Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bei der zehnten Wissenschaftsnacht Anfang Juni
Keimfreies Wasser ohne Chemie
Bonn. Die zehnte Bonner Wissenschaftsnacht am Donnerstag und Freitag, 2. und 3. Juni, steht unter dem Motto „WasserWelten“. Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), genauer gesagt der Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften, ist zusammen mit rund 20 weiteren Einrichtungen der Wissenschaftsregion mit einer Präsentation vertreten. Im Wissenschaftszelt auf dem Münsterplatz zeigt das Team um Prof. Dr. Steffen Witzleben ein Mikrodesinfektionssystem zur dezentralen Entkeimung von Wasser.
Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel. Um Wasser in der erforderlichen Qualität bereitstellen zu können, ist es in der Regel notwendig, es vorher zu desinfizieren. Als moderne Alternative zur Chlorierung von Wasser gewinnt die Ozonierung von Wasser zunehmend an Bedeutung. Das gereinigte und keimfreie Wasser findet dann Verwendung als Trinkwasser und ist auch für die Nutzung in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie geeignet. In sehr kleinen Trinkwasseraufbereitungsanlagen oder dünn besiedelten Regionen ist eine konventionelle Desinfektion sehr aufwendig, weshalb die Verwendung von Ozon eine optimale Alternative sein kann.
Um das Wasser im notwendigen Umfang zu desinfizieren und die Ozonmenge optimal zu dosieren, erfolgt die Erzeugung von Ozon direkt im zu behandelnden Wasser. Das Ozon wird mittels Elektrolyse hergestellt, was bedeutet, dass das Wasser gleichzeitig auch Betriebsmittel ist (sogenannte in-situ-Erzeugung). Eine Zugabe von Chemikalien ist nicht notwendig. Nach der Desinfektion baut sich das Ozon selbstständig zu Sauerstoff ab, wie er auch in der Luft vorkommt. Die aktuellen Forschungsarbeiten befassen sich unter anderem mit der analytischen Untersuchung von Nebenprodukten und weiteren Anwendungsmöglichkeiten von Elektrolysezellen (Mikrozellen).
Die Besucher können sich vor Ort von der Wirksamkeit der Methode selbst überzeugen. Es werden experimentelle Aufbauten installiert, welche Rohwasser zu genussfähigem Trinkwasser aufarbeiten. Hierbei übernimmt eingefärbtes Wasser die Rolle eines künstlichen Rohwassers. Die Besucher können eigenständig die Produktionsrate von Ozon regeln und die Entfärbung des Wassers beschleunigen oder verlangsamen.
Das Wissenschaftszelt auf dem Münsterplatz ist am Donnerstag, 2. Juni, von 9 bis 20 Uhr und am Freitag, 3. Juni, von 9 bis 24 Uhr geöffnet.
