Allgemeine Berichte | 27.09.2022

Technisches Hilfswerk (THW) Ortsverband Cochem richtet groß angelegtes Übungswochenende „Athene“ aus

Katastrophenschutz übt für den Ernstfall

Aufbau der THW-Führungsstelle. Fotos: THW Cochem

Kreis Cochem-Zell. Der Großeinsatz rund um die Folgen des Starkregenereignisses „Bernd“ im vergangenen Jahr hat verdeutlicht, wie wichtig die Zusammenarbeit im Brand- und Katastrophenschutz auf allen Ebenen ist. Um diese zu vertiefen und die Verbindungen zu stärken richtete der THW Ortsverband Cochem die einsatznahe Großübung „Athene“ aus. Der Kosename ergibt sich aus der griechischen Mythologie, wonach Athene für die olympische Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes steht. Und genau hierum drehte sich die Übung: die unterschiedlichsten Einrichtungen des Brand- und Katastrophenschutzes stellten in den verschiedensten Szenarien ihre vielfältigen Einsatzoptionen unter Beweis.

Mit dem strategischen Einsatz der verfügbaren Optionen und dem Handlungswillen der Ehrenamtlichen wurden die Einsatzstellen im Kreisgebiet des Landkreises Cochem-Zell erfolgreich abgearbeitet. Bei den Szenarien handelt es sich nur um gestellte Situationen und sind frei erfunden. Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Mitwirkenden oder die Bevölkerung.

Mittels inszenierter Alarmierung starteten die Ehrenamtlichen am Freitagnachmittag. Was zunächst als kleine Einsatzoption startete, entwickelte sich zu mehreren Schadenslagen und erforderte die Einbeziehung weiterer Helfer. Hierbei spielte das Organisationsteam Athene dem Zugtrupp des Ortsverbandes Cochem immer weiter Szenarien und Einsatzstellen zu. Es entwickelte sich in kurzer Zeit eine Großschadenslage und die Technische Einsatzleitung (TEL) übernahm die Gesamtleitung. Die Führungseinheit des Ortsverbandes Cochem wurde unterstützt durch die Fachgruppe Führung und Kommunikation (FK) des THW Ortsverbandes Trier. Zur besseren Kommunikation zwischen den Führungsstellen wurde eine Drahtverbindung durch das THW aufgebaut.

Am Freitagabend fiel in der Eifelgemeinde Forst nach einem verheerenden Unwetter die Stromversorgung auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aus. Hier musste die Funktionalität der Melkanlage zum Wohle der Tiere sichergestellt werden. Einige Meter weiter drohte nach Blitzeinschlag der Einsturz eines Gebäudes, welches mittels Einsatzgerüstsystem abgestützt wurde. Zur Durchführung war eine entsprechende Ausleuchtung des Geländes erforderlich. Zum selben Zeitpunkt kamen auch Hilferufe von der Mosel. Angrenzend an den Bauhof der Stadt Cochem weitete sich ein Waldbrand rasend schnell aus. Mittels der fachgerechten Herstellung einer Wasserversorgung aus der Mosel heraus, konnte dieser vollständig abgelöscht werden.

Suche nach einer vermissten Schulklasse

Moselabwärts begann währenddessen die großangelegte Suche nach einer vermissten Schulklasse inmitten der anbrechenden Nacht. Die Jugendlichen wurden durch den Einsatz eines Mantrailer-Teams sowie der wasserseitigen Suche durch ein THW-Boot mit Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ausfindig gemacht und konnten gerettet werden.

Anschließend bezogen die THW-Akteure ihre Nachtquartiere. Hungrig musste dank der Küchencrew des THWs niemand zu Bett: Im Ortsverband Cochem wurde während des Wochenendes die Mahlzeiten sowie entsprechende Lunchpakete sichergestellt und an die Einsatzstellen gebracht. Zeitweise wurden bis zu 170 Portionen pro Mahlzeit ausgegeben.

Reale Havarie eines Schubverbandes

Der Freitagabend überraschte sodann jedoch noch mit einem realen Einsatzfall: Nach der Haverie des Schubverbandes in der Moselgemeinde Ellenz-Poltersdorf wurde neben dem THW-Fachberater auch ein Zugtrupp aus der Athene-Übung abgezogen sowie ein Transportlaster mit weiterem Material entsendet. Glücklicherweise waren die Beschädigungen nicht so weitreichend wie vorerst vermutet, sodass die Einsatzkräfte zeitig wieder in die Athene-Szenarien integriert werden konnten.

