Einblick hinter Gefängnismauern: JVA Wittlich zu Gast am KSG
Justizvollzug aus erster Hand
Andernach. Am Mittwoch, dem 21. Januar 2026, besuchten vier Beamte der Justizvollzugsanstalt Wittlich das Kurfürst-Salentin-Gymnasium, um unter anderem den neunten Klassen einen Einblick in ihre Arbeit im Bereich des Justizvollzugs zu geben. Zu Beginn der Veranstaltung stand ein Brainstorming zum Thema Gefängnis. Dabei ging es unter anderem um die Frage, was den Schülerinnen und Schülern im Gefängnis am meisten fehlen würde. Nach dem Abspielen mitgebrachter Videointerviews mit Inhaftierten wurde schnell deutlich, dass die Einschätzungen der Schülerinnen und Schüler und der Häftlinge teilweise deutlich voneinander abweichen.
Überrascht zeigten sich die Schülerinnen und Schüler vor allem über den abwechslungsreichen Arbeitsalltag der Beamten in der JVA. Das breite Aufgabenspektrum der Resozialisierung, das vom gemeinsamen Bestreiten des Alltags bis hin zur Begleitung bei Therapiegruppen reicht, stieß auf großes Interesse. Zudem erklärten die Beamten die unterschiedlichen Arten von Justizvollzugsanstalten. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, um Fragen zu Themen wie guter Führung oder dem Sicherheitsgefühl im Umgang mit den Gefangenen zu stellen. Besonders beeindruckt zeigten sie sich davon, dass Gefangene ein Taschengeld erhalten und Zigaretten konsumieren dürfen sowie davon, dass in einigen Fällen sogar ein Kühlschrank im Haftraum erlaubt ist.
Bei der Vorstellung der verschiedenen Wege in den Justizvollzug sorgte vor allem die Information für Überraschung, dass es auch Personen gibt, die nach dem Urteil selbstständig eine Justizvollzugsanstalt aufsuchen, um dort ihre Haft anzutreten. Auch das Thema Vandalismus wurde angesprochen. Bilder von Wutausbrüchen innerhalb der Anstalt weckten dabei großes Interesse. Darüber hinaus erklärten die Beamten, wie im Justizvollzug Rücksicht auf Religion und persönliche Bedürfnisse genommen wird. Genannt wurden unter anderem spätere Essenszeiten für muslimische Gefangene während des Ramadans sowie längere Besuchszeiten für Häftlinge mit Kindern.
Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Beamten die Frage, ob die Jugendlichen den Justizvollzug nach diesem Einblick für sinnvoll erachten. Insgesamt konnten die Schülerinnen und Schüler viele neue und wichtige Informationen mitnehmen und einen grundlegenden Einblick in den Justizvollzug gewinnen, der einen bedeutenden Teil der Exekutive darstellt.BA
