Jahresausklang im Zehnthaus
Kammerkonzert des Schöbel-Quartetts
Swisttal-Odendorf. Zum Ausklang des Jahresprogramms 2015 lud der Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig zu einem Kammerkonzert mit dem Schöbel-Quartett ein. Auf dem Programm standen Werke von Leos Janacek (2. Streichquartett), Wolfgang Amadeus Mozart (Streichquartett G-Dur KV 387) und Robert Schumann (Streichquartett F-Dur op. 41/2). Es spielten Heinz Schöbel (Violine), Peter Bruns (Violine), Gertrud Schmidt (Viola und Viola d’amore) und Berenike Langmaack (Violoncello).
Wie bei den meisten Veranstaltungen konnte sich der Zehnthausverein über ein „volles Haus“ freuen. Dennoch war es möglich, ein kleines Kartenkontingent für einige Asylbewerber zu reservieren. Im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung war es Ehrenamtlichen vom Verein Zehnthaus zu Ohren gekommen, dass sich mehrere Asylbewerber für klassische Musik interessierten. Da lag es nahe, ihnen eine willkommene Abwechslung vom Alltag anzubieten und sie zum Konzertbesuch in das Zehnthaus einzuladen. Mehrere der Eingeladenen kamen und hatten offensichtlich viel Freude an der klassischen Musik. In der Pause kam es dann zu guten Gesprächen – auf englisch und notfalls mit Händen und Füßen, denn mit dem Arabischen hapert es noch bei den Odendorfern.
Während es zu den Werken von Mozart und Schumann keine besonderen Erläuterungen gab, sah sich Peter Bruns bemüßigt, zum Streichquartett von Leos Janacek einige Hinweise zu geben. Dies sei „schwere Kost“, warnte er und spiegele in weiten Teilen die Persönlichkeit des Komponisten wider. So habe Janacek auch private (Beziehungs-) Probleme in seinen Kompositionen verarbeitet, was sich in seinen Stücken immer wieder in hektischen wilden Sprüngen, in hohen Trillern usw. offenbare. Bruns‘ Ankündigung bewahrheitete sich. Das 2. Streichquartett forderte die Künstler auch körperlich ganz enorm und war für das Publikum schwer verdaulich. Dafür boten die Werke Mozarts und Schumanns Harmonie und Erholung, glichen also die schwere Kost wieder aus.