Nach einer kurzen Nacht folgten sodann für die Ehrenamtlichen weitere Schadenslagen: Bereits in den frühen Morgenstunden erreichte die Einsatzleitung der Hinweis, dass in Folge des verheerenden Unwetters des Vortages eine Wandergruppe im Waldgebiet zwischen Treis-Karden, Ortsteil Karden und Cochem abgängig ist. Versperrte Zufahrtswege erforderten eine Suche vom Wasser und aus der Luft. Nach Lokalisierung mittels einer eingesetzten Drohne erfolgte auch hier die Rettung über den Wasserweg. Verletzte Personen wurden medizinisch betreut und zur Unterbringung in das hiesige Krankenhaus bis nach Cochem wasserseitig transportiert.

Auch in der Gemeinde Forst rollten die THW-Fahrzeuge wieder ein: Ein Bauarbeiter wurde in einem eingestürzten Kanalschacht verschüttet und mit Geröll bedeckt. Zur Rettung war die Aussteifung des Schachtes zur Eigensicherung notwendig. Dieses Szenario wurde im Verlauf des Tages durch mehrere Einheiten bespielt.

Weitere Einsatzkräfte wurden nach bestätigtem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche auf einem landwirtschaftlichen Betrieb am Rande der Stadt Kaisersesch entsendet um dort gemeinsam mit dem Gefahrstoffzug des Landkreises die Dekonschleuse zu errichten. Doch dabei blieb es nicht: Im Verlauf des Vormittages wurde ein zweiter Ausbruch – diesmal auf einem Betrieb in der Gemeinde Brachtendorf – bestätigt. Hier bauten Einsatzkräfte eine zweite Dekonschleuse bestehend aus dem Einsatzgerüstsystem auf.

Am Nachmittag des Samstages folgte sodann eine weitere Alarmierung: in der Moselgemeinde Ellenz-Poltersdorf ist ein Kind acht Meter tief in einen Brunnen gefallen. Eine abgeseilte THW-Helferin konnte das Kind im Brunnen sichern und mit diesem wieder hinaufgezogen werden.

Am späten Nachmittag kehrten alle THWler in die Unterkunft in Cochem-Brauheck sichtlich erschöpft von den vergangenen Einsatzstunden zurück. Nach einer kurzen Verschnaufpause, erfolgte unter Teilnahme von politischen Vertretern und der teilnehmenden Katastrophenschutzorganisationen eine gemeinsame Reflexion und Abschlussbesprechung der vergangenen Stunden. Anschließend wurde das Übungswochenende ausklingen gelassen.

An dem einsatznahen Übungswochenende Athene waren folgende Katastrophenschutzeinheiten bzw. deren Teileinheiten beteiligt: Technisches Hilfswerk mit den Ortsverbänden Cochem, Zell, Daun, Trier, Hermeskeil, St. Ingbert und Bendorf, die Technische Einsatzleitung und der Gefahrstoffzug des Landkreises Cochem-Zell, die Wehrleitung und Führungsstaffel der Verbandsgemeinde Cochem, die Freiwilligen Feuerwehren aus Forst, Ernst und Pommern sowie das Deutsche Rote Kreuz mit den Ortsvereinen Cochem, Treis und Klotten.

Vorschau

Der THW Ortsverband Cochem veranstaltet einen Infoabend. Am 13. Oktober um 19 Uhr laden die in die Unterkunft in der August-Horch-Straße 6, 56812 Cochem-Brauheck alle Interessierten ein!

Pressemitteilung

THW Ortsverband Cochem

Arbeiten in der THW-Führungsstelle.

Arbeiten in der THW-Führungsstelle.

Aufbau einer Dekonschleuse in Brachtendorf.

Aufbau einer Dekonschleuse in Brachtendorf.

Aufbau der Dekonschleuse in Kaisersesch.

Aufbau der Dekonschleuse in Kaisersesch.

Brunnenrettung in Ellenz-Poltersorf.

Brunnenrettung in Ellenz-Poltersorf.

Auch ein verschütteter Bauarbeiter gehörte zum Übungsszenario.

Auch ein verschütteter Bauarbeiter gehörte zum Übungsszenario.

Aufbau der THW-Führungsstelle. Fotos: THW Cochem

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