„Nur wer sich bewegt, kann etwas bewegen“
Jede geschwommene Bahn für das Kinderhospiz
Charity-Aktion im Rahmen des Schwimmbad-Jubiläumsjahres
Rengsdorf. Mit jeder geschwommenen Bahn konnten die Besucher des Freibades Rengsdorf am Sonntag eine gute Tat begehen. Jede geschwommene Bahn war einen Euro wert. Und es wurden viele Bahnen in dem 50-Meter-Freibad geschwommen. Ein junger Mann und eine Frau aus Neuwied, von dem dortigen Schwimmverein, brachten es auf sage und schreibe zehn geschwommene Kilometer, die sie im Wasser zurücklegten. Bei einem 50-Meter-Becken sind das umgerechnet 200 Bahnen, die sie nach Aussagen von Beobachtern im Kraulstil zurücklegten. Damit hatten sie schon einen soliden Grundstein gelegt für die 200 Kilometer, die an diesem Tag geschwommen werden sollten. 200 Kilometer entsprechen in einem 50-Meter-Becken einer Schwimmleistung von insgesamt 4.000 Bahnen, eine gewaltige Strecke. Und ein großer Betrag von 4.000 Euro, der am Ende des Tages als Spende zur Verfügung stehen sollte. Empfänger dieser Zuwendung wird das ambulante Kinderhospiz in Koblenz, das Unterstützung und Begleitung für lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien leistet. Zur frühen Zeit um acht Uhr am Morgen befanden sich bereits 20 Schwimmer in dem Rengsdorfer Bad, um an dem Schwimmen für einen guten Zweck teilzunehmen, erinnert sich Schwimmmeister Maik Schwarz. Es ist die erste Aktion dieser Art im Rengsdorfer Freibad. Hintergrund ist das 50-jährige Jubiläum des Schwimmbads, das in diesem Jahr gefeiert wird. Im Aufruf zu der Charity-Aktion hat die Gemeinde geschrieben: „Was wäre eine Gemeinde ohne verbindende Gemeinschaft und ohne soziale und sportliche Aktivitäten. Natürlich geht es beim Sport manchmal um persönliche Höchstleistungen, aber auch um den Einsatz für die Mannschaft, um gelebten Teamgeist, um persönliche Fitness und um wahre Freude. Und dennoch, wie schnell kann unsere Lebensfreude durch eine unbequeme medizinische Wahrheit, durch eine ernsthafte Krankheit getrübt werden. Das Ambulante Kinder- und Jugendhospiz in Koblenz unterstützt und begleitet lebensverkürzt erkrankte Kinder/Jugendliche und deren Familien. Die Ortsgemeinde Rengsdorf möchte mit ihrem kommunal betriebenen Schwimmbad die Plattform dafür bieten, gemeinnütziges Wirken mit sportlichem Einsatz zu verbinden. Aus diesem Grund findet am 31. Juli die Veranstaltung Schwimmen für einen guten Zweck statt. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Freibades Rengsdorf soll diese Veranstaltung ein weiteres Highlight sein. Die Organisatoren stellen sich vor, dass an diesem Tag eine mit Spenden unterstützte Gesamtschwimmstrecke von 200 Kilometer oder umgerechnet 4.000 Bahnen à 50 Meter geschwommen werden. Deshalb appellieren wir an unsere Orts- und verbandsgemeindeansässigen Firmen, Institutionen und Bürger: Beteiligen Sie sich an dieser Aktion! Suchen Sie sich eine/n Schwimmer/in und spenden Sie geschwommene Bahnen/Strecken. Oder machen Sie es umgekehrt, suchen Sie sich als Bürger einen Spendenpaten und schwimmen Sie für diesen!“
Auch die Nichtschwimmer durften Spenden
Selbstverständlich konnte man am Sonntag auch spenden ohne zu schwimmen. Oder man konnte nicht benannte Badbesucher zum Mitmachen animieren. Dabeisein konnten auch Familien. Ab einer Spende von 20 Euro hatte man freien Eintritt, ab 50 Euro Spende hatte man freien Eintritt mit der ganzen Familie. Gespendet wurde auf das Konto der Sparkasse Neuwied, IBAN DE 23 5745 0120 0004 0008 40, Zweck: „Schwimmen für einen guten Zweck“. Die Ortsgemeinde Rengsdorf bedankte sich bei allen, die mit ihrer aktiven Teilnahme gemeinsam Verantwortung für die gute Sache übernahmen und dabei halfen, erkrankten Kindern und Jugendlichen den schwersten Weg ihres kurzen Lebens glücklicher zu gestalten. Das Motto war: Nur wer sich bewegt, kann etwas bewegen! Auch wenn am Ende des Tages aufgrund des regnerischen und kühlen Wetters nicht so viele Schwimmer kamen und nicht so viele Bahnen geschwommen werden konnten wie geplant, auf 2.000 Euro schätzt das Helferteam die Leistung des Tages dennoch. Und gespendet werden kann ja auch später noch, sodass vielleicht doch noch die erhofften 4.000 Euro zusammenkommen. Die Zahl der Schwimmer an diesem Tag schätzt Maik Schwarz auf circa 100. Bis zum Sonntagabend hatten zwölf heimische Unternehmen Spenden für die Schwimm-Spenden-Aktion zur Verfügung gestellt. Aber es können in der kommenden Woche noch Spenden reinkommen für Bahnen, die am Sonntag geschwommen wurden. So könnten es am Ende 20 bis 25 Unternehmen sein, die zum Kreis der Spender zählen. Im Laufe der nächsten Veranstaltungen zum Schwimmbadjubiläum, vielleicht beim Abschlussfest am 17. September, soll das Geld einem Vertreter des Koblenzer Kinderhospizes überreicht werden. Das Kinderhospiz ist eine Einrichtung des Koblenzer Hospizvereins. In einer Schrift der Einrichtung heißt es: „Wenn die Zeit des Abschiednehmens kommt, lassen wir die Familien in ihrer Trauer nicht allein.“ Seine vielfältigen Angebote stellt das Kinderhospiz den betroffenen Familien unentgeltlich zur Verfügung.
