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Verhaftungen und Narrengericht: Andreas Trierweiler ist neuer närrischer Staatsanwalt

Jeder Sinziger ist ein potenzieller Angeklagter

24.02.2020 - 14:22

Sinzig. Wer eine solche Einladung in der Tasche hat, hat immer auch eine bisschen Muffensausen. Genauer gesagt handelt es sich auch eher um eine Vorladung zum Narrengericht in Sinzig. Und das fand am Samstag in der Pizzeria „La Fontana“ am Brunnenplatz in seiner 13. Auflage statt.

„Bist du aus Spaß an der Freude da, oder hat du auch eine Vorladung?“, war am Samstagmorgen eine oft gestellte Frage. Denn das Sinziger Narrengericht kommt recht harmlos daher: „Es gelten alle Regeln des rheinischen Frohsinns“, heißt es da niedlich. Aber es gilt auch der Rechtsgrundsatz: „Saftige Geldstrafen sind immer angemessen“. Und dieses Gericht ist grundsätzlich für alles zuständig. In diesem Jahr hagelt es zur Freude der Angeklagten aber durchweg Freisprüche. Und dies war in dieser Form bereits seit 13 Jahren nicht unbedingt die Regel. Für den „Roten Fuchs“ Richter Gnadenlos Franz Hermann Deres und den neuen „Staatsanwalt“ Andreas Trierweiler, der ist seine Sache außerordentlich gut machte, ist das bloße Erscheinen vor den Schranken des Gerichts fast schon so etwas wie ein Schuldspruch. Und beide närrischen Juristen widmeten sich ungerührt ihrem ersten Beruhigungskölsch. Dieses Kölsche Hobby pflegt das hohe Gericht übrigens mit bewundernswerter Trinkfestigkeit während der gesamten Verhandlung. Bemerkenswert das Schwurgericht erschien in diesem Jahr etwas verspätet und wirkte teilweise von der Aktenlage eher etwas unsortiert. Eine der möglichen Ursachen: Staatsanwalt Ludger Lohmer, in Fachkreisen nur „Luzifer“ genannt wurde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger Andreas Trierweiler wurde flugs in die Robe gesteckt und lieferte die Anklagepunkte. Und bei den Sinziger Jecken sitzt man schneller auf der Anlagebank, als man Alaaf sagen kann. Nur die amtierende Tollität in diesem Jahr also Sentiaca Dagmar I genießt närrische Immunität.

Und so landete dann auch das Dreigestirn des Vorjahres ebenso auf der Anklagebank wie Sentiaca Kristina I. Dies settete zwar im Jahr 2016 den Trend zur Solo-Sentiaca, aber so was schützt in Sinzig nicht von närrischer Anklage.

Die Liste der Angeklagten war übrigens lang und illuster. Stammgäste auf der Anklagebank sind da die Sinziger Gastronomen und auch dem städtischen Beigeordneten Hans-Werner Adams. Auch die beiden neuen stellvertretenden Bürgermeister Roland Janick und Gänseblümchen Claudia Thelen hatte es erwischt. Gern auf der Anklagebank sind auch die Chefs des Krupp Verlags. Peter und Hermann Krupp wurden im Doppelpack abgehandelt.

Das Geschehen lebt von närrischer Spontaneität, genehmigten und ungenehmigten Zwischenrufen sowie netten Wortgefechten und sorgt für viele spontane Lacher. Im jecken Sinzig genießt das Verfahren längst einen gewissen Kultstatus.

Nur gefeit ist vor dem Gericht niemand. Und so landete dann auch die komplette hohe Geistlichkeit mit Pastor Frank Werner, Kaplan Thomas Hufschmidt und Altpastor Gerhard Hensel vor den Schranken des Gerichts. Premiere als Angeklagte feierten übrigens auch Mario Wettlaufer als neuer Westumer Ortsvorsteher und Hans-Jürgen Koffer aus Franken. Der neue Ortschef im kleinsten Sinziger Urteil wurde auch flugs dazu verurteilt, nach der Narrenmesse am Sonntag, auf dem Sinziger Kirchplatz, ein bisschen das Fähndel zu schwenken. Verknackt wurde man in Sinzig früher übrigens fast immer. Selbst beim diesjährigen Freispruch-Gewitter führte der Weg anschließend immer zur Gerichtskasse. Auch Freispruchgebühren und Gerichtskosten können immens sein.

Und über die Geldstrafen kommt ja auch Einiges für die blau-gelbe Vereinskasse zusammen. Übrigens Sinn und Zweck der Veranstaltung, bei der man immer ein dickes Portemonnaie dabei haben sollte. BL

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Kommentare
juergen mueller:
Die Aufenthaltsqualität wird ganz sicher erhöht ... wenn genügend Klopapier vorhanden ist.
juergen mueller:
Die AfD ist das Letzte,was man mit Demokratie u.Sozial in Verbindung bringen sollte. Da amüsiert man sich öffentlich über die Corona-Infizierung der Kanzlerin - man marschiert mit "mehreren" Personen in ein Krankenhaus um Blumen zu überreichen,Blumen,die man noch nicht einmal selbst bezahlt,sondern geschenkt bekommen hat - da prangert "Opa GAULAND" jetzt schon die Fehler der Bundesregierung in der Corona-Krise an - da spricht ein vom Virus des Nationalsozialismus verseuchter HÖCKE von einem Ende seines rechten Flügels,indem er lustig weiter agieren darf - da tönen MEUTHEN u.Co.von einer Zerschlagung des Höcke-Flügels,sitzen mit ihm aber weiterhin auf einer Bank - eine steuerflüchtige Schreiblase namens WEIDEL u.eine völlig braun-verblendete von STORCH schreien sich die Lunge aus dem Hals,indem sie gegen alles schießen was nicht deutsch ist. Die AfD, ein gefährlicher,intriganter,täuschungswilliger,konzeptloser,der Vergangenheit näher als der Gegenwart,zusammengewürfelter Haufen.
Markus H:
Ein Fünf-Punkte-Plan für eine Krise wie die aktuelle zeigt das Problem schon im Namen. Es existieren keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme - also wird ein Fünf-Punkte-Plan auch das aktuell quasi komplexeste Problem überhaupt nicht lösen.
Jean Seligmann:
So lag ich mit meiner Prognose, zur Ablehnung des Konzeptes, durchaus richtig. Wie leicht durchschaubar ihr alle seid. Bleibt trotzdem gesund!
Jean Seligmann:
Die Corona-Krise ist die Stunde der Nationalstaaten und deren Politiker die sich um die Belange IHRER Bevölkerung kümmern. Das übergeordnete Bürokratiemonster EU beweist in dieser Krise vor allem eins: Handlungsunfähigkeit. Beispiel? Italien bekommt Hilfe auf China, Russland und Kuba, die anderen EU-Staaten, einschließlich der Bürokraten in Brüssel, nahmen davon Abstand.
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