene Herkunft sowie die Herkunft ihrer Familie interessieren, sehnlichst erwartet wurde.“

Mit diesen Worten machte Stadtbürgermeister Michael Thiesen vor neun Jahren auf das erste Ortsfamilienbuch der Kannenbäckerstadt aufmerksam. Jetzt gibt es derer vier: der erste Band für Grenzhausen von 1729 bis 1899, zwei Bände für Höhr von 1688 bis 1899 und ein Band für Hilgert/Alsbach, ebenfalls ab 1688 bis 1899. Im „Stillen Kämmerlein“ und unbemerkt hat Doris Löcher Ereignisse und Daten erfasst und geordnet. Welche Arbeit dahintersteckte, bis die Bände druckreif waren, kann ein Außenstehender kaum beurteilen. Nun überreichte Doris Löcher dem Vorsitzenden der Gesellschaft für Stadtgeschichte e.V. - GFK- ,Jürgen Johannsen je ein Exemplar der vier Höhr-Grenzhausen betreffenden Bände für das im Aufbau befindliche Stadtarchiv. Die Anfänge der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Kultur reichen 25 Jahre zurück. Damals haben 20 Bürgerinnen und Bürger den Entschluss gefasst, für Höhr-Grenzhausen ein städtisches Museum zu schaffen. Gründungsmitglieder waren Werner Baumann, Stephan Bläsner, Dr. Axel Ciesielski+, Judith Engelmann, Andreas Erdmann, Uwe Christian Finke, Heiner Günster+, Detlef und Karin Heuser, Pia Heuser, Käte Klein+, Frieda Krebs, Dr. Martin Kügler, Heinz-Werner Mayer+, Jürgen Merkelbach+, Marianne Popp, Michael Thiesen, Hans Wirbelauer+ Irmgard Wirbelauer, Else Zöller+. „Ziel der Gesellschaft ist es, das reiche kulturelle und historische Erbe unserer Stadt zu bewahren und für nach uns kommende Generationen zu erhalten. Dazu zählt für uns auch die Geschichte der Familien, wobei bei der Beschäftigung mit den historischen Quellen das Bild vom Leben in früheren Jahrhunderten lebendiger wird“, erklärt Johannsen. Dass es die Ortsfamilienbücher für Höhr-Grenzhausen überhaupt gibt, ist Doris Löcher zu verdanken, deren Vater Wilhelm Ringel als Hobbyforscher in der Westdeutschen Gesellschaft für Familienforschung Recherchen über den Ursprung der Familien anstellte. Doris Löcher war also der „Forscherdrang“ quasi in die Wiege gelegt.

„Meine Großmutter Maria Keul wollte ihre Wohnung auflösen. Dabei fand sie einen Packen Briefe und Papiere, die sie entsorgen wollte“, berichtet Doris Löcher. Der Hobbyforscherin war sofort klar, dass solche Unterlagen einen Blick in die Vergangenheit offenlegen. Seither blickt sie in die Vergangenheit. Mit viel Akribie und unendlicher Geduld mit dem Ziel, irgendwann in die Vergangenheit aller Familien der Kannenbäckerstadt Licht zu bringen. Ihre Sisyphusarbeit startete mit der „Lektüre“ der evangelischen Kirchenbücher in Höhr-Grenzhausen, die sie Zeile für Zeile abgeschrieben hat. Bei ihrer nahezu krminalistischen Feinarbeit fand sie bei den Pfarrern Weik und Failing sowie dem Standesbeamten Brüssow freundliche und wohlwollende Unterstützung, für die sie sehr dankbar war. Weiter durchforstete sie die Zivil-Register in der Gemeinde mit jüdischen Bewohnern von 1817 bis 1874, sowie die standesamtlichen Aufzeichnungen von 1874 bis 1899.

Fünf Jahre lang hat die Autorin in Zusammenarbeit mit Horst Theisen (Digitalisation) an dem ersten Buch Höhr-Grenzhausen bis zur Herausgabe im Jahr 2012 gearbeitet. In diesem ersten Band finden sich eine Stadtchronik, verfasst von Dietmar Gerharz, geschichtliche Einblicke in die evangelische Kirchengemeinde Höhr-Grenzhausen (Hans Wirbelauer, Museum für Stadtgeschichte), die evangelischen Pfarrer der Gemeinde, und Auszüge aus der jüdischen Geschichte.

Im Jahr 2014 kam der Band Alsbach/Hilgert heraus und im vergangen Jahr fand mit den Bänden über Höhr schließlich das umfangreiche Werk seine Vollendung. Neben den Familienbüchern wird hier ein umfangreicher Blick in die Geschichte von Höhr gewährt, und den Kannenbäckern und den Volksbräuchen im alten Höhr wird ein breiter Raum eingeräumt. Eine von Rudi Himmerich verfaßte Abhandlung über das Schulwesen, die Friedhöfe, die Kirche und die Pfarrer der katholischen Pfarrei Höhr komplettieren das Gesamtwerk „Ortsfamilienbuch“, das der Stadtchef Michael Thiesen als „ein Medium für eine Reise in die Vergangenheit der Kannenbäckerstadt und der sie prägenden Familien und Einzelpersonen“ wärmstens empfiehlt. Informationen zur GSK sind im Internet unter der Adresse „www.gsk-hg.de abrufbar.

Das Buch, das im Cardamina-Verlag Susanne Breuel erschienen ist, kann unter www.cardamina.de, unter der Telefonnummer 0700/2827 3835 oder über das Museum für Stadtgeschichte in Höhr-Grenzhausen bestellt werden.

Vordere Reihe von links: Dieter Ehm, Doris Löcher, Rudi Himmerich. Obere Reihe: Michael Thiesen, Dietmar Gerharz, Jürgen Johannsen. Foto: privat

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