Allgemeine Berichte | 23.11.2022

Konzert im Odendorfer Dietrich-Bonhoeffer-Haus

Kammermusik auf höchstem Niveau

Das Mori-Trio, bestehend aus Werner von Schnitzler (Violine), Aiki Mori von Schnitzler (Cello) und Florian Noack (Klavier), brachte Beethovens Klaviertrio Es-Dur op. 1 Nr.1 und Brahms‘ Klaviertrio H-Dur Nr. 1 op.8 zu Gehör. Foto: privat

Swisttal-Odendorf. Auf Einladung des Odendorf-Essiger Zehnthausvereins und durch die Unterstützung eines großzügigen Spenders erlebte das musikinteressierte Publikum am 19. November im Odendorfer Dietrich-Bonhoeffer-Haus einen hochkarätigen Kammermusikabend.

Das Mori-Trio, bestehend aus Werner von Schnitzler (Violine), Aiki Mori von Schnitzler (Cello) und Florian Noack (Klavier), brachte Beethovens Klaviertrio Es-Dur op. 1 Nr.1 und Brahms‘ Klaviertrio H-Dur Nr. 1 op.8 zu Gehör.

Das 1794-1800 zusammen mit zwei weiteren Klaviertrios dem Fürsten Lichnowsy gewidmete Es-Dur -Trio beginnt mit einem urwüchsigen Allegro Satz, der mit einem melodischen Seitenthema eine kontrastierende Spannung erzeugt. Aiki Mori von Schnitzler und Werner von Schnitzler gestalteten diesen Kontrast im Dialog sehr eindrucksvoll. Auch im folgenden Adagio Cantabile wird die Eingangsmelodie des Klaviers von Geige und Cello mit pointierten Einwürfen kommentiert, bevor sie die Melodie übernehmen. Themen und Gegenstimmen bleiben in den nächsten beiden Sätzen Scherzo Allegro assai und Finale Presto bestimmende Momente. Schwungvoll, fast erzählerisch gestaltete das Trio im letzten Satz das Hauptthema immer wieder neu.

Auf den Pulten der drei Musiker, die allesamt Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewannen und Auftritte mit renommierten Orchestern im In- und Ausland haben, stand nach einer kleinen Pause das H-Dur Klaviertrio op. 8 Johannes Brahms‘. Von diesem Trio existiert eine erste Fassung, die fast drei Jahrzehnte zuvor entstand, die Brahms jedoch später überarbeitete und so in eine neue formal überzeugendere, verdichtete Version gebracht hatte. Die zum Teil volksliedhaften Themen entfalten eine innige, sehnsüchtige Kraft. Die meistens vom Cello eingeleiteten Motive wurden von Aiki Mori von Schnitzler mit wunderbar sonorem Ton gestaltet und mit gleicher Geste von der Violine übernommen. Gemeinsam mit dem sehr einfühlsamen Pianisten Florian Noack gelang es dem Trio, auf höchstem Niveau die Hell-Dunkel-Effekte in den beiden Werken im harmonischen Zusammenspiel auszuloten. Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus herrschte eine sehr intime kammermusikalische Atmosphäre, das Publikum gab sich ganz der großartigen Musik und den hinreißend spielenden Musikern hin, die sich für den langen Schlussapplaus mit einer launigen Kreisler-Bearbeitung eines irischen Volksliedes verabschiedeten.

Das Mori-Trio, bestehend aus Werner von Schnitzler (Violine), Aiki Mori von Schnitzler (Cello) und Florian Noack (Klavier), brachte Beethovens Klaviertrio Es-Dur op. 1 Nr.1 und Brahms‘ Klaviertrio H-Dur Nr. 1 op.8 zu Gehör. Foto: privat

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