Allgemeine Berichte | 06.09.2022

Waldorf feierte fünf Tage lang die St. Remaclus-Kirmes

Katholischer Junggesellenverein mit abwechslungsreichem Kirmesprogramm

Nach dem Fackelzug eröffnete Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten gemeinsam mit Bürgermeister Marcel Caspers und den Junggesellen offiziell die diesjährige Waldorfer Kirmes. Fotos: WER

Waldorf. Seit Jahrhunderten feiert man in Waldorf alljährlich am ersten Wochenende im September die St. Remaclus-Kirmes. Ausrichter ist stets der bereits 284-jährige katholische Junggesellenverein Waldorf 1938 e. V. Nachdem in den letzten Jahren Corona das Feiern der Kirmes gänzlich verhinderte bzw. nur abgespeckt zuließ, hatten die Junggesellen in diesem Jahr wieder ein tolles Programm für Alt und Jung zusammengestellt, bei dem die traditionellen Festzüge natürlich stets die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Fünf Tage feierte man das beliebte, über die Region hinaus bekannte Volksfest, das auch heute noch nichts an Attraktivität verloren hat. Mit einer gesunden Mischung von Tradition und Brauchtumspflege und modernen Elementen einer Dorfkirmes hatten die Verantwortlichen um ihren Vorsitzenden Niclas Treib ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm aufgeboten, das dem Ruf der Waldorfer Kirmes gerecht wurde. Dabei sorgte der allseits vorhandene Fahnenschmuck im Ort für das besondere Kirmes-Flair.

Eröffnet wurde das Kirmesprogramm bereits am Freitagabend mit der Eröffnung des Bierbrunnens. Da fanden sich schnell viele gutgelaunte Kirmesgäste, die bei allerbester Stimmung für einen tollen Kirmesauftakt sorgten. Dabei wurde für so manchen die Nacht zum Tag. Am Kirmessamstag sorgten zunächst Böllerschüsse vor dem traditionellen Fackelzug der Junggesellen dafür, dass alle an den Beginn der Kirmes erinnert wurden. Seit über 20 Jah¬ren sind Manfred und Dr. Peter Friedsam die „Böllerbuben“, die nicht nur den Kirmesbeginn akustisch bekannt geben. Um 18.30 Uhr zogen die Junggesellen im Fackelzug zur Vinxtbachhalle, wo sie mit dem Fassanstich und einem Umtrunk mit Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten die offizielle Eröffnung der diesjährigen Kirmes vornahmen. Auch Bürgermeister Marcel Caspers freute sich, dass wieder ein Stückchen „Normalität“ mit der Waldorfer Kirmes zurückgekehrt sei. Ab 20 Uhr startete in der Vinxtbachhalle ein Rockabend mit der Band „Fused“ und sorgte für allerbeste Stimmung unter den Gästen. Die professionellen „Rockfeinschmecker“ aus der Pfalz zeichneten sich durch eine mitreißende Bühnenperformance und einen fetten Rock-Sound aus. Seit vielen Jahren schon sorgen Stefan Ahgme (Vocals, Akustik- und E-Gitarre), René Grub (E-Gitrarre, Vocals), Philipp Tulius (E-Gitarre, Vocals), Johannes Kronnenberger (Bass, Vocals), Martinn Drumm (Drums, Vocals) sowie Mike Jung (Tontechnik) und Benjamin Drumm (Lichttechnik) allerbeste Stimmung auf die Bühne. Sie zündeten auch in Waldorf ein Feuerwerk der guten Laune, das für viele erst spät in der Nacht sein Ende fand.

Dazu trugen örtliche und Gastvereine den Meter-Pokal-aus.

