110 Jahre MGV Kempenich
Jubiläumskonzert war „Nahrung für Leib und Seele“
Kempenich. Unter den vielen außergewöhnlichen Auftritten des Männergesangsvereins „Harmonie“ Kempenich 1909 e.V. dürfte auch das Konzert zum 110-jährigen Jubiläum am Sonntag in der Kirchenscheune allen Mitwirkenden und Zuhörern in schöner Erinnerung bleiben. Und, wie Gastgeber Pfarrer Thorsten Hertel in seinem Dankeswort zum Schluss formulierte, „als Nahrung für Leib und Seele“ . Statt langer Reden und offizieller Ansprachen zum Jubiläum gab es in der Kirchenscheune, die sich zu einem echten Treffpunkt in der Mitte des Dorfes entwickelt hat, viel Musik und kurzweilige
Unterhaltung. Ganz nach dem Motto „Musik sagt mehr als 1000 Worte“ fasste sich auch der Vorsitzende Johannes Schäfer, der die Gäste in vollbesetzten Kirchenscheune willkommen hieß, wieder gewohnt kurz. Und schon ging es auf den ersten Teil der kurzweiligen musikalischen „Reise um die Welt“ mit einem alten deutschen Volkslied, „Wenn alle Brünnlein fließen“. Und sie endete mit dem gleichnamigen schottischen Volkslied am Loch Lomond, das Symbol für eine tragische Liebe und den
Kampf um die Unabhängigkeit Schottlands geworden ist. Unterwegs machten die Sänger unter ihrem jungen Chorleiter Kevin Breitbach in Irland, Frankreich und den USA Station. „What a wonderful world“ des großen Louis Armstrong wurde in der Kirchenscheune zu einem mitreißenden „Wunderbar ist die Welt“. An den langen Applaus für den Chor und seinen Solo-Tenor Andreas Molitor
schloss sich Richard Keuler, der 1. Beigeordnete und Stellvertreter von VG-Bürgermeister Johannes Bell, mit einem kurzen Grußwort an, bevor es in eine Kaffee- und Kuchenpause ging. Mit einem Goethezitat „Musik füllt den Augenblick am
entschiedensten“, sprach er den Zuhörern in der Kirchenscheune aus der Seele. Musik als unerschöpfliche, weltumspannende Sprache, die das Leben der Musiker und ihrer Familien prägt. Er dankte dem Männergesangverein, „der im kulturellen, kirchlichen und gesellschaftlichen Leben Kempenichs eine hervorragende und wichtige Stellung einnimmt. Die öffentlichen Auftritte bis hin zu eigenen Konzerten bereichern das Gemeindeleben nachhaltig.“ Keuler zeigte sich überzeugt, „dass die lebendige Gemeinschaft des Männergesangvereins auch in Zukunft von Idealisten geprägt sein wird. Die steigende Mitgliederzahl ist ein guter Beweis dafür.“ Als Dankeschön und als Unterstützung für die Vereinsarbeit übergab er Geldgeschenke der Gemeinde Kempenich und der Verbandsgemeinde. Auch Winfried Schäfer, der Vorsitzende der GKKG, Kempenichs Großer Karnevalsgesellschaft, die in diesem Jahr ebenfalls ein Jubiläum feiert, schloss sich mit einem Geschenk seines Vereins und einem kurzen Glückwünsch an.
Nach der Kaffeepause ging es zügig auf die zweite Etappe der musikalischen Weltreise. Traditionelle Lieder wechselten sich jetzt mit durchaus ungewohnten Tönen ab, mit der der Chor sein Repertoire in jüngerer Zeit erweitert hat. Mit Kevin Breitbach am Klavier unternahmen die Sänger einen Ausflug in die Filmmusik (Der Herr der Ringe) und waren am Ende ganz oben, mit Reinhard Mey „Über den Wolken“. Ganz neu im Repertoire des MGV: „Der kleine Teddybär“ als A Capella-Version. Und ganz zum Schluss dann ein emotionaler Abgesang mit einem melancholischen Klassiker des Norwegers Edward Grieg. Zu Ende war das Jubiläumsfest damit noch lange nicht. Gastgeber und Gäste ließen es sich bei Kaffee, leckerem selbstgebackenem Kuchen und Erfrischungsgetränken gut gehen. Auch das eine kluge Investition in die Dorfgemeinschaft. Für die angenehme Bewirtung, die Nahrung für den Leib, hatten, natürlich ehrenamtlich, die besseren Hälften der Musiker gesorgt. Mit Mitarbeiter der Kirchenscheune durften sich diesmal bedienen lassen. Die Partyzelte wurden von Kempenichs Bobby Car -Freunden zur Verfügung gestellt. Auch wenn der Verein mit derzeit 27 aktiven Sängern gut aufgestellt ist, ist Nachwuchs immer willkommen. Die Proben finden Freitags um 19.00 Uhr im Gasthof Bergweiler statt.
Die Zuhörer lauschten gebannt und konzentriert.
