Allgemeine Berichte | 19.04.2016

Landrat Achim Schwickert bedankte sich während einer Feierstunde bei den Lernpaten

„Keiner darf verloren gehen“ - Lernpatenprojekt feiert den fünften Geburtstag

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es 21 Lernpaten an neun Grund- und Förderschulen. Einige der Schulleiter, Gunda Engel, Sandra Müller und Peter Scheugenpflug (in Vertretung) (hintere Reihe von links nach rechts) waren bei der Feierstunde im Kreishaus dabei: Sie sind voll von der Arbeit der Lernpaten überzeugt und unterstützen sie nach Kräften. Ebenso wie Andree Stein (links, hintere Reihe), der als Schulträger ausschließlich lobende Worte für das Projekt der Lernpatenschaft fand. IFD

Montabaur. „Keiner darf verloren gehen“ – das Lernpatenprojekt des Westerwaldkreises feiert Geburtstag: Seit fünf Jahren kümmern sich 78 Lernpaten in 40 Grund- und Förderschulen um 40 Kinder. Landrat Achim Schwickert bedankte sich während einer Feierstunde im Peter-Paul-Weinert-Saal des Kreishauses für das Engagement bei den Lernpaten und den Projektverantwortlichen.

Alexandra Khan von Jugend- und Familienamt Westerwald hat seinerzeit das Projekt ins Leben gerufen. Sie war, wie sie erzählte, von der Idee der Lernpatenschaft so angetan, dass ihr persönlich die Umsetzung sehr wichtig war. Mit ihrer Kollegin Michaele Kirschey machte sie sich ans Werk und fand im Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kompetente Ansprechpartner. Gemeinsam wurden Ideen entwickelt, wieder verworfen, neue Ideen entwickelt, um – wie es Landrat Schwickert salopp ausdrückte – den Lernpaten zu helfen, dass beim Start alle auf den richtigen Kufen stehen. Schließlich stehen die Lernpaten vor einer immensen Herausforderung: Auf ehrenamtlicher freiwilliger Basis haben sie sich entschieden, Kinder, die von ihren Eltern nicht unterstützt werden können oder wollen, auf einen Schul- und Lebensweg vorzubereiten, der ihnen möglichst viele Lebenschancen bietet. Daher ist es nicht „nur“ das 1 x 1 oder die Rechtschreibung, um die es geht, sondern es handelt sich um weitaus mehr: Es ist emotionale und soziale Unterstützung.

Anke Marzi vom DRK Landesverband Mainz, die mit ihren Projektpaten Sarah Lütje und Frank Simon, ins Kreishaus gekommen war, beschrieb noch einmal die Anfänge: „Frau Khan rief mich an, um mich von einer Partnerschaft zu überzeugen. Bei ihrer Begeisterung von Sache hatte ich gar keine andere Wahl als zuzustimmen. Fünf Jahre später stelle ich fest, das war die absolut richtige Entscheidung.“ In Vereinbarung mit Pestalozzis (Pestalozzi war ein Schweizer Schul- und Sozialreformer) ganzheitlichem Konzept „Herz, Hand und Verstand“ habe sich der Westerwaldkreis eine Vorreiterstellung erarbeitet, so Marzi weiter, welche andere Landkreise übernehmen.

Seit Projektbeginn sind insgesamt 101 Lernpaten ausgebildet und auf ihre Patenschaft vorbereitet worden. Die Gründe, warum die zu betreuenden Kinder in eine Isolation gerutscht sind, sind vielfältig: Die häufigsten Ursachen liegen in der Gesundheit, der Sprache, der Kultur oder der Armut. Die Betreuung findet ausschließlich während der Unterrichtszeiten oder der Ganztagsbetreuung innerhalb der Schule statt. Ausnahmen sind nur mit Einverständnis der Eltern möglich.

In einem Fachvortrag (siehe gesonderter Bericht) erklärte Prof. Dr. Sven Steinacker von der Fachhochschule Niederrhein, Mönchengladbach, wie viele unterschiedliche Facetten es im Ehrenamt gibt.

Stellvertretend für die Lernpaten erzählte Andrea Brüggemeyer, sie arbeitet an der Grundschule in Niederelbert, von ihren Erfahrungen und schon nach den ersten Sätzen ist deutlich erkennbar, dass in der Patenschaft Herzblut steckt. Stolz hält sie ein rotes Herz auf einem Brett hoch, das ihr zwei „ihrer“ Kinder geschenkt haben und sich damit bedankten. Die Schicksale der Kinder, von denen sie berichtet, gehen zur Herzen. Sie offenbaren, wie schnell und auf den ersten Blick nicht im Zusammenhang stehende Gründe eine Isolation und damit verbunden ein Leistungsabfall hervorgerufen werden kann.

Es sei wichtig, so Brüggemeyer, dass die Kinder sich öffnen, von ihren Wünschen und Träumen erzählen. „ Wir kämpfen für die Kinder, ermutigen und ermuntern und ermahnen sie. Wir zeigen ihnen, dass sie Pflichten- und Verhaltensregeln einhalten müssen. Wir geben ihnen aber auch Lebensfreude.“ Sie erntet bei ihren Worten die breite Zustimmung der Lernpaten, unisono erklären sie, dass sie bei von ihrem Engagement genau so viel profitieren wie Kinder.

Einen ganz besonderen Dank richtete die Westerwälder Lernpatin an die Mentoren Lütje, Simon, Kirschey und Khan, bei denen sie jederzeit Hilfe und Unterstützung finden.

Musikalisch wurde die Feierstunde von dem Saxophon-Quartett des Landesmusikgymnasiums Montabaur, dem die Schüler Noa Hoffmann, Paul Scheugenpflug, Chantal Ortinski und Juri Archer angehören, bereichert.-IFD-

Lernpaten rund um Montabaur sind unter anderem: (erste Reihe, von links nach rechts): Ingrid Sode, Hertha Hild, Birgit Pfeil, Andrea Brüggemeyer und Rita Schiemenz.

Lernpaten rund um Montabaur sind unter anderem: (erste Reihe, von links nach rechts): Ingrid Sode, Hertha Hild, Birgit Pfeil, Andrea Brüggemeyer und Rita Schiemenz.

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es 21 Lernpaten an neun Grund- und Förderschulen. Einige der Schulleiter, Gunda Engel, Sandra Müller und Peter Scheugenpflug (in Vertretung) (hintere Reihe von links nach rechts) waren bei der Feierstunde im Kreishaus dabei: Sie sind voll von der Arbeit der Lernpaten überzeugt und unterstützen sie nach Kräften. Ebenso wie Andree Stein (links, hintere Reihe), der als Schulträger ausschließlich lobende Worte für das Projekt der Lernpatenschaft fand. Fotos: IFD

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