Allgemeine Berichte | 04.04.2022

Gymnasium Bendorf verabschiedet 72 Abiturientinnen und Abiturienten

„Jedes Märchen hat ein Happy End“

Die 72 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasium Bendorf.  Fotos: Gymnasium Bendorf

Bendorf. Ob die diesjährige Abiturientia des Wilhelm-Remy-Gymnasiums bei der Wahl ihres Mottos „Simsabi Grimm – Jedes Märchen hat ein Happy End“ bereits den Zeugnistag vorausahnte, ist nicht bekannt. Dass aber eine reguläre Zeugnisvergabe, zu der die Schule am 26. März – bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen – in die Turnhalle des Gymnasiums eingeladen hatte, überhaupt stattfinden konnte, mag nicht wenigen der Anwesenden tatsächlich wie ein märchenhaftes Ende vorgekommen sein. Schulleiter Johannes Arnold zeigte sich in seiner kurzen Begrüßungsansprache hoch erfreut, die Abiturientinnen und Abiturienten persönlich und zudem im Beisein ihrer Angehörigen sowie des Lehrerkollegiums begrüßen zu dürfen. Eindringlich hob er die besonderen Anstrengungen hervor, welche die von Schulschließungen, Maskenpflicht und regelmäßigen Selbsttestungen geprägte Oberstufenzeit allen Beteiligten abverlangt habe, ehe er gemeinsam mit Oberstufenleiter Sven Störmer und den Stammkursleitern die Abiturzeugnisse überreichte. Insgesamt 18-mal konnte ein Einser-Abitur vergeben werden, Nina Bösl und Niklas Nink durften sich über das Erreichen der Bestnote 1,0 freuen. Die Schulband unter Leitung von Daniel Brengmann sorgte für einen feierlichen musikalischen Rahmen.

Im Anschluss blickte der Abiturjahrgang im Rahmen eines unter Beratung von Judith Vomfell sorgfältig vorbereiteten und von den Pfarrern Jijo Antony und Edwin Dedekind geleiteten ökumenischen Gottesdienstes in der Bendorfer Medarduskirche zurück auf ihre von Stürmen sowie vor allem einem starken Gemeinschaftsgefühl geprägte Reise auf der „Wilhelm-Remy“. „Wir alle waren in den vergangenen Schuljahren füreinander da; haben uns stets geholfen und unterstützt. Denn wir alle saßen stets in einem Boot, auf unseren individuellen, aber verbindenden Wegen zu neuen Ufern.“, konstatierte Pascal May für seine Stufe und erinnerte unter Verweis auf die geradezu politischen Worte Jesu vom Herrschen und Dienen an die wesentlichen Werte, auf die unsere Kultur und unsere Gesellschaft gegründet seien. Die Abi-Band aus dem Grundkurs Musik setzte dem Gesagten gemeinsam mit dem Abi-Chor ein musikalisches Ausrufezeichen. Eine Fortsetzung fanden die Feierlichkeiten am Samstagabend im Neuwieder Heimathaus mit einem Abiturball, dessen gleichermaßen umfang- und abwechslungsreiches Programm keinerlei Langeweile aufkommen ließ. In seiner Festrede ließ es sich Simon Elias Dörstel nicht nehmen, „mit den Staatslakaien mehr oder weniger abzurechnen“ und dem Frust über so manches Ärgernis der Oberstufenzeit deutlichen Ausdruck zu verleihen, stimmte aber schließlich auch versöhnliche Töne an, „denn ganz so schlimm war es dann doch nicht“. Seinen einstigen Mitschülerinnen und Mitschülern, denen er einen engen Zusammenhalt und Teamgeist attestierte, rief er zu: „Der Zug, in dem wir sitzen, fährt mit Vollgas voraus ins Unbekannte, aber die Erinnerungen, die wir an unsere Schulzeit haben werden, geben uns Kraft und frischen Mut für unsere Zukunft.“

Vertiefte Einblicke in die gemeinsamen Erlebnisse

Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Mathematik-Stammkurse gewährten sodann, ergänzt durch sorgfältig zusammengestellte Videobeiträge, vertiefte Einblicke in die gemeinsamen Erlebnisse mit ihren Kursleitern. Hierbei fanden ausgewählte Ereignisse der beiden Kursfahrten ebenso Erwähnung wie die bisweilen vergeblichen Bemühungen beim Schleifen mathematischer „Rohdiamanten“, die lebensnahe Ersetzung der Variablen x und y durch „Bratwurst und Pommes“ oder der insbesondere im Grundkurs oftmals bemühte Leitspruch der Grundrechenarten: „Addition, Subtraktion, Frustration und Kapitulation.“ Einen der durchaus zahlreichen Höhepunkte des Abends stellte freilich der Auftritt des Männerballetts dar, der ebenso wie etwa die Videobeiträge nachgestellter Unterrichtsszenen, in denen die Absolventen die Eigenheiten ihrer einstigen Pauker deutlich, aber zugleich auch liebevoll aufs Korn nahmen, die ohnehin gute Stimmung nochmals zu steigern vermochte. In Anlehnung an das diesjährige Abimotto betrat schließlich der „Zauberer Arnold mit seinem Handlanger, dem Störmer, genannt Sven im Glück“ die Bühne, um den Anwesenden die Geschichte des kleinen Wilhelm zu Gehör zu bringen, der zunächst „neun beschwerliche Jahre zusammen mit seinen 77 Gesellen in den Mauern der Stadt, die wie ein Dorf hieß“, zugebracht hatte. Nachdem er und seine Freunde zahlreiche Prüfungen und Aufgaben bewältigt hätten, sei ihnen als letzte und größte Aufgabe die Suche nach ihrem eigenen Lebensglück aufgetragen worden.

