20 Jugendliche werden vom Schulabschluss bis zum Ausbildungsende begleitet
Jugendsozialarbeit im AW-Kreis auf neuen Wegen
Kreis Ahrweiler. Unter dem Motto „From School to Future“ (von der Schule in die Zukunft) wurde jetzt in Sinzig ein Pilotprojekt gestartet, in dem rund 20 junge Menschen vom Schulabschluss bis zum Ausbildungsende beziehungsweise Gesellenbrief von einer festen Ansprechpartnerin begleitet werden.
„Diese Art der Jugendsozialarbeit ist innovativ im Ahrkreis“, betont Siglinde Hornbach-Beckers, Leiterin des Fachbereichs Jugend, Soziales und Gesundheit der Kreisverwaltung Ahrweiler. „‘From School to Future‘ ist eine von mehreren Maßnahmen, die vom ‚Runden Tisch zum (Wieder-)Aufbau der sozialen Infrastruktur‘, ein kreisweiter Zusammenschluss sozialer Träger nach der Flutkatastrophe an der Ahr, initiiert wurde. Die daraus entstandene Initiative ‚Schule, Handwerksberuf(ung), Ausbildung‘ brachte dieses Projekt auf den Weg“, so Hornbach-Beckers. Es richte sich an junge Menschen, die die Abschlussklasse einer Förderschule oder Realschule plus besuchen.
Zum Informationsabend trafen sich jetzt Eltern, Jugendliche, Schulleitungen und Initiatoren im Haus der offenen Tür (HoT) des Bistums Trier in Sinzig, Träger des Projektes. Die dort beschäftigte sozialpädagogische Fachkraft Ulrike Michelt ist seit Anfang Februar mit Schülerinnen und Schülern der Janusz-Korczak-Schule (JKS, Förderschule) und der Barbarossaschule (Realschule plus) in Sinzig im Gespräch. Zudem steht sie im engen Kontakt mit Schulleitungen und Lehrkräften der beteiligten Schulen sowie den Eltern. „In einem ersten Schritt geht es darum, sich kennen zu lernen und einen passenden Ausbildungsplatz im Handwerk zu finden“, erläuterte sie.
Gemeinsam mit den Jugendlichen bereitete Ulrike Michelt auch den Infoabend vor, von der Gestaltung der Projekttafeln bis zur Moderation des Abends. „Die Jugendlichen beider Schulen sind schnell zusammengewachsen“, stellte sie fest. Das bestätigen auch Morgaine (17) aus Gönnersdorf und Paula (16) aus Bad Breisig. „Anfangs waren wir alle etwas zurückhaltend. Schon nach den ersten gemeinsamen Treffen sind wir richtig gut klargekommen“, erzählten sie. Beide haben schon konkrete berufliche Vorstellungen und freuen sich – wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler – über die Unterstützung, auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. „Derzeit sind wir in Gesprächen mit Innungen und Handwerksbetrieben, aber auch mit Einzelhändlern und anderen Gewerbetreibenden“, so Ulrike Michelt. „Wir freuen uns über weitere Betriebe, die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und Projektpartner werden möchten.“
„Super, dass junge Menschen über diese Findungsphase in der Ausbildung sozialpädagogisch begleitet werden“, sagte Uta Erlekampf, Konrektorin der Barbarossaschule. „Das ist ein guter neuer Aspekt für die Ausbildung und motiviert. Als Auszubildende sind die Beteiligten in der Gemeinschaft und fühlen sich nicht alleingelassen.“
Auch ihr Kollege Andreas Schmitt, seit eineinhalb Jahren Leiter der JKS, ist überzeugt: „Die Begleitung während der Ausbildung wirkt sich positiv aus, gibt Stabilität und hilft, die Herausforderungen zu schaffen. Wir unterstützen das sehr und freuen uns, dabei zu sein“, so Schmitt. Dieses Projekt passe gut ins schulische Konzept. Begeistert zeigt sich Petra Klein, HoT-Leiterin und Mitglied der „Initiative Jugendsozialarbeit – Schule, Handwerksberuf(ung), Ausbildung“.
„Auf diesem Weg werden Jugendliche als Beteiligte in der Entwicklung ihrer Interessen und Stärken nachhaltig unterstützt. Das ist der richtige Weg.“
„Ermöglicht wurde „From School to Future“ durch die finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren“, ergänzte Fachbereichsleiterin Siglinde Hornbach-Beckers: „Die Globus Stiftung fördert das Projekt mit 60.000 Euro, die SWR-Herzenssache und die Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz mit je 10.000 Euro. Dafür sind wir außerordentlich dankbar.“
Pressemitteilung
HoT Sinzig
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