KERH Mayen-Andernach-Mendig besucht Wehrtechnische Studiensammlung in Koblenz
Kein normaler Museumsbesuch für die Bundeswehr-Ehemaligen
Koblenz. Dies war kein normaler „Museumsbesuch“ für die ehemaligen Soldaten aus der Kameradschaft Mayen-Andernach-Mendig. In den Räumen und Hallen der Koblenzer Wehrtechnischen Studiensammlung gab es für die Teilnehmer bei manchem Ausstellungsstück ein Wiedersehen mit Gerät aus der aktiven Dienstzeit. Dass der jedem Veteran der Bundeswehr bekannte Kampfpanzer Leopard I von der deutschen Industrie bereits um 1955 aufgrund einer Anfrage aus Indien für dieses asiatische Land konzipiert worden war, hatte noch keiner gehört oder gelesen. Indien fehlten damals jedoch die entsprechenden Produktionsanlagen um diesen Panzer selbst zu bauen und so schlummerte der Entwurf bis nach der Aufstellung der Bundeswehr in einer Schublade.
Zu manchem Gerät aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die Besucher eigene Kenntnisse und Erfahrungen beisteuern. Daher glich die Führung durch das als sehr kundig erlebte Personal der Studiensammlung manchmal mehr einem Dialog unter Fachleuten. Aus der Zeit vor 1956 gab es für die ehemaligen Soldaten und mitgekommenen Partnerinnen vor allem viel bisher nicht gesehenes militärisches Großgerät zu betrachten, von einem Modell aus der Anfangszeit des Geschützwesens bis zu dem in der aktuellen Politik diskutierten Marschflugkörper „Taurus“. Bei den Luftfahrzeugen fiel besonders ein offener Tragschrauber für zwei Personen auf: es handelt sich hier um ein Schwestermodell des von James Bond in dem Film „Man lebt nur zweimal“ geflogenen „Little Nellie“. Die Bundeswehr hatte später zwei Test-Exemplare zu Aufklärungszwecken beschafft, aber dann das Vorhaben aufgegeben.
Die Wehrtechnische Studiensammlung kann auf der verfügbaren großen Fläche nur einen kleinen Teil ihrer Objekte ausstellen. Die Mehrzahl des Militärgeräts befindet sich im Magazin. Für die Besuche und Besucherinnen aus der Kameradschaft der Ehemaligen reichten die vorgesehenen zwei Stunden gerade wegen der vielen Gespräche mit dem Personal der Studiensammlung trotzdem nur zum stichpunktartigen Kennenlernen der zugänglichen Exponate aus.