Eingebettet in diese – freilich in ein Happy End mündende – Geschichte, in die der Schulleiter alle Nachnamen der diesjährigen Abiturientia eingeflochten hatte, fand die Ehrung herausragender Leistungen statt.

Für ihren vorbildlichen Einsatz für ihre Jahrgangsstufe erhielt Alisha Mendieta Fernandez den Preis der Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Stefanie Hubig. Helen Renée Keffer wurde für das beste Abitur im Fach Biologie geehrt. Die Auszeichnung der Gesellschaft Deutscher Chemiker wurde an Niklas Nink vergeben, der aufgrund seiner bemerkenswerten Leistungen zugleich auch mit dem Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung sowie dem Preis der Fachschaft Religion geehrt wurde. Der Fachbereich Physik ehrte neben Erik Romanski für das beste Physik-Abitur auch Max und Paul Löhr, Simon Elias Dörstel sowie Daniel Krah für ihre sehr guten Leistungen mit einer Urkunde sowie einer einjährigen Mitgliedschaft in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Erik Romanski erhielt zudem den Preis des rheinland-pfälzischen Philologenverbandes für das beste Abitur im Fach Geschichte. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen und das jeweils beste Abitur erhielt Nina Maria Bösl die Preise der Fachschaften Deutsch, Französisch und Latein, inklusive der lateinischen Urkunde des Deutschen Altphilologenverbandes. Marie Nadler wurde für ihre Leistungen im Fach Darstellendes Spiel ausgezeichnet.

Die Fachschaft Musik ehrte Judith Gebauer sowie Max Löhr und Paul Löhr unter anderem für ihren langjährigen Einsatz in der Schulband. Daneben erhielten die Jahrgangsbesten, unter ihnen auch Alicia Ghafouri, jeweils einen Buchpreis des Förderkreises.

Für sehr gute Leistungen sowie besonderes Engagement im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik verlieh die Schule zudem das schuleigene MINT-Diplom an Niklas Nink sowie Daniel und Tobias Krah. Im Anschluss an das offizielle Programm ließen es sich die Abiturientinnen und Abiturienten nicht nehmen, das Erreichte ausgiebig zu feiern und in zahlreichen Gesprächen Vergangenes und Künftiges in den Blick zu nehmen.

Und wenn nicht irgendwann äußere Zwänge der Feier ein Ende gesetzt hätten, dann, so heißt es, feierten und tanzten sie vermutlich noch heute.

Die Abiturientinnen und Abiturienten:

Hanna Balzer, Amelie Beus, Rebekka Borchardt, Nina Maria Bösl, Eric Braun, Jason Brautschek, David Brüggemann, Max Busch, Simon Elias Dörstel, Jan-Luca Drefs, Michael Eich, Judith Gebauer, Alicia Ghafouri, Anna-Carina Grote, Luca Sophie Grunwald, Leonie Heinz, Angelina Horch, Katharina Kahn, Jannick Kalter, Christine Kaul, Helen Renée Keffer, Daniel Krah, Tobias Krah, Daniel-Alexander Kramer, Max Kreil, Johan Mattes Kreuter, Sergio La Rocca, Lucia Maria Lahr, Max Löhr, Paul Löhr, Paul Mannweiler, Luca Matthies, Pascal May, Alisha Mendieta Fernandez, Maximilian Mies, Darya Mohebzada, Jennifer Müller, Marie Nadler, Niklas Nink, Nabil Osmani, Danny Prochnau, Tayab Tariq Ranjha, Leon Remy, Simon Rieder, Erik Romanski, Oliver Rommel, Lennart Roos, Leon Ulrich Rösch, Jette Rothbächer, Maikel Schaufler, Alexander Schmidt, Jakob Schmidt, Jana Romy Schneider, Armeek Serkees, Teresa Simoni, Christopher Sladkovic, Annalisa Smolders, Sebastian Sperber, Felix Stein, Dane Simon Stollenwerk, Anesa Suta, Nikita Sytsko, Dylan Theuer, Janik Thomas, Anna Traupe, Kim Velten, Robin Völkel, Alba von Altrock, Nele Wasmuth, Julia Weichert, Torid Weiss, Sophie Wersdörfer.Pressemitteilung

Gymnasium Bendorf

Die feierliche Zeugnisvergabe.

Die feierliche Zeugnisvergabe.

Die 72 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasium Bendorf. Fotos: Gymnasium Bendorf

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