Am Sonntagmorgen sorgten die Rhein-Ahr-Spatzen bereits ab 60 Uhr dafür, dass die Waldorfer einer alten Tradition zur Folge musikalisch geweckt wurden. Die Musikanten zogen musizierend durch die Straßen des Ortes und geleiteten die letzten Heimkehrer des Vorabends nach Hause. Für die Junggesellen selbst hieß es nach alten, strengen Sitten bereits um 8 Uhr wieder antreten. Unter Zugführer Sören Nachtsheim zog der Festzug zunächst zu Hauptmann Niclas Treib. Nachdem dieser das Kommando übernommen hatte, stärkte man sich zunächst mit einem kräftigen Frühstück, bevor der Festzug Noah Flöck als Fähnrich abholte. Anschließend führte der Zug zur Kirche, wo Pfarrer Günter Marmann das Festhochamt zelebrierte. Nach dem Gottesdienst fand am Kriegerehrenmal zum Gedenken der Gefallenen der beiden Weltkriege die Kranzniederlegung statt, bevor sich der Festzug durch den Ort zum Festgelände an der Vinxtbachhalle in Bewegung setzte. Hier fand ein zünftiger Frühschoppen statt, der musikalisch durch die heimische Mundartgruppe „Streuobst“ gestaltet wurde. Während sich die Kinder wieder an den Fahrgeschäften und den Ständen der Schausteller vergnügen konnten, sorgten die fleißigen Helfer des JGV für das leibliche Wohl der Besucher aus Nah und Fern. Der große Festzug am Sonntagnachmittag, bei dem die männlichen Mitglieder des JGV die weiblichen Mitglieder des Vereins in der Ortsmitte abholen, stellte einen weiteren Höhepunkt des Kirmesgeschehens dar. Auch in diesem Jahr wohnten wieder zahlreiche Gäste diesem Spektakel bei. Beim Fändelschwenken holten sich die Brüder Julian und Tim Wollny den wohlverdienten Applaus der Zuschauer. Die Gäste spendeten viel Beifall für das Schwenken der Fahne. Unter den Klängen der Rhein-Ahr-Spatzen ging es dann wie¬der auf den Festplatz an der Vinxtbachhalle, wo man weiterfeierte. Am Abend folgte in der Vinxtbachhalle unterhaltsamer Themenabend unter dem Motto „Piraten“ statt. Auch am Kirmesmontag war zunächst für die Junggesellen ein Kirchgang angesagt. Nach dem Frühstück bei Fähnrich Noah Flöck ging der Festzug zur Kirche, wo Pfarrer i. R. Ludwig Hilger die hl. Messe hielt. Nach dem Gottesdienst zog der Festzug zum traditionellen und berühmten Waldorfer Kirmesmontag-Frühschoppen, der auch in diesem Jahr wieder für viele Besucher als Spätschoppen endete. Dazu war der Reservistenclub des Junggesellenvereins auch in diesem Jahr wieder recht zahlreich mit rd. 30 Teilnehmern angetreten und hatte dem Festzug das nötige Ausmaß verliehen. Viele der Reservisten hatten sich vor der hl. Messe bereits zum Frühstück im Landgasthof „Waldorfer Hof“ getroffen.

In ihren Grußworten wünschten die Ehrengäste den Kirmesbesuchern noch viel Spaß und dem JGV ein gutes Gelingen der diesjährigen Kirmes, aber besonders ein Bewahren der alten Traditionen auch für die Zukunft. Kreisbeigeordneter Gies ermunterte die Waldorfer Junggesellen, auch zukünftig weiterhin die Tradition zu pflegen und so Gastgeber bei der Waldorfer Kirmes zu zu bleiben. „Traditionen sind hier für die Jugend keine alten Zöpfe, sondern überlieferte Bräuche, die es nachzuleben lohnt. Und gerade hier in Waldorf ist Tradition eine Leidenschaft“, stellte Gies lobend fest. Es schlossen sich Grußworte der Ehrengäste und, worüber sich besonders der Kassenwart des JGV freuen durfte, die Übergabe so mancher „finanzieller Unterstützung des Ehrenamtes“an. Über eine Urkunde durften sich auch verschiedene „Jubilare“ des JGV freuen.

Den besten Wünschen der Ehrengäste schloss sich auch der Reservistenclub des JGV Waldorf an, für den Werner Cremer unter großem Beifall der Gäste erneut eine zweckgebundene Spende überreichen konnte. Diese kam durch die Mitgliedsbeiträge zustande, zu deren Zahlung sich bisher 51 Mitglieder des mittlerweile rund 60 Männer starken Reservistenclubs verpflichtet haben. Die Rhein-Ahr-Spatzen zogen wieder einmal alle Register ihres Könnens und bereiteten den Besuchern einen zünftigen Frühschoppen, bei dem so manche „Episode aus der Vergangenheit“ nochmals aufgefrischt wurde. Ab 14.00 Uhr hatte der JGV Kaffee und Kuchen vorbereitet und später bei der großen Verlosung konnte so mancher einen schönen Gewinn mit nach Hause nehmen. Den Abschluss der Waldorfer Kirmes bildet nach alter Tradition der Kirmesdienstag, der ganz im Zeichen des Junggesellen-Schützenkönigs steht. Wem die Königskette überreicht werden konnte, wird in der nächsten Ausgabe mitgeteilt. WER

Die Fändelschwenker Julian Wollny (vorne) und Tim Wollny zeigten beim Schauschwenken vor einer stattlichen Zuschauerkulisse auf der Großen Gasse ihr Können.

Die Fändelschwenker Julian Wollny (vorne) und Tim Wollny zeigten beim Schauschwenken vor einer stattlichen Zuschauerkulisse auf der Großen Gasse ihr Können.

Der große Festzug am Sonntag, bei dem die Junggesellen die Mädchen des Ortes abholen, ist alljährlich einer der Höhepunkte der Waldorfer Kirmes.

Der große Festzug am Sonntag, bei dem die Junggesellen die Mädchen des Ortes abholen, ist alljährlich einer der Höhepunkte der Waldorfer Kirmes.

Nach dem Fackelzug eröffnete Ortsbürgermeister Hans Dieter Felten gemeinsam mit Bürgermeister Marcel Caspers und den Junggesellen offiziell die diesjährige Waldorfer Kirmes. Fotos: WER

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