Rotary Club Mayen feierte mit einer Klavier-Matinée 50-jähriges Bestehen
Joseph Moog ließ Tasten sprechen und Werke der Komponisten lebendig werden
Besucher der Matinée wurden Teil eines außergewöhnlichen Musikerlebnisses
Mayen. 1969 gründeten sozial und gesellschaftlich engagierte Männer und Frauen den Rotary Club Mayen. Der Verein feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag und lud aus diesem Anlass Mitglieder, Förderer und Musikbegeisterte am Samstag zu einer festlichen Matinée in die Aula der Dachdeckerfachschule ein. Am schwarzen Flügel konnte Präsident Frank Weber den jungen, international renommierten Pianisten Joseph Moog begrüßen. Moog wurde 1987 in Ludwigshafen geboren. Durch Auftritte im berühmten Concertgebouw Amsterdam, in Moskau, Istanbul, Hamburg und München hat er sich schon früh internationales Renommée erspielt und war 2016 für den Klassik-Grammy nominiert. Sein Großvater war drei Jahrzehnte lang Mitglied der Mayener Rotarier. Umso größer die Freude, dass der sympathische Pianist nicht nur bekannte Werke von Mozart, Beethoven, Chopin und Liszt präsentierte, sondern auch Kompositionen von Michael Staudt. Der Rotarier, Musiker und Musiklehrer, der an der Musikhochschule Mainz lehrt und in Mayen lebt, hat sich auch als Komponist einen Namen gemacht.
In seiner kurzen Begrüßungsansprache begrüßte Präsident Frank Weber die Gäste, darunter auch Rotarier der französischen Partnerstadt Joigny . Mit nach Mayen gereist war ein Mitglied, das die Gründung des Mayener Clubs vor 50 Jahren schon persönlich erlebt hat. Auch aus dem englischen Barnoldswick hatten sich Rotarier auf den Weg gemacht, um zusammen mit den Mayener Freunden zu feiern. Weber dankte Michael Staudt, der das außergewöhnliche Klassik-Konzert organisiert hat und den renommierten Pianisten Joseph Moog für einen Auftritt in der Heimat seiner Großeltern gewinnen konnte. Weber wies auch auf zwei laufende Spendenaktionen der Mayener Rotarier hin. Rotarier auf der ganzen Welt machen sich für die endgültige Ausrottung der Kinderlähmung weltweit stark und unterstützen Impfaktionen in den drei verbliebenen Ländern, in denen Polio noch auftritt. Auf lokaler Ebene unterstützen die Rotarier den Hospizverein der Stadt. Beide Spendenaktionen machen deutlich, dass die Rotarier Clubs durch ihre weltweite Vernetzung einen Beitrag auch international zu gezielten Projekten leisten und sich gleichzeitig vor Ort auf lokaler Ebene engagieren. Er lud das Publikum in der ausverkauften Aula zu einem hochklassigen Konzerterlebnis ein und versprach musikalischen Hochgenuss. Und schon die ersten Töne, die der sympathische Joseph Moog dem schwarzen Flügel entlockte, machten deutlich, dass die Besucher an diesem Samstag tatsächlich Teil eines außergewöhnlichen Musikerlebnisses werden würden.
Der sympathische Pianist, der schon in jungen Jahren die Bezeichnung Wunderkind zurückgewiesen hat, beeindruckte bei seinem Auftritt in Mayen durch seine unprätentiöse, zurückhaltende Spielweise. Statt der nicht unüblichen übersteigerten Selbstinszenierung am Flügel ließ der weltbekannte Moog die schwarz-weißen Tasten sprechen und die Werke der Komponisten lebendig werden. Der Einstieg mit Mozarts „Fantasie d-Moll KV 397“ gelang aufs Vortrefflichste. Die drängende Unruhe und resignative Klage wurden im zweiten Teil abgelöst von einem heiteren Allegretto in D-Dur.
Mozart in höchster Vollendung
Mit Beethovens „Mondscheinsonate folgte ein häufig gespieltes Stück. Die Sonate, so Moog, wurde allerdings keineswegs bei Mondschein in einer Laube komponiert, sondern war eine Totenklage für das Begräbnis eines Bekannten. Sie ist die 27. von 32 Sonaten, die der große Komponist zwischen 1797 und 1823 schuf. Nach den berühmten Klassikern ließ Moog eine Komposition von Michael Staudt erklingen. Der Mayener Komponist hatte das bekannte Motiv des englischen Komponisten Edward Elgar aus „Pomp and Circumstances“ aufgenommen und variiert. Staudts Faible für noble und aristokratische Musik machte nicht nur die englischen Gäste glücklich. Viel Beifall für den Pianisten und den Komponisten Staudt, der die Matinée organisiert hat.
Nach einer längeren Pause, in der Gäste und Gastgeber sich bei kalten Getränken und kleinen Snacks zum Austausch trafen, ging es musikalisch mit einem romantischen Werk von Frédéric Chopin weiter. Im „Scherzo Nr. 1 h-Moll“ verarbeitete der Komponist ein altes polnisches Weihnachtslied im schnellen Dreivierteltakt. Mit „Bits and Pieces“ liefert Michael Staudt eine weitere Komposition mit Zitaten bekannter Werke ab. Die 24 Stücke sind als Zyklus gedacht . Auf eine Einspielung der Werke Staudts durch Joseph Moog als CD darf man nach diesem Konzert gespannt sein.
Den fulminanten Schlusspunkt setzte der Pianist mit der „Ungarischen Rhapsodie Nr. 32“ von Franz Liszt. Nach Standing Ovations der begeisterten Besucher nahm Joseph Moog noch einmal am Flügel Platz und ließ die „Polonaise“ von Chopin zum Abschluss erklingen.
Ein würdiger Abschluss dieses außergewöhnlichen Konzerts, mit dem die Mayener Rotarier sich selbst und ihrer Stadt ein würdiges Geschenk gemacht haben.
Extra aus England angereist: Mitglieder des Rotary Clubs der Partnerstadt.
Joseph Moog, Frank Weber und Michael Staudt (v.l.).
Unprätentiös und einfühlsam: Joseph Moog am schwarzen Flügel. Fotos: BE
