„Ahrhöde Jonge“ und „Niddehöde Jonge“ stellten die Maibäume auf
Junggesellen ließen sich vom Regen nicht aufhalten
Ahrweiler. Nachdem die Adenbachhut sowie die Oberhut schon am vorletzten Aprilwochenende den Anfang gemacht hatten, zelebrierten nun mit der Ahrhut und der Niederhut zwei weitere der insgesamt vier Ahrweiler Huten das althergebrachte Brauchtum des Maibaumaufstellens. Genau wie bei den anderen Huten waren auch die Maibäume der „Niddehöde Jonge“ und „Ahrhöde Jonge“ aus dem Ahrweiler Wald vor die historischen Stadttore befördert worden.
Von den kühlen Temperaturen samt Regenschauern ließen sich weder die vielen Bürger noch die Junggesellen die gute Stimmung vermiesen – zumindest vorerst nicht. Mit den schweren, aus Holz gefertigten „Riesenzangen“, auch „Micken“ genannt, rückte man den jeweils um die 30 Meter langen Baum-Giganten zu Leibe. Obwohl beide Huten schon am Nachmittag mit den Aufstell-Vorbereitungen begonnen hatten, ist die Errichtung des festlich geschmückten Maibaumes eine hohe Kunst, die neben Muskelkraft und Teamarbeit auch viel Geschicklichkeit erfordert und eine lange Aufbauzeit in Anspruch nimmt.
Laut schallten die verschiedenen Kommandos der „Mickendrücker“ durch die Stadt. Sowohl am Niedertor als auch am Ahrtor ragte der Maibaum erst bei Einbruch der Dämmerung gen Himmel – begleitet vom Applaus der zahlreichen Schaulustigen, die es sich bei Snacks und kühlen Getränken gut gehen ließen. In der Niederhut musste der Maibaum kurz darauf jedoch den Witterungsbedingungen Tribut zollen und konnte nicht an seinem angestammten Platz verbleiben. Glücklicherweise fand man eine kräftige Birke als „Ersatzbaum“.
Für die Mitglieder der Ahrweiler Junggesellenvereine war das Aufstellen des Maibaums der Auftakt zu den alljährlichen Maifeierlichkeiten, bei denen unter anderem auch der unverheirateten Herzensdame ein Birkenbaum vor die Haustüre gestellt wird. Ein Liebesbeweis, für den „hutenfremde“ Verehrer einen kleinen Obulus bestehend aus Bargeld und Bier an den jeweiligen Junggesellenverein entrichten müssen. Eine Besonderheit stellt zudem die „Maibaumverlosung“ der „Ahrhöde Jonge“ dar. Hierzu bietet man eigens nummerierte Lose zum Kauf an und bringt dem späteren Gewinner nach dem Abbau des Maibaums diesen auf Wunsch zerkleinert nach Hause. So kann der ehemalige Maibaum beispielsweise als Kaminholz genutzt werden.
Mit vereinten Kräften gelang es den „Ahrhöde Jonge“, den Maibaum aufzustellen.
