Junge Mediziner des GK-Mittelrhein nehmen Kids spielerisch die Angst vorm Arztbesuch
Kemperhof behandelt Kuscheltiere, Puppen und Co.
Koblenz. Leonard (drei) hat ein echtes Problem: Sein Kuscheltier ist krank. Was er hat? „Bauchweh – am ganzen Körper“. Er ist froh, dass das Teddybärkrankenhaus am Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Kemperhof, wieder seine Türen geöffnet hat. Gemeinsam mit Schwester Amelie (sechs) kommt er wie rund 300 weitere Kinder zur Sprechstunde an die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die zu einen der 30 größten in ganz Deutschland zählt.
Er wird herzlich empfangen und man nimmt seinen Kuschel-Löwen auf. „Wie heißt er?“, fragt die Medizinstudentin. „Mein Löwe heißt Tiger“, berichtet Leonard und lässt Löwen wiegen – 192 Gramm schwer, 32 Zentimeter groß. Nach einer kurzen Wartezeit, in der die Kinder malen oder auf dem Spielplatz toben können, geht es zur Untersuchung, in der ein angehender Arzt dem Jungen aus Koblenz-Lay erzählt, was er genau untersucht und worauf man achten muss.
Ebenso soll den Kindern die Angst vor dem Arztbesuch auf spielerische Weise genommen werden. Und in diesem Fall wird schnell klar: Hier handelt es sich um ein größeres Problem. Aber: In dem Krankenhaus kann auch geröntgt und operiert werden. Also auf zu nächsten Station. Nach dem Röntgen muss der kleine Kuschelpatient operiert werden. Der Zugang ist gelegt und Leonard darf mit seiner Schwester bei der Narkose helfen. Als der Verband angelegt ist und Teddy langsam wieder wach wird, geht’s zur Apotheke. Dort holt Leonard seine Ration Medikamente – deren schokoladene Inhalt er natürlich selbst testen muss – und erhält die Tipps für die nächsten Tage: „Dein Löwe braucht viel Schlaf und viele Kuscheleinheiten“. Wird gemacht – zufrieden stapft der Blondschopf zum Krankenwagen, der ebenfalls noch besichtigt werden kann.
„Es freut uns, wie hier den Kindern die Scheu vor dem weißen Kittel genommen wird“, sagt Elfriede Wagner, Erzieherin in der Kita am Kemperhof, und ist sich sicher, so wie Leonard, auch im nächsten Jahr wieder zu kommen.
