Lesung im Café in der Mitte
Joshua Clausnitzer las in seiner Heimatstadt Meckenheim
Erstlingswerk von der Fachpresse positiv aufgenommen
Meckenheim. Seine nunmehr vierte Lesung präsentierte Joshua Clausnitzer ausgerechnet an einem Freitag den 13. im Café in der Mitte in Meckenheim. Dass dieses Datum nicht zwangsläufig ein schlechter Tag sein muss, bewies der 22-Jährige mit markanten Ausschnitten aus seinem Erstlingswerk mit dem Titel „Wortspiele und andere Kuriositäten“.
In einem ausgewogenen Wechsel mit Stücken des Duos „40 Miles“ bot er lustige, nachdenkliche und kritische Texte, die vom Publikum interessiert aufgenommen wurden. Die positiven Kritiken der Fachwelt fand man an diesem Abend bestätigt. Der junge
Meckenheimer verliert sich nicht in Belanglosigkeiten, sondern setzt sprachliche Mittel gezielt ein, um alltägliche sowie stark polarisierende Themen zu bearbeiten. Oft genug liefern seine Texte Denkanstöße, mal Mainstream, mal ungewöhnlich, und überlassen dem Leser die weitere Interpretation selbst. Joshua Clausnitzer war es eine besondere Freude, wieder eine Lesung in seiner Heimatstadt anbieten zu können. Nachdem er bereits auf den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig gelesen hatte, hat ihn die positive Resonanz in seinem Ziel bestärkt. Sein Wunsch ist es, mit sprachlichen Mitteln auch aus Reizthemen für den Leser Positives zu schaffen. So bearbeiten seine Gedichte und Kurzgeschichten zum Beispiel die Stellung der Presse in der Gesellschaft oder nachbarschaftliche Verhältnisse, die unterschiedlicher kaum sein könnten, ebenso wie die Flüchtlingswelle, die unser Land in der jüngeren Zeit erlebt hat. Kritische und konstruktive Auseinandersetzung mit kontrovers diskutierten Themen des Alltags sowie der großen Politik will er bei den Rezipienten seiner Werke bewirken. Auch sein nächstes Buchprojekt soll wieder Kurzgeschichten und Gedichte gleichermaßen beinhalten. In das Buch einfließen werden neue, noch in der Planung befindliche Texte sowie solche, die derzeit in Literaturwettbewerben sehr positiv in den obersten Platzierungen gehandelt werden. Ein für Clausnitzer besonders interessanter Text, der derzeit ebenfalls an einem Wettbewerb teilnimmt, verlangte die Auseinandersetzung mit dem eigenen jugendlichen Ich. Das Thema reizte ihn besonders, da er selbst schließlich erst 22 Lenze zählt. Die Schwierigkeit, über eine eigentlich noch andauernde Phase des eigenen Lebens mit künstlerisch schaffender Distanz zu schreiben, habe ihn besonders gereizt, berichtete er. Clausnitzers erklärtes Ziel ist es, aus seiner Berufung einen Beruf zu machen, der einerseits seinem künstlerischen Schaffen gerecht wird, andererseits seinen Lesern Lesefreude und gleichzeitig Denkanstöße bietet.
Das Duo „40 Miles“ spielte im Wechsel mit der Lesung des jungen Meckenheimers. Fotos: -CEW-
