Konzert in der Havanna Lounge in Remagen
Jung, musikalisch und engagiert
Sängerin Maria Daoud und Band begeisterten mit Soul, Pop und Funk
Remagen. Es brummte in der Havanna Lounge des Rheinhotels Anker und das aus gutem Grund: Unter dem Titel „Introducing Maria Daoud“ stieg ein Konzert, das die erst 16-jährige Sängerin, Gymnasiastin auf Nonnenwerth, gemeinsam bestritt mit Arnold Kocurek, Gitarre und Gesang, Viktoria Manns, Klavier, Mark Braun, Bass und Valentin Bücherl am Schlagzeug.
Prima Bläser-Unterstützung lieferten dazu zwei Musiklehrer der Schule, Jürgen Roth, Trompete, und Gerhard Halene, Posaune und Flügelhorn. Im Publikum fieberten zahlreiche Freunde, Verwandte, Mitschüler, Ehemalige und Lehrer der Schule mit. „The Chicken“, ein Jazz-Funk-Standard von Jaco Pastorius, markierte den instrumentalen Einstieg. Dann ließ Maria Daoud hören, was ihre erstaunliche Stimme hergibt. In expressivem Sound und mit sparsamer Bewegung performte sie die Songs, beginnend mit „Valerie“ in der Amy-Winehouse-Version. Ein großes musikalisches Spektrum umfasste das in zwei Sets gegliederte Programm. Bei so unterschiedlichen Titeln wie „Mercy“ (Duffy), „Take a Bow“ von Rihanna, „Sex on Fire“ von Kings of Leon, „Man in the Mirror“ oder zuletzt Billy Joels „New York State of Mind“ konnte die Vokalistin ihr Potenzial ausspielen. Es gab ein Wiederhören von „Jailhouse Rock“, jenem von Jerry Leiber und Mike Stoller 1957 verfassten Rocksong, den Elvis Presley berühmt machte. Mit Stimmvolumen und viel Gefühl interpretierte die Vokalistin besonders überzeugend „Will You Still Love Me Tomorrow“, gesungen von den Shirelles 1960.
Dass Gastmusiker Arnold Kocurek eigens aus Polen anreiste, um aktiv am Konzert teilzunehmen, wurde bejubelt. Im Oktober 2019 lernten er und die Band sich bei den Kulturtagen in Oppeln (Schlesien) kennen, wo das „Quartett Maria Daoud“ (Daoud, Bücherl, Manns und Roth) auftrat und Kocurek gerade einen Gesangswettbewerb gewonnen hatte. Auch in Remagen blieb es nicht beim Gitarrenbeitrag. Kocurek sang einen Ed-Sheeran-Song, den frechen Jan-Delay-Titel „Oh Jonny“, ein polnisches Lied, das ermuntert, trotz Schwierigkeiten nie aufzugeben, sowie im Duett mit Maria Daoud „Bauch und Kopf“ von Mark Forster. Das Publikum ging begeistert mit und applaudierte auch zu Recht, als den Helfern Dank ausgesprochen wurde, allen voran den Musikpädagogen Roth und Halene, deren Spielfreude in jedem Moment des Konzerts zu hören und zu sehen war. Jürgen Roth organisiert bereits neue Auftritte in Polen.
Die Zuhörer fühlten sich prächtig unterhalten. Zuletzt schwenkten sie die Arme und sangen mit bei „Hey Jude“ von den Beatles, eine von zwei Zugaben, mit denen ein besonderes Konzert endete. HG
Maria Daoud ganz in ihrem Element. Foto: Jana Schlochtermeier
