Allgemeine Berichte | 05.06.2019

Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde Swisttal

Jeder Ort behielt seine eigene Atmosphäre

Bürgermeisterin Kalkbrenner: „Mit der Zeit sind wir zu einer großen Swisttaler Familie zusammengewachsen“

Gesprächsrunde mit den ehemaligen Bürgermeistern Wilfried Hein und Eckhard Maack sowie den Gründungs-Gemeinderäten Hans Kempen und Fritz Rosenbaum unter der Leitung von Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner brachte so manche Anekdote aus fünf Jahrzehnten als Tageslicht.

Heimerzheim. Die Gemeinde Swisttal feiert 2019 ihr 50-jähriges Bestehen, beim Jubiläums-Festakt in der Aula der Georg von Boeselager-Sekundarschule in Heimerzheim wurde noch einmal ihrer Historie gedacht und ihre Gegenwart beleuchtet. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) strich heraus: „Das große ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement ist es, was das Leben in Swisttal zu besonders und liebenswert macht.“ Der Name „Swisttal“ gehe auf den Swistbach zurück, der das Gemeindegebiet verbinde. Es sei einst der längste Fluss Deutschlands gewesen, doch leider habe er diesen Titel nach einer Begradigung verloren. „Unsere ländliche Gemeinde mit ihren zehn Ortschaften und den Wohnweilern kann nach einem halben Jahrhundert auf eine bewegte und ereignisreiche Geschichte zurückblicken“, wusste die Bürgermeisterin. In den ersten Jahren habe man sich noch aneinander gewöhnen müssen, „doch mit der Zeit sind wir in unserer Vielfalt zu einem Ganzen – einer großen Swisttaler Familie – zusammengewachsen.“

Nähe zur ehemaligen Bundeshauptstadt prägte die Gemeinde

Der erste Gemeinderat sei im November 1969 zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten, im Dialog mit den Bürgern hätten Rat und Verwaltung die Weichen für die Entwicklung der Gemeinde gestellt. Dazu sei allerdings auch eine gute Zusammenarbeit mit den sechs linksrheinischen Nachbarkommunen notwendig gewesen sowie mit dem Rhein-Sieg Kreis und dem Nachbarkreis Euskirchen. Prägend für das Gemeindeleben sei nach wie vor die Nähe zur ehemaligen Bundeshauptstadt und jetzigen Bundesstaat Bonn. Vor allem die Ortschaften Buschhoven, Heimerzheim, Odendorf, Morenhoven und Miel seien zu bevorzugen Wohnplätze für Bundesbedienstete geworden. Zudem sei die Gemeinde stolz, Standort für ein Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei zu sein.

Der ländliche Charme und die unmittelbare Nähe zur Bundeshauptstadt machten Swisttal zu einer attraktiven und beliebten Wohngegend, so die Bürgermeisterin. Doch mit der damit notwendigen Ausweisung und Erschließung von Neubaugebieten und der dazugehörigen Infrastruktur hätten sich auch die Ortsbilder im Laufe der Jahre stark verändert. Aufgrund der rasch wachsenden Bevölkerungszahl sei ein kontinuierlicher Ausbau der Infrastruktur erforderlich gewesen. Das setze sich bis in die jüngste Zeit fort, denn aktuell erweitere die Gemeinde ihre Kindergärten und Schulen durch Ausbau und Neubauten, da erfreulicherweise zahlreiche Familien mit Kindern die Gemeinde Swisttal zu ihrem neuen Wohnort auserkoren hätten.

