Allgemeine Berichte | 16.03.2026, 08:20 Uhr

Warum alte Munition tödlich bleibt

Kampfmittelfund am Fliegerkreuz in Steimel

Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) transportierte die Munition sicher ab.
111

Steimel. Am Freitag, dem 27. Februar 2026, versammelten sich erneut Mitglieder der Reservistenkameradschaft Dreisbacher Land am Fliegerkreuz in Steimel. Ziel der Gruppe war es, das Gelände, mit Genehmigung, nach weiteren Überresten der dort abgestürzten Messerschmitt Bf 109 abzusuchen.

Mithilfe eines Metalldetektors konnten in der Vergangenheit bereits kleine Einzelteile der Maschine gefunden werden, die anschließend am Denkmal niedergelegt wurden. Doch dieser Freitag hielt eine gefährliche Überraschung bereit: Nur etwa zwei Meter hinter dem Denkmal schlug der Detektor erneut an. In einer Tiefe von nur fünf Zentimetern kam ein metallisches Objekt zum Vorschein – etwa 15 cm lang und mit einem Durchmesser von 2 cm.

Nach einer vorsichtigen oberflächlichen Reinigung und einer anschließenden Internetrecherche wurde das Fundstück als eine Patrone vom Kaliber 20 mm x 138 mm identifiziert. Es handelte sich dabei um ein hochgefährliches Brandsprenggeschoss.

Da der Vorstandsvorsitzende der Kameradschaft, Alexander Koch, ein ausgebildeter Kampfmittelbeseitiger ist, erkannte er die Situation sofort richtig: Von dem Fund ging auch nach über 80 Jahren noch eine erhebliche Gefahr aus. Er lagerte den Fund in sicherer Entfernung für Besucher des Fliegerkeuz um.

Über den Polizeinotruf wurde umgehend Kontakt zum Kampfmittelräumdienst (KMRD) in Koblenz aufgenommen, welcher die Munition am darauffolgenden Montag sicher abtransportierte.

Die unterschätzte Gefahr: Warum alte Munition tödlich bleibt!

Ein solcher Fund ist alles andere als ein harmloses Sammlerstück. Besonders Brandsprenggranaten, wie sie hier gefunden wurden, stellen ein extremes Risiko dar. Über die Jahrzehnte im feuchten Boden werden die Zündmechanismen und die chemischen Füllstoffe unberechenbar.

Die enthaltenen Explosivstoffe können durch Korrosion und Alterung empfindlicher gegenüber Erschütterungen, Reibung oder Wärme werden. Eine bloße Berührung oder eine Veränderung der Lage könnte ausreichen, um eine Detonation auszulösen.

Nur weil ein Objekt "verrostet" aussieht, ist es nicht harmlos – oft ist das Innere durch das Gehäuse noch perfekt konserviert und voll funktionsfähig.

Wichtig: Laien sollten niemals versuchen, solche Funde zu reinigen oder zu bewegen. Im Ernstfall gilt: Fundstelle markieren, Abstand halten und sofort die Polizei oder den Kampfmittelräumdienst verständigen.

Fundstück: Eine Patrone vom Kaliber 20 mm x 138 mm.

Fundstück: Eine Patrone vom Kaliber 20 mm x 138 mm. Foto: Alexander Koch

Der Kampfmittelräumdienst (KMRD) transportierte die Munition sicher ab. Foto: Alexander Koch

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Heizung
Dauerauftrag 2026
Innovatives aus Weißenthurm
Zukunft trifft Tradition KW 42
Zukunft trifft Tradition KW 42
PR-Anzeige Unternehmensnachfolge
Nachbericht Oktoberfest
Tagespflege
Empfohlene Artikel
achtung baustelle
844

Meckenheim. In Meckenheim wird die Verkehrsführung auf der A565, zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Merl und Bonn-Hardtberg, im Rahmen der laufenden Fahrbahnsanierung angepasst. Ab dem heutigen Freitag, dem 16. Oktober, steht im Baustellenbereich in Fahrtrichtung Koblenz nur noch ein Fahrstreifen zur Verfügung. Diese Maßnahme wird voraussichtlich bis zum 13. November andauern.

Weiterlesen

Die B267 in Rech. Foto:ROB
330

Ahrtal. Das Projektbüro Wiederaufbau Ahrtal des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz mit Sitz in Sinzig lässt an zwei Tagen im Zeitraum der Kalenderwochen 44 bis 46 Luftaufnahmen im Bereich der Mittelahr erstellen. Ziel ist es, den aktuellen Bestand entlang der B 267 sowie eines Teilabschnitts der B 257 im Bereich Kreuzberg zu dokumentieren. Die Aufnahmen dienen als Grundlage für die Planung und Umsetzung der Wiederaufbauprojekte.

Weiterlesen

Weitere Artikel