Allgemeine Berichte | 14.01.2019

Lena Hübel ist Leiterin der Mayener Genoveva - Schule

Jetzt ist es offiziell

Notruf aus der Eifel - die Genoveva-Schule braucht dringend eine neue Führung

Schülerinnen und Schüler feierten gemeinsam mit den Gästen des Tages die Amtseinführung ihrer Schulleiterin.SOT

Mayen. Am vergangenen Freitag hat die neue Schulleiterin der Mayener Genoveva-Schule ihr Amt offiziell angetreten. Es war ein in vieler Hinsicht besonderer Anlass, zu dem zahlreiche Gäste aus dem Umfeld der Schule gekommen waren. Lena Hübel ist mit ihren 30 Jahren nicht nur eine ungewöhnlich junge Bewerberin auf die Funktionsstelle - sie wäre allein nicht einmal auf die Idee gekommen. Sie hatte es sich bereits als Förderpädagogin an der Anne-Frank Realschule plus in Mainz „gemütlich gemacht“ und wollte erst einmal Berufserfahrung sammeln, als sie ein echter Notruf aus der Eifel erreichte. Die Genoveva-Schule braucht dringend eine neue Führung und das ist keine Aufgabe, die jeder zu erfüllen in der Lage ist. Die Genoveva-Schule ist eine besondere Schule und befand sich am Scheideweg, man suchte seitens der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) also auch nach einem besonderen Menschen für die Leitungsfunktion - und den hatte sich Dr. Ingeborg Thümmel mit Lena Hübel fest ins Auge gefasst. Es sollte sie allerdings noch viel gutes Zureden und entschlossene Überzeugungsarbeit kosten, denn die junge Frau hatte ihre Zweifel, ob sie die richtige für die große Aufgabe sei. Beinahe hätte Hübel noch, unmittelbar vor dem ersten Treffen an der Schule, abgesagt: „In mir hat die Vorstellung „Ich als Leiterin einer Schule“ auch erst reifen müssen“, erzählte sie den Gästen und Gratulanten am Freitag. Einen Tag vor dem ersten geplanten Treffen an der Schule, habe sie den Hörer in die Hand genommen, um fest entschlossen mitzuteilen, dass das noch nichts für sie sei. „Ich habe bei Ihnen angerufen, Frau Dr. Thümmel, bei Ihrem Kollegen Herrn Groß und bei den Damen und Herren im Vorzimmer - vergeblich. Also blieb mir nichts anderes übrig als in die Eifel zu fahren und Ihnen persönlich mitzuteilen, dass das hier noch nichts für mich sei.“

„Hier will ich arbeiten!“

Ausschlaggebend dafür, dass sie heute dennoch da stehe, seien letztendlich 120 Minuten vor Ort an der Genoveva-Schule gewesen: „Das herzliche Miteinander zwischen Schülern und Lehrern, die wertschätzende, familiäre Atmosphäre, zusammen mit den hellen und freundlichen Räumlichkeiten, den liebevoll eingerichteten Klassenzimmern - das hat mich persönlich angesprochen und mich bewegt und letztendlich zum Umdenken bewogen“, berichtet sie. „Für mich war dann klar, hier will ich arbeiten, hier will ich mich einbringen und was meine Rolle betrifft: Ich versuche es und setze alles mir Mögliche daran, meine neue Aufgabe gut zu erfüllen und der damit verbundenen Verantwortung gerecht zu werden“, so die junge Schulleiterin, die ihr Kollegium ebenso wie die Elternschaft, die Kooperationspartner der Schule und auch die Vertreter der Kreisverwaltung in Windeseile von sich überzeugen konnte. „Man kennt Sie heute, Frau Hübel, und man weiß, dass Sie engagiert sind und das Kollegium begeistern, Schüler als positive Herausforderung verstehen und mit einem Elan und einer Lebensfreude arbeiten, der sich wirklich keiner und keine verschließen kann“, fasste Dr. Ingeborg Thümmel von der ADD Koblenz zusammen. Das Studium, das die junge Schulleiterin mit Bravour abgeschlossen hat, sei das eine - „das wichtigste ist jedoch, dass man einen Bezug zu diesen Schülern hat. Und wenn ein Förderschullehrer einen Bezug gewinnt, dann ist das andere marginal. Es ist nachrangig“, so Thümmel. Für sie sei wichtig gewesen, als ich Frau Hübel kennenlernte, ihre emphatische Art und Weise, auf Schüler zuzugehen und die Schüler/ - innen als positive Herausforderung zu verstehen „und ich denke, ihr Wirken hier zeigt, dass wir genau die richtige Wahl getroffen haben“, so Dr. Thümmel, der es letztlich gelang, die junge Frau gegen alle Zweifel zu überreden.