„Das Leben in unserer Gemeinde ist dank des großen Engagements der Bürger und Vereine sehr lebendig und facettenreich“, lobte Kalkbrenner. Der Blick gehe dabei vielfach über den eigenen Ort hinaus, und Neubürger würden von ihren Nachbarn und über die Ortsvereine stets freundlich aufgenommen. Über ehrenamtliche Tätigkeiten in Institutionen und Vereinen lernten sich die Menschen kennen, gemeinsame Interessen vereinten sie, und sie wüchsen zu einer neuen Gemeinschaft zusammen. In Anlehnung an Henry Ford meinte Kalkbrenner: „Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt – zusammenarbeiten ist ein Erfolg!“

Jeder Ort in Swisttal habe seine ganz eigene Atmosphäre und Charakteristik behalten, denn die Einwohner und die Ortsvereine prägten und gestalteten das gesellschaftliche Leben in den einzelnen Dörfern. „Diese Vielfalt ist es, die unsere Gemeinde zu einer interessanten und liebenswerten Heimat macht“, war sie überzeugt. „Wir sind vielfältig und haben unterschiedliche Stärken. Gerade diese Vielfalt macht das Leben in unserer Gemeinde so lebendig, schön und liebenswert.“

Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück

Roland Schäfer, der Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, bemerkte, die Gemeinde könne auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis in die Römerzeit zurückreiche. Davon zeugten unter anderem die Aquädukt-Teilstücke, die in der Gemeinde freigelegt worden seien. Vor 50 Jahren sei man dann in die Mühlen der kommunalen Gebietsreform geraten und zum Zusammenschluss gezwungen worden. „Das war damals eine aufregende Zeit, aber die Reform war wohl notwendig, denn bis dahin gab es 2800 selbstständige Kommunen in Nordrhein-Westfalen, viele davon sehr klein.“ Die hätten nicht mehr in die damalige Zeit gepasst, zudem habe man sich für die Verwaltung mehr Professionalität gewünscht. Doch Verwaltungs-Know-how habe es damals nur in den großen Kommunen gegeben. So seien nach der Reform nur 396 Kommunen übrig geblieben und aus den bis dahin 57 Landkreisen sei 31 geworden.

Der Swistbach als verbindendes Element habe damals den Namen der neuen Gebietskörperschaft gegeben, auch um gegenseitige Eifersüchteleien von vornherein zu unterbinden. Zudem habe man den Vorteil gehabt, dass das vorherige Amt Ludendorf gerade ein neues Rathaus gebaut hatte, das bis heute Sitz der Gemeindeverwaltung geblieben sei. Leider sei der Zusammenschluss nicht konsequent umgesetzt worden, der noch heute gebe es in der Gemeinde vier verschiedene Vorwahlnummern, schmunzelte Schäfer.

Eine Gemeinde mit Wohlfühlfaktor

Doch letztlich sei das Geburtstagskind, die Gemeinde Swisttal, eine Erfolgsgeschichte, die auch von den finanziellen Segnungen des Bonn-Berlin-Beschlusses profitiert habe. So sei unter anderem der Ausbildungsstandort der Bundespolizei in Heimerzheim aus Ausgleichsmitteln aufgebaut worden. „Die Bevölkerung steigt, die Gemeinde wächst und wird demnächst vielleicht sogar die 20.000-Einwohner-Marke überschreiten“, zeigte sich Schäfer zuversichtlich. Dieser Erfolg sei der Tatsache zu verdanken, dass Swisttal eine ausgesprochen liebenswerte und lebenswerte Gemeinde sei, in der die einzelnen Ortsgemeinden unterschiedliche Schwerpunkte gebildet hätten. „Der Heimatfaktor ist hier sehr stark ausgeprägt, und er wird ergänzt von einem hohen Wohlfühlfaktor.“ Für die weitere Zukunft wünschte er der Gemeinde und ihren Einwohnern „Glückauf und Gottes Segen.“ JOST

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner ging bei ihrer Ansprache auf die Historie der Gemeinde Swisttal ein. Fotos: JOST

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner ging bei ihrer Ansprache auf die Historie der Gemeinde Swisttal ein. Fotos: JOST Foto: Volker Jost

Jeder Ort behielt seine eigene Atmosphäre

Foto: Volker Jost

Gesprächsrunde mit den ehemaligen Bürgermeistern Wilfried Hein und Eckhard Maack sowie den Gründungs-Gemeinderäten Hans Kempen und Fritz Rosenbaum unter der Leitung von Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner brachte so manche Anekdote aus fünf Jahrzehnten als Tageslicht. Foto: Volker Jost

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  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
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