Viva Voce begeisterten in der Remagener Rheinhalle
Jung, modern und mitreißend
A-cappella-Ensemble riss das Publikum mit - Repertoire von Opernarie bis Rap
Remagen. Einen Superabend, und das nur mit der Stimme, boten am Freitag die Sänger von Viva Voce einer rund 400-köpfigen Fangemeinde in der Rheinhalle. Schon der Beginn – die Sänger stiegen nacheinander ins Programm ein – mit einer Opernarie war beeindruckend. Gleich im Anschluss folgte ein toller Rap. Da wurde gleich zu Anfang die Vielfalt der Stimmkunst von Viva Voce deutlich.
Volltönend machten David Lugert, Heiko Benjes, Bastian Hupfer, Matthias Hofmann und das Ein-Mann-Percussion-Wunder Jörg Schwartzmanns ihrem Publikum Lust auf mehr mit Komplimenten wie „Superleute, Superspaß, superkrass“.
Chorknaben sind sie schon lange nicht mehr. Und auch das Boygroup-Image ist Schnee von gestern. Längst hat sich Viva Voce in der deutschsprachigen Kultur- und Theaterwelt als große A-cappella-Band etabliert. Vox-Pop nennen die fünf Stimmkünstler ihren unverwechselbaren Stil, der zu hundert Prozent mundgemacht ist. Nein, diese Band braucht keine Instrumente. Allein ihr gesangliches Können, vereint mit dem gegenwärtig vielseitigsten Vokal-Perkussionisten, sorgt für ein unvergessliches Konzerterlebnis.
Nach dem Rap folgten Songs wie „I still haven’t found what I’m looking for“, und schnell kam die Band auch ins Gespräch mit dem Publikum, und man tauschte sich über verschiedene Dialekte aus.
Das Schlagzeug stellt seine ganze Bandbreite solo vor und erntete große Begeisterung. Sehr gefiel die Ballade vom Aufbruch und dem Erkennen von neuen Chancen, ebenso wie „Ein Abend in Marseille“, wobei melancholisch vom Ende der Welt die Rede war. Mal heiter, mal ernst, mal melancholisch begeisterten die fünf Jungs, auch wenn sie längst dem Boygroup-Alter entwachsen sind.
In ihrer bald 20-jährigen Bandgeschichte haben Viva Voce so ziemlich alles ausprobiert, was musikalisch ohne Instrumente möglich ist. Bei rund 150 Konzerten im Jahr zählen die Träger des Bayerischen Kulturpreises zu den gefragtesten Vokalensembles.
In den letzten Jahren sind Viva Voce weit herumgekommen in der Welt, von Chile bis China sind sie gereist, eine Tour durch Brasilien liegt hinter ihnen – immer mit leichtem Gepäck.
Die mitreißende Bühnenshow „Ego“ bot brillante Unterhaltung, mit viel Witz, Charme und Humor huldigte, Viva Voce einen ganzen Abend lang dem Zeitgeist des (eigenen Ego). Eine Mischung aus aktuellen Charthits, Neukompositionen und Evergreens machten die brandneue Bühnenshow ungeheuer vielfältig, dicht und mitreißend. Ergänzt wurde die Show mit einem überwältigenden Lichtspektakel. AB
