Eine stimmungsvolle „Nacht der Lichter“
Kerzen symbolisieren Solidarität mit allen Menschen
Dierdorf. Die Nacht der Lichter fand in der Pfarrkirche St. Clemens statt. Nach sieben Jahren konnten Dank der Organisation von Les Couthino viele Freunde Taizés an diesem Abend ganz im Sinne von Taizé gemeinsam singen, beten und feiern.
Am Eingang begrüßte Les jeden Besucher persönlich und übergab das Liedblatt und die Kerze. Les ist treibende Kraft und seit vielen Jahrzehnten unermüdlich mit Herzblut im Einsatz für die Durchführung der „Nacht der Lichter“ in der Region. Er fährt Wochen im Vorfeld durch die Gegend und wirbt für die NdL. Inzwischen gestaltet er die Abendgebete in Dierdorf, Waldbreitbach, Vettelschoß bis Siegburg und Hennef. Nicht nur die Erarbeitung des Ablaufes, die Liedauswahl, die Texte, auch die Gestaltung und die Dekoration des Kirchenraumes obliegt ihm. Gemeinsam mit helfenden Händen kreiert er die typische Taizé-Atmosphäre.
Den Abend eröffnete Diakon Wilfried Voigt. Er dankte im Vorfeld allen fleißigen helfenden Händen der Vorbereitung und Gestaltung in Kirche und Pfarrheim. Anschließend erklärte er den Ablauf des Abendgebetes. Viele Besucher und Taizé-Freunde waren gekommen. Mit Gesängen beten ist eine wesentliche Form der Suche nach Gott. Die Lieder laden vor allem durch ihre schönen Melodien und ihre kurzen sowie prägnanten, sich häufig wiederholenden Texten zum Mitsingen ein. Meditatives Singen ohne jede Ablenkung. Die Gesänge sind auch eine Hilfe für das persönliche Gebet. Sie bewirken eine innere Einheit des Menschen in Gott.
Der Kirchenraum und besonders der Altarraum waren getaucht in rot-orangenes Licht. Das Taizé-Kreuz - angestrahlt - im Mittelpunkt. Verschiedene Ikonen waren aufgestellt. Ikonen tragen dazu bei, dass im Gebet die Schönheit einen Platz hat.
Das Abendgebet stand unter dem Motto „Licht in der Dunkelheit“. Eine Instrumentalgruppe, unter der Leitung von Dekanatskantor Peter Uhl, begleitete den Abend. Er leitet die Musiker, seit er vor vielen Jahren nach Waldbreitbach kam. Hier begann auch Les mit „seiner“ ersten Nacht der Lichter. Peter Uhl ist Les dabei eine große Unterstützung.
Vor dem Evangelium wurde das Licht vom Leuchter von Jugendlichen an alle Besucher weitergegeben. Die Kirche wurde hell und heller, währenddessen sangen wir „Christus, dein Licht“. Das Evangelium „Ihr seid das Licht der Welt“ aus Matthäus 5,14-16 konnte in vier verschiedenen Sprachen gelesen werden. Nach zwei anschließenden Gesängen Stille für ca. fünf Minuten. Stille halten heißt erkennen, dass ich nicht viel ausrichten kann, wenn ich mir Sorgen mache. Stille halten heißt sich Gott überlassen, was außerhalb meiner Reichweite und meiner Fähigkeit liegt. Selbst ein kurzer Augenblick Stille ist eine Sabbatruhe, ein heiliges Innehalten.
Mit den Fürbitten wurde der zweite Teil des Abendgebetes eingeleitet. Das Kreuz wurde niedergelegt und alle waren eingeladen, nach und nach zum Kreuz zu gehen und zu verweilen. Viele nutzten die Gelegenheit bis fast zum Ende. Ganz im Stil von Taizé hatte das Gebet kein festes Ende; alle entfernten sich nach und nach, während das Singen weiterging - „a capella“. In lockerer Atmosphäre ließen viele Besucher im Austausch miteinander den Abend im Pfarrheim ausklingen. Abgerundet durch eine kulinarische Verköstigung und warmen Taizé-Tee fanden gute Gespräche statt. Spät am Abend wirkten erneut viele fleißige Hände: Abbau im Kirchenraum und „klar Schiff machen“ im Pfarrheim.
Die Kirche war sehr gut gefüllt.
