Allgemeine Berichte | 15.07.2022

Lernpatenprojekt wurde in zwölf Jahren zum Erfolgsmodell

„Keiner darf verloren gehen“

Nach zweijähriger Wartezeit konnte Landrat Achim Schwickert gemeinsam mit Alexander Kolling vom DRK Landesverband verdiente Lernpaten, Engagierte sowie Unterstützer im Bürgerhaus in Wirges zum Jubiläum begrüßen. Foto: privat

Wirges.Mit einer zweijährigen, coronabedingten Verspätung, aber mit umso zufriedeneren Teilnehmern, konnte das Jubiläum des Lernpatenprojektes „Keiner darf verloren gehen“ im Bürgerhaus in Wirges gefeiert werden. Seit nun zwölf Jahren unterstützen ehrenamtliche Lernpaten Kinder und Jugendliche im Westerwaldkreis dabei, den Anschluss in der Gesellschaft und in der Schule nicht zu verlieren.

Denn auch Kinder können jederzeit von belastenden Situationen betroffen sein. Nahezu immer haben negative Erlebnisse tiefgreifende Auswirkungen auf die Entwicklung sowie die schulischen Leistungen der Kinder. Deshalb wurde im Jahr 2010 im Westerwaldkreis das Lernpatenprojekt „Keiner darf verloren gehen“ etabliert. Ziel der ehrenamtlichen Lernpaten ist es, die Unterstützung anzubieten, welche die Kinder und Jugendliche aufgrund verschiedener Faktoren für eine kurze oder längere Zeit nicht von Zuhause erhalten können.

Nach zweijähriger Wartezeit konnte nun Landrat Achim Schwickert gemeinsam mit Alexander Kolling vom DRK Landesverband verdiente Lernpaten, Engagierte sowie Unterstützer im Bürgerhaus in Wirges zum Jubiläum begrüßen. Wie der Landrat in seiner Begrüßung deutlich machte, sind in den Jahren des Projektes die Herausforderungen für die Lehrerschaft und die Lernpaten nicht weniger, sondern umfassender und vor allem komplizierter geworden. Der Westerwälder Landrat skizzierte, dass in den zwölf Jahren vieles in der Welt passiert sei, was auch heute noch Auswirkungen auf den Westerwaldkreis habe. So nannte Schwickert vor allem den Zuzug und die Integration von Flüchtlingskindern, welche insbesondere in den Jahren 2015 und 2016, aber auch aktuell durch den Krieg in der Ukraine Zuflucht im Westerwaldkreis finden.

Auch die letzten beiden Corona Jahre waren, so Schwickert, für die Schulkinder sowie für die Eltern im Westerwaldkreis eine enorme Herausforderung und Belastung. Auch für das Lernpatenprojekt waren die Kontaktbeschränkungen nicht einfach. Denn der direkte Austausch mit den Kindern wurde deutlich erschwert. „Nicht selten sind die Kinder, die eine gezielte Unterstützung benötigen auch die Kinder, bei denen die Anschaffung eines Tablets eine nahezu unmögliche Investition für die Eltern darstellt“, so Alexander Kolling vom DRK-Landesverband, der als Kooperationspartner ebenfalls ein Grußwort an die Teilnehmenden richtete. Kolling dankte deshalb vor allem Georg Huf, der als Vertreter der drei Lions-Clubs im Westerwaldkreis an der Jubiläumsveranstaltung teilnahm. Im vergangenen Jahr führten die „Lions“ eine Adventsaktion durch, bei der circa 10.000 Euro zusammengekommen sind. Dieses Geld wurde als Spende an den DRK-Landesverband überwiesen. So konnten für das Lernpatenprojekt entsprechende Tablets beschafft und die Teilnahme am Homeschooling sowie der Kontakt zu den Lernpaten ermöglicht werden. Huf betonte mit seinen Worten, dass Kinder auch im Westerwaldkreis die Zukunft sind. Kinder sind laut dem Unternehmer aktiver Bestandteil der Gesellschaft und vor allen Dingen sind sie die Fachkräfte und Ehrenamtlichen von morgen. Deshalb sei es enorm wichtig, so Huf, das Projekt zu unterstützen, denn es dürfe eben keiner verloren gehen.

Im Anschluss berichtete Dieter Verbeck als aktiver Lernpate von seinen Erfahrungen aus dem Alltag und gab allen Teilnehmenden sowie potentiellen Lernpaten einige hilfreiche Tipps mit auf den Weg. Vor allem stellte Verbeck, der selbst pensionierter Lehrer ist, fest, dass das Projekt nicht nur den Kindern, sondern vor allem auch den Erwachsenen etwas bringt. Er sprach insbesondere Menschen an, die vor einem neuen Lebensabschnitt stehen oder eine neue Aufgabe suchen. In diesen Fällen, so Verbeck, sei es zu empfehlen, sich ernsthaft mit dem Lernpatenprojekt zu beschäftigen. Auch Gabriele Greher, die Schulleiterin der Grundschule Kroppacher Schweiz, hatte Worte des Dankes an die Initiatoren und Förderer zu richten. Greher begann ihren Beitrag mit dem afrikanischen Zitat „Um ein Kind zu erziehen bedarf es ein ganzes Dorf“. Die Schulleiterin erklärte stolz, wie sie persönlich Schule als einen wichtigen Bestandteil eines bildlich gesprochenen Dorfes sieht. Nach Auffassung der Pädagogin muss Schule ein Ort des wohl- und heimisch-Fühlens sein. Aus der Praxis wusste sie zu berichten, dass die Lernpaten in der Grundschule Kroppacher Schweiz einen wesentlichen Bestandteil zur familiären Atmosphäre beitragen und die Kinder gar nicht mehr auf „ihre“ Paten verzichten möchten.

Zum Schluss der Jubiläumsveranstaltung durfte Landrat Achim Schwickert gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Alexandra Khan und Alexander Kolling vom DRK-Landesverband die verdienten Lernpaten ehren sowie Urkunden und Geschenke aushändigen. Danach hatten alle Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre positiven Eindrücke und Erfahrungen bei einem gemütlichen Miteinander auszutauschen.

Das Lernpatenprojekt „Keiner darf verloren gehen“ gibt es im Westerwaldkreis seit dem Jahr 2010 und ist ein gemeinsames Projekt der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises und des Landesverbandes des DRK. Insgesamt wurden in dieser Zeit 164 Lernpaten ausgebildet. Aktuell betreuen 65 Lernpaten 78 Kinder. Das Projekt ist in 45 von insgesamt 63 Grundschulen im Kreisgebiet und somit nahezu flächendeckend etabliert. Gefördert wird die Initiative durch das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich bei Alexandra Khan per Mail unter alexandra.khan@westerwaldkreis.de oder telefonisch unter 02602 124589 zu melden.Pressemitteilung

Kreisverwaltung des

Westerwaldkreises

Nach zweijähriger Wartezeit konnte Landrat Achim Schwickert gemeinsam mit Alexander Kolling vom DRK Landesverband verdiente Lernpaten, Engagierte sowie Unterstützer im Bürgerhaus in Wirges zum Jubiläum begrüßen. Foto: privat

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