Die Schule braucht eine Schulleiterin mit Elan

Sie sei sich sehr sicher gewesen, dass Lena Hübel die Schule mit Elan und Expertise weiterentwickeln würde, gestand die Vertreterin der Schulaufsicht am Freitag, „denn sind wir einmal ganz ehrlich: Die Genoveva-Schule brauchte eine Schulleiterin mit Elan und aufgrund des Schülerschwundes hatte bereits das Ministerium mehrmals angefragt.“ 2017 sei dann der Tiefpunkt erreicht gewesen, die Schüleranzahl sei unter 30 gefallen und es kamen erneut berechtigte Fragen auf. „Wir kannten die Gründe für den Rückgang der Schülerzahlen und mit der Unterstützung von unserem Landrat, Herrn Dr. Saftig, der uns nicht nur diese schönen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt, sondern uns in jeder Weise unterstützt hat und mit der großen Unterstützung der Kreisverwaltung haben wir die Ärmel hochgekrempelt.“ Das Kollegium habe dabei allerdings auch eine ganz entscheidende Rolle gespielt und zu jeder Zeit klar signalisiert: „Wir machen alles - wir wollen diese Schule erhalten.“ „Für mich stand darüber hinaus fest: Wir schaffen es, dass sich diese Schule einen sehr guten Ruf erwirbt“, so Dr. Thümmel, „und auch das ist uns gelungen: Nach einem Jahr hatte das Kollegium mit Lena Hübel an der Spitze es geschafft. Wir haben jetzt Schülerzuwächse, die von der ADD gesteuert werden müssen. Denn viele Kinder und Jugendliche mit dem Förderbedarf „geistige und motorische Entwicklung“ des Kreises Mayen - Koblenz wollen zu uns und die Anfragen von Rückkehrern steigen. Wir haben auch Anfragen aus anderen Kreisen aber wir wollen diese Schule erhalten, wie sie ist, nämlich in einem familiären Rahmen mittendrin in Mayen.“

Auf Erfolgskurs

Heute ist die Genoveva-Schule auf Erfolgskurs: Unterricht und Förderung sind untrennbar verknüpft: Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten kommen regelmäßig an die Schule und unterstützen und ergänzen den gesamten Prozess; das Therapieangebot erstreckt sich inzwischen auch auf die Reittherapie und es gibt einen Schulhund, der bei den Kindern besonders beliebt ist. Die Genoveva-Schule ist am Projekt „Medienkompetenz macht Schule“ beteiligt, ein starkes Konzept für die Berufsvorbereitung ist etabliert und es entstanden Schülerfirmen, wie der Kiosk, das Café und eine Holzwerkstatt. Die Schülerinnen und Schüler nehmen sowohl am Fußball-Camp als auch beim Landes-Kunst-Projekt teil und insgesamt macht sich die Einrichtung für die Inklusion im sozialen Raum stark. Dr. Ingeborg Thümmel bedankte sich bei allen Kooperationspartnern, allen voran bei Josef Brodam vom Verein „Lebenshilfe e. V.“ für die gute, verlässliche Zusammenarbeit und die Unterstützung. Die Lebenshilfe habe stets ihre gesamten Verbindungen mit der Genoveva-Schule geteilt und sei als starker Partner in ihrer Seite. Abschließend wandte sich Thümmel noch einmal an die junge Schulleiterin: „Sie handeln in ihrem Berufsalltag so, wie Albert Schweitzer es empfiehlt: Das gute Beispiel ist nicht nur eine Möglichkeit, Menschen zu beeinflussen - es ist die einzige.“ Das gute Beispiel, das Vorbild, sei eine sehr gute Möglichkeit, Orientierung zu geben und zu finden, so Thümmel. „Für Sie als Schulleiterin und als Führungskraft ergeben sich zwei Aufgaben: Gehen Sie weiterhin auf die Suche nach guten Vorbildern und seien Sie Ihrem Kollegium ein solches. Seien Sie ein gutes Beispiel für alle Lehrerinnen und Lehrer in Mayen und für alle Schulleiterinnen und Schulleiter im Aufsichtsbereich Koblenz. Wir lassen uns gerne von Ihnen beeinflussen und inspirieren.“

Weitere Infos zur Genoveva - Schule: www.genoveva-schule.de.

Leben Lernen Mittendrin - Lena Hübel (3. v. l.) kann auf die starke Unterstützung bei derBewältigung ihrer großen Aufgabe zählen (v.l. Elternsprecher Herr Geisbüsch, LandratDr. Alexander Saftig, Lena Hübel, Dr. Ingeborg Thümmel, Kollege und Mentor Heinz Krücken,Pfarrer Matthias Veit, Martina Luig - Caspari als Vertreterin der Stadt Mayen). Fotos: SOT

Leben Lernen Mittendrin - Lena Hübel (3. v. l.) kann auf die starke Unterstützung bei der Bewältigung ihrer großen Aufgabe zählen (v.l. Elternsprecher Herr Geisbüsch, Landrat Dr. Alexander Saftig, Lena Hübel, Dr. Ingeborg Thümmel, Kollege und Mentor Heinz Krücken, Pfarrer Matthias Veit, Martina Luig - Caspari als Vertreterin der Stadt Mayen). Fotos: SOT

Ist nachweislich die Richtige für das Amt der Schulleiterin:Lena Hübel freute sich sehr über das Geschenk der Kinder und Jugendlichen.

Ist nachweislich die Richtige für das Amt der Schulleiterin: Lena Hübel freute sich sehr über das Geschenk der Kinder und Jugendlichen.

Schülerinnen und Schüler feierten gemeinsam mit den Gästen des Tages die Amtseinführung ihrer Schulleiterin. Fotos: SOT

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