Allgemeine Berichte | 12.04.2019

Osterhasen im Tierheim?

Kaninchen sind keine Kuscheltiere

Tierheim Andernach berät in allen Fragen zur artgerechten Haltung

Die Haltung eines Kaninchens oder Fellhasens muss wohl überlegt sein. Foto: privat

Andernach. Am Wochenende ist Ostern. Wenn jetzt Kinder mit ihren Eltern das Tierheim in Andernach besuchen, sind die Kleinen ganz begeistert von den vielen niedlichen Osterhasen. Große und kleine, langhaarige und kurzhaarige, neugierige und schüchterne Stupsnasen wuseln durch das liebevoll gestaltete Gehege. Lachend klärt die Tierpflegerin Sabine Poller die Kinder darüber auf, dass sich keine Feldhasen ins Tierheim verirrt haben, sondern eine Vielzahl von Kaninchen auf ein neues Zuhause warten. Die Begeisterung der Kinder für die putzigen Tiere bleibt jedoch bestehen. Am liebsten möchten sie ein Fellknäuel mitnehmen und einen eigenen „Osterhasen“ zu den Festtagen in der Wohnung oder im Garten herumlaufen lassen. Doch vor der Entscheidung ein Kaninchen zu adoptieren, muss einiges gut überlegt werden. Ein Kaninchen braucht immer mindestens einen Gefährten zum Spielen, Toben und Kuscheln. Ohne Gesellschaft verkümmert das Tier. Kaninchen machen große Sprünge von bis zu einem Meter. Auch plötzliche Luftsprünge sind nicht selten. Welches Kaninchen möchte dann rund um die Uhr in einem Käfig leben, der noch nicht einmal Platz für nur einen richtig weiten Sprung oder ein Hüpfen in die Höhe erlaubt? Der Lebensraum muss artgerecht gestaltet werden. Gerne halten sich die Tiere bei entsprechender Witterung auch draußen auf. Dort können sie ausgiebig buddeln und zusätzlich Grünfutter wie Löwenzahn finden. Neugierig stehen sie auf ihrem Häuschen und halten instinktmäßig als Fluchttier nach Feinden Ausschau. Je nach dem wo das Außengehege steht, muss ein Sicherheitsnetz gespannt sein. Obwohl die Kaninchen putzig ausschauen und man sie am liebsten ans Herz drücken möchte, sollte jeder Interessent wissen, dass Kaninchen keine Kuscheltiere sind. Hochheben und Festhalten macht ihnen meistens Angst. Gerne berät das Tierheimteam in allen Fragen zur artgerechten Haltung von Kaninchen. Übrigens: Fast alle „Osterhasen“, die man übers Feld laufen oder am Gebüschrand hocken sieht, sind in Wirklichkeit Kaninchen. Der Feldhase gehört zu den bedrohten Tieren.

Da sie sehr scheu und meist nachtaktiv sind, begegnet man ihnen tagsüber nur selten. Man kann den Hasen vom Kaninchen vor allem an den Ohren genannt Löffel unterscheiden. Ihre Ohren und auch die Hinterläufe sind außergewöhnlich lang. Info: www.tierheim-andernach.de Spenden: KSK Mayen – IBAN DE97 5765 0010 0020 0054 43

Die Haltung eines Kaninchens oder Fellhasens muss wohl überlegt sein. Foto: privat

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