Allgemeine Berichte | 16.10.2017

„Familie sayn“ bot historisch geführte Wanderung durchs Sayntal

Interesse an der Heimat bekundet: Familienwanderung

Eine bunt gemischte Gruppe wanderte mit „Familie sayn“ durch das Sayntal. „Familie sayn“

Bendorf-Sayn. Eine bunt gemischte Gruppe hatte sich auf Einladung von Bettina Ruppert für den Zusammenschluss „Familie sayn“ zu einer historisch geführten Wanderung durch das Sayntal aufgemacht.

Rund dreißig Personen lauschten den Erläuterungen, die Peter Siebenmorgen an verschiedensten Stellen präsentierte. Bettina Ruppert hatte dazu die passenden Fotos vorbereitet und so konnte man die Punkte in Wort und Bild erleben. Startpunkt der zweieinhalbstündigen Wanderung war die heutige „Sayner Scheune“, früher Hotel-Tanzsaal, hier fanden zu Karneval beispielsweise Maskenbälle statt. Im Garten des „Krupp’schen Erholungsheimes“ holten Fotos den Glanz früherer Jahre mit hervorragender Gartenanlage und Laubengängen, mit den beiden Wasserbecken mit Springbrunnen und dem Eisbärenbrunnen zurück. 1907 hatten Bertha Krupp und ihr Mann Gustav von Bohlen und Halbach die Entscheidung zum Umbau als Erholungsheim für Werksbeamte getroffen. Zuvor wirkte hier der Vallendarer Fabrikant d’Ester und später war hier die Bleul’sche Maschinenfabrik ansässig.

Natürlich war auch die Sayner Hütte ein Punkt an der Wanderstrecke. Am 11. Juli 1931 erfolgte die Gründung der „Volks- und Kurbad GmbH Sayn“ auf Anregung von Max Hünermann, damalig erster Beigeordneter der Stadt Bendorf und Brauereibesitzer und Dr. Fritz Jacoby. Auf dem weiteren Weg sieht man ein Stück des offenen Obergrabens, der später als Rinnsal entlang der Strecke daher kommt.

Dann kam die Runde zum Gelände, wo früher der „Oberhammer“ beheimatet war, an den heute dort nichts mehr erinnert. Errichtet wurde er zur Produktion von Roheisen 1790. Es gab einen Kohlenschuppen, eine Hammerschmiede und ein Wohnhaus für den Platzknecht wurden erbaut.

Leider erinnert nur noch wenig an die Gaststätte „Zum Sayntal“, die im Volksmund wegen der Besitzer oft als „Beim Eckenbach“ bekannt war.

Einst, als die Straße als Autobahnzubringer noch am Haus vorbei führte, war die frühere Zollstation als Gaststätte mit Fremdenzimmer ein „Muss“ für die Wanderer und Reisenden. 1990 wurde die Gaststätte geschlossen. Viele der Mitwandernden können sich an die Familien-Besuche dort noch gut erinnern.

Über eine kleine Brücke ging es weiter bis zur Johannabrücke. Der Vorsitzende und Gründer des Verschönerungsvereines Sayn nutzte die Vornamen in seiner Familie für die Benennung der Aussichtspunkte. So wurde nach ihm die Oskarhöhe in Sayn benannt, nach seiner Frau die Ottilienhöhe. Seine Schwiegertochter, die Frau seines Sohnes Otto, war Johanna, geb.

Susewind, ist wohl die Namensgeberin der Brücke.

Auf dem Rückweg gab es noch einen Hinweis auf die „Alte Posthalterei“ auf der Poststrecke von Koblenz nach Olpe. 1919 machte sich Josef Pohlmann, der Großvater des Musikers Manfred Pohlmann, mit einer kleinen Werkstatt als Tierpräperator selbstständig.

Die Mitwandernden fragten schon, ob der Termin für eine neuerliche Wanderung mit weiteren historischen Infos in Planung sei.

„Familie sayn“ wird im Frühjahr eine weitere Wanderung mit historischer Erläuterung ausschreiben. „Wir sind dann in jedem Falle wieder mit dabei“, das hörte die Organisatorin besonders gern. Schön, dass das Heimatbewusstsein und das Interesse an der Geschichte des Ortes wieder spürbarer werden.

Das ist einer der Beweggründe des Zusammenschlusses.

Peter Siebenmorgen lieferte nicht nur an der Johannabrücke zahlreiche Erklärungen. Alf Ruppert

Peter Siebenmorgen lieferte nicht nur an der Johannabrücke zahlreiche Erklärungen. Foto: Alf Ruppert Foto: Anwender

Eine bunt gemischte Gruppe wanderte mit „Familie sayn“ durch das Sayntal. Foto: „Familie sayn“ Foto: Anwender

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