Razejunge lassen alte Tradition aufleben
Jung und Alt gemeinsam im Weinberg
Lehmen. Alle vier Jahre erinnern die Lehmer Razejunge beim traditionellen Misttragen in den kalten Wintermonaten an die mühevolle Arbeit ihrer Vorfahren in den Steillagenweinbergen der Terrassenmosel. Erhielten die Vorfahren der Razejunge im Jahre 1784, wie es im Kirchenbuch der Ober Pfarrkirche Lehmen zu lesen ist, noch einen rheinischen Florin und 30 Albus für das Mistragen im Weingarten der Kirche, verrichten sie heute diese Arbeit ehernamtlich und mit viel Spaß.
Am Samstag, 7. März ist es wieder so weit. Gestartet wird um 9 Uhr. Dann werden die Rebstöcke des Razejungewingerts in der Lehmener Würzlay nach Altväter Sitte wieder mit Stallmist gedüngt. Die Razejunge freuen darauf, zahlreiche Gäste und natürlich die Schülerinnen und Schüler der Sankt Georg Grundschule Lehmen im Weinberg begrüßen zu können. „Ohne die Kenntnis unserer Vergangenheit gibt es keine Zukunft“ sind sich Willi Unschuld und Dieter Möhring einig, die mit der Seniorengruppe der Razejunge seit Jahren die Schüler der Grundschule Lehmen bei der praktischen Arbeit im Wingert „rund ums Jahr“ begleiten und der neuen Generation die Arbeit ihrer Vorfahren nahe bringen. Ein Stück Generationenvertrag Es kommen Anfang März natürlich auch die traditionellen Razen zum Einsatz. Die aus astlosen Haselnussstöcken geflochtenen Rückentragekörbe dienten und dienen auch heute noch dazu den Stallmist auf die hoch gelegenen Terrassen zu tragen. In einer umfangreichen Dokumentation mit zahlreichen Bildern ist der Bau dieser traditionellen Razen auf der Homepage der Lehmer Razejunge beschrieben.
