Kolpingsfamilie Vallendar
Kastensystem in Indien – Schicksal oder Zuordnung?
Ein Abend mit P. Casimir OCD am 8. September 2020
Vallendar. Der Karmeliter P. Casimir gehört als Kooperator schon seit Anfang dieses turbulenten Jahres der Pfarreiengemeinschaft Vallendar an und er ist sicherlich durch seine Gottesdienste in den Kirchen der Pfarrei bekannt. Grund genug für die Katholische Frauengemeinschaft Vallendar (KFD) und die Kolpingsfamilie Vallendar, ihn zu einem Abend einzuladen, an dem er mit allen Gottesdienst feiert und anschließend über das Kastensystem in Indien berichtet – eine Gesellschaftsform, die in Europa sehr fremd ist. So laden die Veranstalter*innen der beiden Gruppierungen alle Interessierten zu einem Gottesdienst und einem anschließenden Gesprächsabend am Dienstag, dem 8. September 2020 um 19 Uhr in die Kreuzkirche ein; der Vortrag beginnt um 20 Uhr.
Die Gesellschaft der Hindus besteht aus Kasten und den Kastenlosen. Kasten sind Stände. Unter ihnen herrscht eine strenge Aufgabenteilung und Rangordnung. Von Geburt an bis zum Tod bleibt ein Hindu an seine Kaste gebunden. Nach der indischen Verfassung von 1950 darf zwar kein Inder wegen seiner Kaste diskriminiert werden. Die Realität jedoch ist eine andere. Die indische Gesellschaft ist in viele tausend Gruppen eingeteilt. Sie heißen Jatis. Jede von ihnen soll ihre eigenen Aufgaben, Rechte und Pflichten erfüllen, damit die Gesellschaft funktioniert. Jedes Kind gehört automatisch der Kaste seiner Eltern an. Alle Jatis gehören einer von vier Obergruppen an. Sie heißen Stände oder Kasten. Christen untergraben Indiens Kastensystem, vor allem Kastenlose und traditionell ausgegrenzte Ureinwohner werden in christlichen Heimen und Schulen kostenlos so effektiv gefördert, dass sie auf dem freien Arbeitsmarkt nun mit Angehörigen höherer Kasten konkurrieren können.
Über die einzelnen Kasten und die Stellung der Kirche in Indien wird P. Casimir einen interessanten Vortrag halten und uns so eine Gesellschaft vor Augen führen, die sehr fremd für uns sein mag; eine Beschäftigung damit tut aber Not, um die Menschen zu verstehen, die dieser Gesellschaftsordnung angehören. Immerhin sind das mit ca. 1,4 Milliarden Menschen mehr Menschen, als sich zum Christentum bekennen.
Aufgrund der geltenden Schutzmaßnahmen werden alle Teilnehmer*innen des Gottesdienstes und des Gesprächsabends namentlich erfasst; die Daten werden 4 Wochen im Pfarrbüro aufbewahrt und dann vernichtet. Es gelten die gleichen Abstands- und Maskenregeln wie beim Sonntagsgottesdienst (s. Veröffentlichungen unter Kirchliche Nachrichten).
