Jubiläumskonzert in St. Anna
Bachem. In der diesjährigen Konzertreihe des Bachemer Kapellenvereines mit dem Motto „Und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht“ war dem Männerchor Bachem 1904 e.V. vergönnt, dem Wahrzeichen des Winzerdorfes, der St. Anna-Kapelle, zu ihrem 100. Geburtstag einen musikalischen Gruß zu senden. Auf diesen musikalischen Höhepunkt hatten sich die knapp 30 Bachemer Sänger intensiv vorbereitet und schritten am letzten Julisonntag mit einem guten Gefühl in die bis auf den letzten Platz besetzte Kapelle. Bevor Reinhold Kurth, der Vorsitzende des Kapellenvereins, die Gäste willkommen hieß, trug der Männerchor unter Leitung von Chordirektor Hans-Albert Jahn mit „Heimat“ von Ernst Hansen sein erstes Chorwerk des Abends vor. Dem folgten mit „Im Dorf da geht die Glocke schon“ von Bernhard Weber sowie „Der Wandrer“ von Gerd Sorg zwei weitere Melodien, mit denen es den Sängern eindrucksvoll gelang, ihre enge Verbindung mit ihrem Heimatort Bachem zum Ausdruck zu bringen. Die erste Premiere des Abends war mit „Dank sei Dir Herr“, ursprünglich von Georg Friedrich Händel, ein Beispiel feinster Abstimmung zwischen den Sängern und der Solistin des Abends, der Sopranistin Heike Kettel. Dass dies gelang, zeugte der spontane kräftige Beifall des Publikums. Diesen Moment nutzte der mit einer gelungenen Kombination aus lockeren Anekdoten und fundiertem Sachverstand durch das Programm führende Sänger Wolfgang Eschner, um zum nächsten Programmpunkt, den „Jungs mit der Mundharmonika“ überzuleiten. Diese fünf Sänger erfreuen schon fast traditionell die Zuhörer mit Evergreens und animieren zum Mitsummen. Mit Liedern wie „Butterfly“ von Danyel Gérard trafen sie auch diesmal den Nerv der Zuhörer und wohl ganz besonders den des Stadtbeigeordneten der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler Hans-Jürgen Juchem, der dies später in seiner Dankesrede nochmals geistreich und humorvoll zum Ausdruck brachte. Im dritten Teil des Konzertes unter der in Deutschland einzigartigen Faltengewölbedecke präsentierten die Bachemer Sänger drei Spirituals und begannen äußerst gefühlvoll mit Fritz Greis‘ „Kumbaya“, was laut Eschner einen Appell an Gott bedeutet, herbeizukommen und zu helfen. Inhaltlich passend folgte mit dem aus der Feder von Hans Weiß-Steinberg stammenden „Down by the Riverside“ eine weitere Premiere und damit der Aufruf, nicht mehr den Krieg zu studieren. Den Abschluss dieses Abschnittes bildete das allseits bekannte „All Night, All Day“ im Arrangement von Kunibert Koch. Den Übergang zum Schlussteil des sehr schnelllebigen Konzertes läutete überzeugend das Duett der Sopranistin Heike Kettel und Hans-Albert Jahn zu „Somewhere“ aus dem Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein ein. Im Anschluss daran folgten drei eher sakrale Chorwerke und mit „Maria Lassu“ eine weitere Premiere für den Chor. Den italienischen Text und die enorme Dynamik im Gesang, beides vom in seinem Heimatland Italien hoch geschätzten Komponisten und Chorleiter Bepi de Marzi, meisterte der Chor in herausragender Weise. „Wenn ich ein Glöcklein wär“ von Franz Xaver Engelhart, erinnerte die Zuhörer anschließend mit seinem schwingenden Rhythmus an den hellen Klang der Glocke von St. Anna. Dem folgte der Chorsatz des Vizechorleiters des Männerchores Bachem, Gerhard Augustin, „Weiß ich den Weg auch nicht“, zu dem er selbst gern das Dirigat übernahm. Ein hochgradig harmonisches Konzert ging mit „Im Abendrot“, einem von Franz Schubert vertonten Gedicht, und einem lang anhaltenden Beifall der sichtlich begeisterten Zuhörer zu Ende. Für Interessierte hier noch ein Veranstaltungstipp: Am Abend des 10. August 2025 gastiert der Männerchor Bachem 1904 e.V. zusammen mit dem Vokalensemble „belCanto“ aus der Grafschaft in der Kirche St. Martin in Holzweiler. Weitere Informationen zu diesem Chor sind zu erfahren unter: https://www.mc-bachem1904.de.
