Filmprojekt an Schule
Jugendliche produzieren eigene Serie an der Stefan-Andres-Realschule in Unkel
aus Unkel
An der Stefan-Andres-Realschule plus in Unkel dreht die 10. Klasse eine eigene Serie. Das Projekt umfasst Drehbuch, Schauspiel und Technik und behandelt Themen wie Freundschaft, Liebe, Ausgrenzung und Selbstakzeptanz. Premiere ist für Juni 2026 geplant.
Unkel. Wo sonst Unterricht stattfindet, standen plötzlich Kameras, Scheinwerfer und Mikrofone: An der Stefan-Andres-Realschule plus ist in diesem Schuljahr ein besonderes Filmprojekt entstanden. Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse produzieren gemeinsam ihre eigene Serie – von der ersten Idee bis zur Premiere.
Seit Beginn des Schuljahres arbeiten die Jugendlichen zusammen mit der Kulturlotsin und Projektleiterin Anna-Lu Masch an dem Projekt. In einem halben Jahr Vorbereitung setzten sie sich mit Filmgestaltung auseinander, lernten die verschiedenen Berufe am Set kennen, entwickelten Geschichten, schrieben Drehbücher, organisierten Castings und planten die Dreharbeiten bis ins Detail.
Die Serie erzählt moderne „Romeo-und-Julia“-Geschichten und greift Themen auf, die die Jugendlichen selbst entwickelt haben: Freundschaft und Loyalität, Liebe zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Selbstakzeptanz, Homosexualität, aber auch Rassismus, Ausgrenzung und der Konflikt zwischen familiären Erwartungen und eigenen Gefühlen. Viele der Ideen basieren auf eigenen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.
Drehorte, Besetzung und professionelle Unterstützung beim Projekt
Gedreht wird an insgesamt zehn Drehtagen im März und im Mai. In der ersten Woche verwandelten sich Klassenräume, Flure, der Schulhof und die Aula in Filmkulissen. In der zweiten Woche im Mai wird auch außerhalb der Schule gedreht – unter anderem am Rhein, in der Bahn und im Bürgerpark.
Unterstützt wird das Projekt von einem kleinen professionellen Team sowie bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern. Im März sind unter anderem Kais Setti, bekannt aus „Blood Red Sky“ und „Dogs of Berlin“, als Schulleiter Zorn sowie Leni Adams, die die Rolle der Lehrerin Keller übernimmt. Weitere bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler konnten durch den Schüleraufruf „Schenk uns einen Drehtag“ gewonnen werden. Wer genau beim Dreh im Mai mitspielt, bleibt eine Überraschung.
Finanzierung, Verpflegung und mediale Aufmerksamkeit der Serie
Das Projekt wird vollständig aus Spenden und ehrenamtlichem Engagement getragen. Damit die Künstlerinnen und Künstler an den langen Drehtagen angemessen versorgt sind, hat das Netzwerk Gewaltfrei des Aktionskomitees Bad Honnef eine Förderung für die Verpflegung bereitgestellt. Aus diesen Mitteln bereitet eine Schüler*innengruppe an jedem Drehtag eine warme Mahlzeit für Cast und Crew zu.
Auch das Fernsehen wurde auf das außergewöhnliche Schulprojekt aufmerksam: Während der Dreharbeiten besuchte die WDR Lokalzeit das Set, filmte die Arbeit einer Schlüsselszene des Abschlussball-Finales in der Aula und interviewte zudem Sila, die zu Gast in der Lokalzeit war und im Beitrag von ihren Erfahrungen beim Projekt berichtete.
Aufgabenverteilung und Erfahrungen der Jugendlichen bei der Serienproduktion
Die Jugendlichen arbeiten dabei wie eine echte Filmcrew. Sie haben sich in verschiedene Bereiche aufgeteilt – von Regie über Set-Design und Kostüm bis hin zu Technik und Social Media. „Am Anfang konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit hinter einem Film steckt“, erzählt Schüler Luan. „Aber jetzt, wenn die Kamera läuft und alle zusammenarbeiten, fühlt es sich wirklich an wie bei einer richtigen Serie.“
Projektleiterin Anna-Lu Masch ergänzt: „Es ist unglaublich, zu sehen, wie selbstständig die Jugendlichen ihre Aufgaben übernehmen und ihre Geschichten zum Leben erwecken. Sie haben in wenigen Monaten gezeigt, dass sie echte Filmemacherinnen und Filmemacher sein können.“
Die Premiere der Serie ist für Juni 2026 geplant – ein Moment, auf den sich die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher schon jetzt mit großer Spannung freuen.
Dreharbeiten zur Szene des Abschlussballs Foto: Fotografin: Luc Karneboge
Kais Setti und Leni Adams Foto: Fotografin: Anna-Lu Masch
Filmteam der Lokalzeit gemeinsam mit Anna-Lu Masch und den SchauspielerI*innen Kais Setti und Leni Adams Foto: Fotograf: Luc Karneboge
